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Seite 11 von 13     1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 
25 Endzeitrede: Gleichnis von den zehn Jungfrauen.
25.1 Dann wird es mit dem Reich der Himmel sein wie mit zehn
Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Braeutigam
entgegen. 25.2 Fuenf aber von ihnen waren klug und fuenf
toericht. 25.3 Die, welche toericht waren, nahmen ihre Lampen
und nahmen kein Oel mit sich; 25.4 die Klugen aber nahmen Oel in
ihren Gefaessen samt ihren Lampen. 25.5 Als aber der Braeutigam
auf sich warten liess, wurden sie alle schlaefrig und schliefen
ein. 25.6 Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe,
der Braeutigam! Geht aus, ihm entgegen! 25.7 Da standen alle
jene Jungfrauen auf und schmueckten ihre Lampen. 25.8 Die
Toerichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Oel,
denn unsere Lampen erloeschen. 25.9 Die Klugen aber antworteten
und sagten: Nein, damit es nicht etwa fuer uns und euch nicht
ausreiche; geht lieber hin zu den Verkaeufern und kauft fuer euch
selbst. 25.10 Als sie aber hingingen, zu kaufen, kam der
Braeutigam, und die bereit waren, gingen mit ihm ein zur
Hochzeit; und die Tuer wurde verschlossen. 25.11 Spaeter aber
kommen auch die uebrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tu uns
auf! 25.12 Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage
euch, ich kenne euch nicht. 25.13 So wacht nun, denn ihr wisst
weder den Tag noch die Stunde.
Endzeitrede: Gleichnis von den anvertrauten Talenten.
vgl. Lk 19,11-27.

25.14 Denn [es ist] wie [bei] einem Menschen, der ausser Landes
reiste, seine eigenen Knechte rief und ihnen seine Habe uebergab:
25.15 und einem gab er fuenf Talente, einem anderen zwei, einem
anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Faehigkeit, und
reiste ausser Landes. 25.16 Sogleich aber ging der, welcher die
fuenf Talente empfangen hatte, hin und handelte mit ihnen und
gewann andere fuenf Talente. 25.17 So auch, der die zwei
[empfangen hatte], auch er gewann andere zwei. 25.18 Der aber
das eine empfangen hatte, ging hin, grub [ein Loch] in die Erde
und verbarg das Geld seines Herrn. 25.19 Nach langer Zeit aber
kommt der Herr jener Knechte und rechnet mit ihnen ab. 25.20
Und es trat herbei, der die fuenf Talente empfangen hatte, und
brachte andere fuenf Talente und sagte: Herr, fuenf Talente hast
du mir uebergeben, siehe, andere fuenf Talente habe ich
dazugewonnen. 25.21 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du
guter und treuer Knecht! Ueber weniges warst du treu, ueber vieles
werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.
25.22 Es trat aber auch herbei, der die zwei Talente empfangen
hatte, und sprach: Herr, zwei Talente hast du mir uebergeben;
siehe, andere zwei Talente habe ich dazugewonnen. 25.23 Sein
Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Ueber
weniges warst du treu, ueber vieles werde ich dich setzen; geh
ein in die Freude deines Herrn. 25.24 Es trat aber auch
herbei, der das eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr,
ich kannte dich, dass du ein harter Mann bist: du erntest, wo du
nicht gesaet, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; 25.25
und ich fuerchtete mich und ging hin und verbarg dein Talent in
der Erde; siehe, da hast du das Deine. 25.26 Sein Herr aber
antwortete und sprach zu ihm: Boeser und fauler Knecht! Du
wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesaet, und sammle, wo ich
nicht ausgestreut habe? 25.27 So solltest du nun mein Geld den
Wechslern gegeben haben, und wenn ich kam, haette ich das Meine
mit Zinsen erhalten. 25.28 Nehmt ihm nun das Talent weg, und
gebt es dem, der die zehn Talente hat; 25.29 denn jedem, der
da hat, wird gegeben werden, und er wird Ueberfluss haben; von dem
aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat,
weggenommen werden. 25.30 Und den unnuetzen Knecht werft hinaus
in die aeussere Finsternis: da wird das Weinen und das
Zaehneknirschen sein.
Endzeitrede: Das Endgericht.
25.31 Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner
Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem
Thron der Herrlichkeit sitzen; 25.32 und vor ihm werden
versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander
scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Boecken scheidet.
25.33 Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die
Boecke aber zur Linken. 25.34 Dann wird der Koenig zu denen zu
seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt
das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an;
25.35 denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich
duerstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und
ihr nahmt mich auf; 25.36 nackt, und ihr bekleidetet mich; ich
war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefaengnis, und ihr
kamt zu mir. 25.37 Dann werden die Gerechten ihm antworten und
sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich? Oder
durstig und gaben dir zu trinken? 25.38 Wann aber sahen wir
dich als Fremdling und nahmen dich auf? Oder nackt und
bekleideten dich? 25.39 Wann aber sahen wir dich krank oder im
Gefaengnis und kamen zu dir? 25.40 Und der Koenig wird antworten
und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr es einem
der geringsten dieser meiner Brueder getan habt, habt ihr es mir
getan.

