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Zweite Leidensankuendigung.
Mk 9,30-32; Lk 9,43-45.

17.22 Als sie sich aber in Galilaea aufhielten, sprach Jesus zu
ihnen: Der Sohn des Menschen wird ueberliefert werden in der
Menschen Haende, 17.23 und sie werden ihn toeten, und am dritten
Tag wird er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betruebt.
Die Tempelsteuer.
17.24 Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer
der Doppeldrachmen zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Lehrer
nicht die Doppeldrachmen? 17.25 Er sagt: Doch. Und als er in
das Haus eintrat, kam Jesus ihm zuvor und sprach: Was meinst du,
Simon? Von wem erheben die Koenige der Erde Zoll oder Steuer, von
ihren Soehnen oder von den Fremden? 17.26 Da er aber sagte: Von
den Fremden, sprach Jesus zu ihm: Demnach sind die Soehne frei.
17.27 Damit wir ihnen aber kein Aergernis geben, geh an den
See, wirf eine Angel aus und nimm den ersten Fisch, der
heraufkommt, oeffne sein Maul, und du wirst einen Stater finden;
den nimm und gib ihnen fuer mich und dich.
18 Wahre Groesse im Reich der Himmel - Warnung vor Verfuehrung zur Suende - Gleichnis vom verlorenen Schaf.
V. 1-9; Mk 9,33-37.42-48; Lk 9,46-48.

18.1 In jener Stunde traten die Juenger zu Jesus und sprachen:
Wer ist denn der Groesste im Reich der Himmel? 18.2 Und als
Jesus ein Kind herbeigerufen hatte, stellte er es in ihre Mitte
18.3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht
umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das
Reich der Himmel eingehen. 18.4 Darum, wenn jemand sich selbst
erniedrigen wird wie dieses Kind, der ist der Groesste im Reich
der Himmel; 18.5 und wenn jemand ein solches Kind aufnehmen
wird in meinem Namen, nimmt er mich auf.

18.6 Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich
glauben, Anlass zur Suende gibt, fuer den waere es besser, dass ein
Muehlstein an seinen Hals gehaengt und er in die Tiefe des Meeres
versenkt wuerde. 18.7 Wehe der Welt der Verfuehrungen wegen!
Denn es ist notwendig, dass Verfuehrungen kommen. Doch wehe dem
Menschen, durch den die Verfuehrung kommt! 18.8 Wenn aber deine
Hand oder dein Fuss dir Anlass zur Suende gibt, so hau ihn ab und
wirf ihn von dir! Es ist besser fuer dich, lahm oder als Krueppel
in das Leben einzugehen, als mit zwei Haenden oder mit zwei Fuessen
in das ewige Feuer geworfen zu werden. 18.9 Und wenn dein Auge
dir Anlass zur Suende gibt, so reiss es aus und wirf es von dir! Es
ist besser fuer dich, einaeugig in das Leben einzugehen, als mit
zwei Augen in die Hoelle des Feuers geworfen zu werden. 18.10
Seht zu, dass ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet; denn ich
sage euch, dass ihre Engel in den Himmeln allezeit das Angesicht
meines Vaters schauen, der in den Himmeln ist. 18.11 Denn der
Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorene zu retten.

V. 12.13: Vgl. Lk 15,4-7.

18.12 Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe haette und
eins von ihnen sich verirrte, laesst er nicht die neunundneunzig
auf den Bergen und geht hin und sucht das irrende? 18.13 Und
wenn es geschieht, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch, er
freut sich mehr ueber dieses als ueber die neunundneunzig, die
nicht verirrt sind. 18.14 So ist es nicht der Wille eures
Vaters, der in den Himmeln ist, dass eines dieser Kleinen
verloren gehe.
Verhalten gegen suendigende Brueder - Gemeinschaft in Jesu Namen.
18.15 Wenn aber dein Bruder suendigt, so geh hin, ueberfuehre ihn
zwischen dir und ihm allein. Wenn er auf dich hoert, so hast du
deinen Bruder gewonnen. 18.16 Wenn er aber nicht hoert, so nimm
noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier
Zeugen Mund jede Sache bestaetigt werde. 18.17 Wenn er aber
nicht auf sie hoeren wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber
auch auf die Gemeinde nicht hoeren wird, so sei er dir wie der
Heide und der Zoellner. 18.18 Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr
etwas auf der Erde binden werdet, wird es im Himmel gebunden
sein, und wenn ihr etwas auf der Erde loesen werdet, wird es im
Himmel geloest sein.

