Seite 6 von 9 1 2 3 4 5 6 7 8 9 | | Das Gebet im Glauben und in Vergebungsbereitschaft. | Mt 21,20-22.
11.20 Und als sie fruehmorgens vorbeigingen, sahen sie den
Feigenbaum verdorrt von den Wurzeln an. 11.21 Und Petrus
erinnerte sich und spricht zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum,
den du verflucht hast, ist verdorrt. 11.22 Und Jesus
antwortete und spricht zu ihnen: Habt Glauben an Gott! 11.23
Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe
dich empor und wirf dich ins Meer! und nicht zweifeln wird in
seinem Herzen, sondern glauben, dass geschieht, was er sagt, dem
wird es werden. 11.24 Darum sage ich euch: Alles, um was ihr
auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es
wird euch werden. 11.25 Und wenn ihr steht und betet, so
vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer
Vater, der in den Himmeln ist, euch eure Uebertretungen vergebe.
(11.26) | | |
| | Die Frage nach der Vollmacht Jesu. | Mt 21,23-27; Lk 20,1-8.
11.27 Und sie kommen wieder nach Jerusalem. Und als er in dem
Tempel umherging, kommen die Hohenpriester und die
Schriftgelehrten und die Aeltesten zu ihm 11.28 und sagen zu
ihm: In welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Oder wer hat dir
diese Vollmacht gegeben, dass du diese Dinge tust? 11.29 Jesus
aber sprach zu ihnen: Ich will euch ein Wort fragen. Antwortet
mir! Und ich werde euch sagen, in welcher Vollmacht ich diese
Dinge tue: 11.30 War die Taufe des Johannes vom Himmel oder
von Menschen? Antwortet mir! 11.31 Und sie ueberlegten
miteinander und sprachen: Wenn wir sagen: vom Himmel, so wird er
sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt? 11.32 Sollen
wir aber sagen: von Menschen? Sie fuerchteten das Volk. Denn alle
meinten, dass Johannes wirklich ein Prophet sei. 11.33 Und sie
antworten und sagen zu Jesus: Wir wissen es nicht. Und Jesus
spricht zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher
Vollmacht ich diese Dinge tue. | | |
| | 12 Gleichnis von den Weingaertnern. | Mt 21,33-46; Lk 20,9-19.
12.1 Und er fing an, in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein
Mensch pflanzte einen Weinberg und setzte einen Zaun darum und
grub einen Keltertrog und baute einen Turm; und er verpachtete
ihn an Weingaertner und reiste ausser Landes. 12.2 Und er sandte
zur bestimmten Zeit zu den Weingaertnern einen Knecht, um von den
Weingaertnern von der Frucht des Weinbergs zu empfangen. 12.3
Sie aber nahmen ihn, schlugen ihn und sandten ihn leer fort.
12.4 Und wieder sandte er einen anderen Knecht zu ihnen; und
den verwundeten sie am Kopf und beschimpften ihn. 12.5 Und er
sandte einen anderen, und den toeteten sie; und viele andere; die
einen schlugen sie, die anderen toeteten sie. 12.6 Noch einen
hatte er, einen geliebten Sohn, den sandte er als letzten zu
ihnen, indem er sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen.
12.7 Jene Weingaertner aber sprachen zueinander: Dies ist der
Erbe; kommt, lasst uns ihn toeten, und das Erbe wird unser sein.
12.8 Und sie nahmen und toeteten ihn und warfen ihn zum
Weinberg hinaus. 12.9 Was wird der Herr des Weinbergs tun? Er
wird kommen und die Weingaertner umbringen und den Weinberg
anderen geben. 12.10 Habt ihr nicht auch diese Schrift
gelesen: `Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist
zum Eckstein geworden; 12.11 vom Herrn her ist er dies
geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen? 12.12 Und sie
suchten ihn zu greifen und fuerchteten die Volksmenge; denn sie
erkannten, dass er das Gleichnis auf sie hin gesprochen hatte.
Und sie liessen ihn und gingen davon. | | |
| | Die Frage nach der Steuer. | Mt 22,15-22; Lk 20,20-26.