25.41 Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von
mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel
und seinen Engeln! 25.42 Denn mich hungerte, und ihr gabt mir
nicht zu essen; mich duerstete, und ihr gabt mir nicht zu
trinken; 25.43 ich war Fremdling, und ihr nahmt mich nicht
auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im
Gefaengnis, und ihr besuchtet mich nicht. 25.44 Dann werden
auch sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig
oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder im
Gefaengnis und haben dir nicht gedient? 25.45 Dann wird er
ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr es
einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir
nicht getan. 25.46 Und diese werden hingehen in die ewige
Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben.
26 Anschlag der Hohenpriester und Verrat des Judas - Salbung Jesu in Bethanien
Mk 14,1.2; Lk 22,1.2.

26.1 Und es geschah, als Jesus alle diese Reden beendet hatte,
sprach er zu seinen Juengern: 26.2 Ihr wisst, dass nach zwei
Tagen das Passah ist, und der Sohn des Menschen wird
ueberliefert, um gekreuzigt zu werden.

26.3 Dann versammelten sich die Hohenpriester und die Aeltesten
des Volkes in den Hof des Hohenpriesters, der Kaiphas hiess,
26.4 und ratschlagten miteinander, um Jesus mit List zu
greifen und zu toeten. 26.5 Sie sagten aber: Nicht an dem Fest,
damit nicht ein Aufruhr unter dem Volk entstehe.

Mk 14,3-9; Joh 12,1-8.

26.6 Als aber Jesus in Bethanien war, im Hause Simons, des
Aussaetzigen, 26.7 kam eine Frau zu ihm, die ein
Alabasterflaeschchen mit sehr kostbarem Salboel hatte, und goss es
aus auf sein Haupt, als er zu Tisch lag. 26.8 Als aber die
Juenger es sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese
Verschwendung? 26.9 Denn dies haette teuer verkauft und [der
Erloes] den Armen gegeben werden koennen. 26.10 Als aber Jesus
es erkannte, sprach er zu ihnen: Was macht ihr der Frau Muehe?
Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan; 26.11 denn die Armen
habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.
26.12 Denn als sie dieses Salboel ueber meinen Leib goss, tat sie
es zu meinem Begraebnis. 26.13 Wahrlich, ich sage euch: Wo
dieses Evangelium gepredigt werden wird in der ganzen Welt, wird
auch von dem geredet werden, was sie getan hat, zu ihrem
Gedaechtnis.

Mk 14,10.11; Lk 22,3-6.

26.14 Dann ging einer von den Zwoelfen, Judas Iskariot mit
Namen, zu den Hohenpriestern 26.15 und sprach: Was wollt ihr
mir geben, und ich werde ihn euch ueberliefern? Sie aber setzten
ihm dreissig Silberlinge fest. 26.16 Und von da an suchte er
Gelegenheit, ihn zu ueberliefern.
Vorbereitung des Passahmahles.
Mk 14,12-16; Lk 22,7-13.

26.17 Am ersten [Tag] der ungesaeuerten Brote aber traten die
Juenger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das
Passah zu essen bereiten? 26.18 Er aber sprach: Geht in die
Stadt zu dem und dem und sprecht zu ihm: Der Lehrer sagt: Meine
Zeit ist nahe; bei dir halte ich das Passah mit meinen Juengern.
26.19 Und die Juenger taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte,
und bereiteten das Passah.
Bezeichnung des Verraeters.
Mk 14,17-21; Lk 22,14.21-23; Joh 13,18-30.

26.20 Als es aber Abend geworden war, legte er sich mit den
Zwoelfen zu Tisch. 26.21 Und waehrend sie assen, sprach er:
Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich ueberliefern.
26.22 Und sie wurden sehr betruebt, und jeder von ihnen fing
an, zu ihm zu sagen: Ich bin es doch nicht, Herr? 26.23 Er
aber antwortete und sprach: Der mit mir die Hand in die Schuessel
eintaucht, der wird mich ueberliefern. 26.24 Der Sohn des
Menschen geht zwar dahin, wie ueber ihn geschrieben steht. Wehe
aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen ueberliefert
wird! Es waere jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren waere.
26.25 Judas aber, der ihn ueberlieferte, antwortete und sprach:
Ich bin es doch nicht, Rabbi? Er spricht zu ihm: Du hast es
gesagt.
Einsetzung des Herrenmahles.
Mk 14,22-26; Lk 22,15-20; 1 Kor 11,23-25.