18.19 Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde
uebereinkommen werden, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie
ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. 18.20
Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin
ich in ihrer Mitte.
Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht.
18.21 Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll
ich meinem Bruder, der gegen mich suendigt, vergeben? Bis
siebenmal? 18.22 Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis
siebenmal, sondern bis siebzigmal sieben. 18.23 Deswegen ist
es mit dem Reich der Himmel wie mit einem Koenig, der mit seinen
Knechten abrechnen wollte. 18.24 Als er aber anfing,
abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend
Talente schuldete. 18.25 Da er aber nicht zahlen konnte,
befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles,
was er hatte, zu verkaufen und [damit] zu bezahlen. 18.26 Der
Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefaellig und sprach: Herr,
habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen. 18.27
Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los
und erliess ihm das Darlehen. 18.28 Jener Knecht aber ging
hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare
schuldig war. Und er ergriff und wuergte ihn und sprach: Bezahle,
wenn du etwas schuldig bist! 18.29 Sein Mitknecht nun fiel
nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will
dir bezahlen. 18.30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und
warf ihn ins Gefaengnis, bis er die Schuld bezahlt habe. 18.31
Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie
sehr betruebt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was
geschehen war. 18.32 Da rief ihn sein Herr herbei und spricht
zu ihm: Boeser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen,
weil du mich batest. 18.33 Solltest nicht auch du dich deines
Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt
habe? 18.34 Und sein Herr wurde zornig und ueberlieferte ihn
den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm
schuldig war. 18.35 So wird auch mein himmlischer Vater euch
tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.
19 Ehescheidung und Eheverzicht.
Mk 10,1-12.

19.1 Und es geschah, als Jesus diese Reden beendet hatte,
begab er sich von Galilaea hinweg und kam in das Gebiet von
Judaea, jenseits des Jordan. 19.2 Und es folgten ihm grosse
Volksmengen, und er heilte sie dort.

19.3 Und die Pharisaeer kamen zu ihm, versuchten ihn und
sprachen: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder [beliebigen]
Ursache seine Frau zu entlassen? 19.4 Er aber antwortete und
sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie schuf, sie
von Anfang an [als] Mann und Weib schuf 19.5 und sprach:
`Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner
Frau anhaengen, und es werden die zwei ein Fleisch sein, - 19.6
so dass sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun
Gott zusammengefuegt hat, soll der Mensch nicht scheiden. 19.7
Sie sagen zu ihm: Warum hat denn Mose geboten, einen
Scheidebrief zu geben und zu entlassen? 19.8 Er spricht zu
ihnen: Mose hat wegen eurer Herzenshaertigkeit euch gestattet,
eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so
gewesen. 19.9 Ich sage euch aber, dass, wer immer seine Frau
entlassen wird, ausser wegen Hurerei, und eine andere heiraten
wird, Ehebruch begeht; und wer eine Entlassene heiratet, begeht
Ehebruch.

19.10 Seine Juenger sagen zu ihm: Wenn die Sache des Mannes mit
der Frau so steht, so ist es nicht ratsam zu heiraten. 19.11
Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern
denen es gegeben ist; 19.12 denn es gibt Verschnittene, die
von Mutterleib so geboren sind; und es gibt Verschnittene, die
von den Menschen verschnitten worden sind; und es gibt
Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Reiches
der Himmel willen. Wer es fassen kann, der fasse es.
Jesus und die Kinder.
Mk 10,13-16; Lk 18,15-17.

19.13 Dann wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die
Haende auflege und bete; die Juenger aber fuhren sie an. 19.14
Jesus aber sprach: Lasst die Kinder, und wehrt ihnen nicht, zu
mir zu kommen, denn solcher ist das Reich der Himmel. 19.15
Und er legte ihnen die Haende auf und ging von dort weg.
Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben - Lohn der Nachfolge.
Mk 10,17-31; Lk 18,18-30.