12.13 Und sie senden einige der Pharisaeer und der Herodianer
zu ihm, um ihn in der Rede zu fangen. 12.14 Und sie kommen und
sagen zu ihm: Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und
dich um niemand kuemmerst; denn du siehst nicht auf die Person
der Menschen, sondern lehrst den Weg Gottes in Wahrheit. Ist es
erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben oder nicht? Sollen wir sie
geben oder nicht geben? 12.15 Da er aber ihre Heuchelei
kannte, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich? Bringt mir
einen Denar, damit ich ihn sehe. 12.16 Sie aber brachten ihn.
Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die
Aufschrift? Sie aber sagten zu ihm: Des Kaisers. 12.17 Jesus
aber sprach zu ihnen: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und
Gott, was Gottes ist. Und sie verwunderten sich ueber ihn. | | |
| | Die Frage nach der Auferstehung. | Mt 22,23-33; Lk 20,27-40.
12.18 Und es kommen Sadduzaeer zu ihm, die sagen, es gebe keine
Auferstehung; und sie fragten ihn und sprachen: 12.19 Lehrer,
Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und laesst
eine Frau zurueck und hinterlaesst keine Kinder, dass sein Bruder
seine Frau nehme und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecke.
12.20 Es waren sieben Brueder. Und der erste nahm eine Frau;
und als er starb, hinterliess er keine Nachkommenschaft; 12.21
und der zweite nahm sie und starb und liess keine
Nachkommenschaft zurueck; und der dritte ebenso. 12.22 Und die
sieben hinterliessen keine Nachkommenschaft. Am letzten von allen
starb auch die Frau. 12.23 Wessen Frau von allen wird sie in
der Auferstehung sein, wenn sie auferstehen werden? Denn die
sieben haben sie zur Frau gehabt. 12.24 Jesus sprach zu ihnen:
Irrt ihr nicht deshalb, weil ihr die Schriften nicht kennt und
nicht die Kraft Gottes? 12.25 Denn wenn sie aus den Toten
auferstehen, heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet,
sondern sie sind wie Engel in den Himmeln. 12.26 Was aber die
Toten betrifft, dass sie auferweckt werden: Habt ihr nicht im
Buch Moses gelesen, wie Gott beim Dornbusch zu ihm redete und
sprach: `Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der
Gott Jakobs? 12.27 Er ist nicht der Gott von Toten, sondern
von Lebenden. Ihr irrt sehr. | | |
| | Die Frage nach dem ersten Gebot. | Mt 22,34-40; vgl. Lk 10,25-28.
12.28 Und einer der Schriftgelehrten, der gehoert hatte, wie
sie miteinander stritten, trat hinzu, und da er wusste, dass er
ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist
das erste von allen? 12.29 Jesus antwortete ihm: Das erste
ist: `Hoere, Israel: Der Herr, unser Gott, ist allein Herr;
12.30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem
ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen
Verstand und aus deiner ganzen Kraft. 12.31 Das zweite ist
dies: `Du sollst deinen Naechsten lieben wie dich selbst. Groesser
als diese ist kein anderes Gebot. 12.32 Und der
Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Lehrer, du hast nach der
Wahrheit geredet; denn er ist einer, und es ist kein anderer
ausser ihm; 12.33 und ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus
ganzem Verstaendnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft und
den Naechsten zu lieben wie sich selbst, ist viel mehr als alle
Brandopfer und Schlachtopfer. 12.34 Und als Jesus sah, dass er
verstaendig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht
fern vom Reich Gottes. Und es wagte niemand mehr, ihn zu
befragen. | | |
| | Die Frage nach dem Christus. | Mt 22,41-46; Lk 20,41-44.
12.35 Und Jesus begann und sprach, als er im Tempel lehrte:
Wie sagen die Schriftgelehrten, dass der Christus Davids Sohn
sei? 12.36 David selbst hat im Heiligen Geist gesagt: `Der
Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis
ich deine Feinde unter deine Fuesse lege. 12.37 David selbst
nennt ihn Herr. Und woher ist er sein Sohn? Und die grosse
Volksmenge hoerte ihn gern. | | |
| | Warnung vor den Schriftgelehrten. | Mt 23,5-7; Lk 20,45-47.
12.38 Und er sprach in seiner Lehre: Huetet euch vor den
Schriftgelehrten, die in langen Gewaendern einhergehen wollen und
die Begruessungen auf den Maerkten 12.39 und die ersten Sitze in
den Synagogen und die ersten Plaetze bei den Gastmaehlern
[lieben]; 12.40 die die Haeuser der Witwen verschlingen und zum
Schein lange Gebete halten. Sie werden ein schwereres Gericht
empfangen. | | |
| | Die Gabe der armen Witwe. | Lk 21,1-4.