26.26 Waehrend sie aber assen, nahm Jesus Brot, segnete, brach
und gab es den Juengern und sprach: Nehmt, esst, dies ist mein
Leib! 26.27 Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen
[den] und sprach: Trinkt alle daraus! 26.28 Denn dies ist mein
Blut des Bundes, das fuer viele vergossen wird zur Vergebung der
Suenden. 26.29 Ich sage euch aber, dass ich von nun an nicht
mehr von diesem Gewaechs des Weinstocks trinken werde bis zu
jenem Tag, da ich es neu mit euch trinken werde in dem Reich
meines Vaters. 26.30 Und als sie ein Loblied gesungen hatten,
gingen sie hinaus zum Oelberg.
Ankuendigung der Verleugnung durch Petrus.
Mk 14,27-31; Lk 22,31-34; Joh 13,36-38.

26.31 Darauf spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch alle in
dieser Nacht an mir aergern; denn es steht geschrieben: `Ich
werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden
zerstreut werden. 26.32 Nachdem ich aber auferweckt sein
werde, werde ich vor euch hingehen nach Galilaea. 26.33 Petrus
aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sich alle an dir aergern
werden, ich werde mich niemals aergern. 26.34 Jesus sprach zu
ihm: Wahrlich, ich sage dir, dass du in dieser Nacht, ehe der
Hahn kraeht, mich dreimal verleugnen wirst. 26.35 Petrus
spricht zu ihm: Selbst wenn ich mit dir sterben muesste, werde ich
dich nicht verleugnen. Ebenso sprachen auch alle Juenger.
Gethsemane.
Mk 14,32-42; Lk 22,39-46.

26.36 Dann kommt Jesus mit ihnen an ein Gut, genannt
Gethsemane, und er spricht zu den Juengern: Setzt euch hier, bis
ich hingegangen bin und dort gebetet habe. 26.37 Und er nahm
den Petrus und die zwei Soehne des Zebedaeus mit und fing an,
betruebt und geaengstigt zu werden. 26.38 Dann spricht er zu
ihnen: Meine Seele ist sehr betruebt, bis zum Tod. Bleibt hier
und wacht mit mir! 26.39 Und er ging ein wenig weiter und fiel
auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, wenn es
moeglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorueber; doch nicht wie
ich will, sondern wie du willst. 26.40 Und er kommt zu den
Juengern und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Also
nicht eine Stunde konntet ihr mit mir wachen? 26.41 Wacht und
betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt; der Geist zwar ist
willig, das Fleisch aber schwach. 26.42 Wiederum, zum zweiten
Mal, ging er hin und betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser
[Kelch] nicht voruebergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so
geschehe dein Wille. 26.43 Und als er kam, fand er sie wieder
schlafend, denn ihre Augen waren beschwert. 26.44 Und er liess
sie, ging wieder hin, betete zum dritten Mal und sprach dasselbe
Wort. 26.45 Dann kommt er zu den Juengern und spricht zu ihnen:
So schlaft denn fort und ruht aus. Siehe, die Stunde ist nahe
gekommen, und der Sohn des Menschen wird in Suenderhaende
ueberliefert. 26.46 Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, nahe ist
gekommen, der mich ueberliefert.
Gefangennahme.
Mk 14,43-50; Lk 22,47-53; Joh 18,2-12.

26.47 Und waehrend er noch redete, siehe, da kam Judas, einer
der Zwoelf, und mit ihm eine grosse Menge mit Schwertern und
Stoecken, von den Hohenpriestern und Aeltesten des Volkes. 26.48
Der ihn aber ueberlieferte, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und
gesagt: Wen ich kuessen werde, der ist es, den ergreift. 26.49
Und sogleich trat er zu Jesus und sprach: Sei gegruesst, Rabbi!
und kuesste ihn. 26.50 Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu
bist du gekommen! Dann traten sie heran und legten die Haende an
Jesus und ergriffen ihn. 26.51 Und siehe, einer von denen, die
mit Jesus waren streckte die Hand aus, zog sein Schwert und
schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.
26.52 Da spricht Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an
seinen Ort! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs
Schwert umkommen. 26.53 Oder meinst du, dass ich nicht jetzt
meinen Vater bitten koenne und er mir mehr als zwoelf Legionen
Engel stellen werde? 26.54 Wie sollten denn die Schriften
erfuellt werden, dass es so geschehen muss?

26.55 In jener Stunde sprach Jesus zu den Volksmengen: Seid
ihr ausgezogen wie gegen einen Raeuber mit Schwertern und
Stoecken, mich zu fangen? Taeglich sass ich bei euch im Tempel und
lehrte, und ihr habt mich nicht gegriffen. 26.56 Aber dies
alles ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfuellt
werden. Da verliessen ihn die Juenger alle und flohen.

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