19.16 Und siehe, einer trat herbei und sprach zu ihm: Lehrer,
was soll ich Gutes tun, damit ich ewiges Leben habe? 19.17 Er
aber sprach zu ihm: Was fragst du mich ueber das Gute? Einer ist
der Gute. Wenn du aber ins Leben eingehen willst, so halte die
Gebote. 19.18 Er spricht zu ihm: Welche? Jesus aber sprach:
Diese: Du sollst nicht toeten; du sollst nicht ehebrechen; du
sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis geben;
19.19 ehre den Vater und die Mutter; und: du sollst deinen
Naechsten lieben wie dich selbst. 19.20 Der Juengling spricht zu
ihm: Alles dies habe ich befolgt. Was fehlt mir noch? 19.21
Jesus sprach zu ihm: Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin,
verkaufe deine Habe und gib den Armen, und du wirst einen Schatz
im Himmel haben. Und komm, folge mir nach! 19.22 Als aber der
Juengling das Wort hoerte, ging er betruebt weg, denn er hatte
viele Gueter. 19.23 Jesus aber sprach zu seinen Juengern:
Wahrlich, ich sage euch: Schwerlich wird ein Reicher in das
Reich der Himmel eingehen. 19.24 Wiederum aber sage ich euch:
Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadeloehr eingehe als
ein Reicher in das Reich Gottes. 19.25 Als aber die Juenger es
hoerten, gerieten sie ganz ausser sich und sagten: Wer kann dann
errettet werden? 19.26 Jesus aber sah sie an und sprach zu
ihnen: Bei Menschen ist dies unmoeglich, bei Gott aber sind alle
Dinge moeglich. 19.27 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm:
Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was
wird uns nun werden? 19.28 Jesus aber sprach zu ihnen:
Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch
ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf
seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwoelf Thronen
sitzen und die zwoelf Staemme Israels richten. 19.29 Und ein
jeder, der Haeuser oder Brueder oder Schwestern oder Vater oder
Mutter oder Frau oder Kinder oder Aecker um meines Namens willen
verlassen hat, wird hundertfach empfangen und ewiges Leben
erben. 19.30 Aber viele Erste werden Letzte und Letzte Erste
sein.
20 Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.
20.1 Denn mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem
Hausherrn, der fruehmorgens ausging, um Arbeiter in seinen
Weinberg einzustellen. 20.2 Nachdem er aber mit den Arbeitern
um einen Denar den Tag uebereingekommen war, sandte er sie in
seinen Weinberg. 20.3 Und als er um die dritte Stunde ausging,
sah er andere auf dem Markt muessig stehen; 20.4 und zu diesen
sprach er: Geht auch ihr hin in den Weinberg, und was recht ist,
werde ich euch geben. 20.5 Sie aber gingen hin. Wiederum aber
ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat ebenso.
20.6 Als er aber um die elfte [Stunde] ausging, fand er andere
stehen und spricht zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag
muessig? 20.7 Sie sagen zu ihm: Weil niemand uns eingestellt
hat. Er spricht zu ihnen: Geht auch ihr hin in den Weinberg.
20.8 Als es aber Abend geworden war, spricht der Herr des
Weinbergs zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter und zahle den
Lohn, angefangen von den letzten bis zu den ersten. 20.9 Und
als die um die elfte Stunde [Eingestellten] kamen, empfingen sie
je einen Denar. 20.10 Als aber die ersten kamen, meinten sie,
dass sie mehr empfangen wuerden; und auch sie empfingen je einen
Denar. 20.11 Als sie den aber empfingen, murrten sie gegen den
Hausherrn 20.12 und sprachen: Diese letzten haben eine Stunde
gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir die Last
des Tages und die Hitze getragen haben. 20.13 Er aber
antwortete und sprach zu einem von ihnen: Freund, ich tue dir
nicht unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir
uebereingekommen? 20.14 Nimm das Deine und geh hin! Ich will
aber diesem letzten geben wie auch dir. 20.15 Ist es mir nicht
erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Blickt dein Auge
neidisch, weil ich guetig bin? 20.16 So werden die Letzten
Erste und die Ersten Letzte sein;denn viele sind Berufene,
wenige aber Auserwaehlte.
Dritte Leidensankuendigung.
Mk 10,32-34; Lk 18,31-34.

20.17 Und als Jesus nach Jerusalem hinaufging, nahm er die
zwoelf Juenger auf dem Weg allein zu sich und sprach zu ihnen:
20.18 Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des
Menschen wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten
ueberliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen;
20.19 und sie werden ihn den Nationen ueberliefern, um ihn zu
verspotten und zu geisseln und zu kreuzigen; und am dritten Tag
wird er auferstehen.

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