12.41 Und er setzte sich dem Schatzkasten gegenueber und sah,
wie die Volksmenge Geld in den Schatzkasten einlegte; und viele
Reiche legten viel ein. 12.42 Und eine arme Witwe kam und
legte zwei Scherflein ein, das ist ein Pfennig. 12.43 Und er
rief seine Juenger herbei und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage
euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle, die in den
Schatzkasten eingelegt haben. 12.44 Denn alle haben von ihrem
Ueberfluss eingelegt; diese aber hat aus ihrem Mangel alles, was
sie hatte, eingelegt, ihren ganzen Lebensunterhalt. | | |
| | 13 Endzeitrede: Tempelzerstoerung und Drangsale der Endzeit. | Mt 24,1-14; Lk 21,5-19.
13.1 Und als er aus dem Tempel heraustrat, sagt einer seiner
Juenger zu ihm: Lehrer, sieh, was fuer Steine und was fuer Gebaeude!
13.2 Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese grossen Gebaeude?
Es wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der
nicht abgebrochen werden wird. 13.3 Und als er auf dem Oelberg
dem Tempel gegenuebersass, fragten ihn Petrus und Jakobus und
Johannes und Andreas fuer sich allein: 13.4 Sage uns, wann wird
das sein, und was ist das Zeichen, wann dies alles vollendet
werden soll? 13.5 Jesus aber begann zu ihnen zu sprechen: Seht
zu, dass euch niemand verfuehre! 13.6 Viele werden unter meinem
Namen kommen und sagen: Ich bin's! Und sie werden viele
verfuehren. 13.7 Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgeruechten
hoeren werdet, so erschreckt nicht! Es muss geschehen, aber es ist
noch nicht das Ende. 13.8 Denn es wird sich Nation gegen
Nation und Koenigreich gegen Koenigreich erheben; und es werden
Erdbeben sein an verschiedenen Orten, und es werden Hungersnoete
sein. Dies ist der Anfang der Wehen.
Mt 10,17-22.
13.9 Ihr aber, seht auf euch selbst, euch werden sie an
Gerichte ueberliefern, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen
werden, und ihr werdet vor Statthalter und Koenige gestellt
werden um meinetwillen, ihnen zu einem Zeugnis; 13.10 und
allen Nationen muss zuvor das Evangelium gepredigt werden.
13.11 Und wenn sie euch hinfuehren, um euch zu ueberliefern, so
sorgt euch vorher nicht, was ihr reden sollt, sondern was euch
in jener Stunde gegeben wird, das redet! Denn nicht ihr seid die
Redenden, sondern der Heilige Geist. 13.12 Und es wird der
Bruder den Bruder zum Tod ueberliefern, und der Vater das Kind;
und Kinder werden sich gegen Eltern erheben und sie zu Tode
bringen. 13.13 Und ihr werdet von allen gehasst werden um
meines Namens willen; wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird
errettet werden.
Mt 24,15-25; Lk 21,20-23.
13.14 Wenn ihr aber den Greuel der Verwuestung stehen seht, wo
er nicht sollte - wer es liest, merke auf! -, dann sollen die in
Judaea auf die Berge fliehen, 13.15 wer auf dem Dach ist, soll
nicht hinabsteigen und nicht hineingehen, um etwas aus seinem
Haus zu holen; 13.16 und wer auf dem Feld ist, soll nicht
zurueckkehren, um seinen Mantel zu holen. 13.17 Wehe aber den
Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! 13.18 Betet
aber, dass es nicht im Winter geschehe! 13.19 Denn jene Tage
werden eine Drangsal sein, wie sie von Anfang der Schoepfung, die
Gott geschaffen hat, bis jetzt nicht gewesen ist und nicht sein
wird. 13.20 Und wenn nicht der Herr die Tage verkuerzt haette,
wuerde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwaehlten
willen, die er auserwaehlt hat, hat er die Tage verkuerzt. 13.21
Und wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus!
Siehe dort! so glaubt nicht! 13.22 Es werden aber falsche
Christi und falsche Propheten aufstehen und werden Zeichen und
Wunder tun, um, wenn moeglich, die Auserwaehlten zu verfuehren.
13.23 Ihr aber, seht zu! Siehe, ich habe euch alles
vorhergesagt. | | |
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