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Warnung vor Verfuehrung zur Suende.
Mt 18,6-10.

9.42 Und wer einem der Kleinen, die glauben, Anlass zur Suende
gibt, fuer den waere es besser, wenn ein Muehlstein um seinen Hals
gelegt und er ins Meer geworfen wuerde. 9.43 Und wenn deine
Hand dir Anlass zur Suende gibt, so hau sie ab! Es ist besser fuer
dich, als Krueppel in das Leben einzugehen, als mit zwei Haenden
in die Hoelle zu kommen, in das unausloeschliche Feuer.(9.44)
9.45 Und wenn dein Fuss dir Anlass zur Suende gibt, so hau ihn
ab! Es ist besser fuer dich, lahm in das Leben einzugehen, als
mit zwei Fuessen in die Hoelle geworfen zu werden.(9.46) 9.47
Und wenn dein Auge dir Anlass zur Suende gibt, so wirf es weg! Es
ist besser fuer dich, einaeugig in das Reich Gottes einzugehen,
als mit zwei Augen in die Hoelle des Feuers geworfen zu werden,
9.48 `wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
9.49 Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. 9.50 Das
Salz ist gut; wenn aber das Salz salzlos geworden ist, womit
wollt ihr es wuerzen? Habt Salz in euch selbst, und haltet
Frieden untereinander!
10 Ehe und Ehescheidung.
Mt 19,1-12.

10.1 Und er brach von dort auf und kommt in das Gebiet von
Judaea und jenseits des Jordan. Und wieder kommen Volksmengen bei
ihm zusammen, und wie er gewohnt war, lehrte er sie wieder.
10.2 Und es traten Pharisaeer zu [ihm] und fragten ihn, um ihn
zu versuchen: Ist es einem Mann erlaubt, [seine] Frau zu
entlassen? 10.3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was
hat euch Mose geboten? 10.4 Sie aber sagten: Mose hat
gestattet, einen Scheidebrief zu schreiben und zu entlassen.
10.5 Jesus aber sprach zu ihnen: Wegen eurer Herzenshaertigkeit
hat er euch dieses Gebot geschrieben; 10.6 von Anfang der
Schoepfung an aber hat er sie als Mann und Weib geschaffen.
10.7 `Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter
verlassen, 10.8 und die zwei werden ein Fleisch sein; daher
sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. 10.9 Was nun
Gott zusammengefuegt hat, soll ein Mensch nicht scheiden. 10.10
Und im Hause befragten ihn die Juenger deswegen noch einmal;
10.11 und er spricht zu ihnen: Wer seine Frau entlaesst und eine
andere heiratet, begeht Ehebruch gegen sie. 10.12 Und wenn sie
ihren Mann entlaesst und einen anderen heiratet, begeht sie
Ehebruch.
Jesus und die Kinder.
Mt 19,13-15; Lk 18,15-17.

10.13 Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anruehrte.
Die Juenger aber fuhren sie an. 10.14 Als aber Jesus es sah,
wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir
kommen! Wehrt ihnen nicht, denn solchen gehoert das Reich Gottes.
10.15 Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht
aufnimmt wie ein Kind, wird dort nicht hineinkommen. 10.16 Und
er nahm sie auf seine Arme, legte die Haende auf sie und segnete
sie.
Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben.
Mt 19,16-30; Lk 18,18-30.

10.17 Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herbei,
fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll
ich tun, damit ich ewiges Leben erbe? 10.18 Jesus aber sprach
zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer,
Gott. 10.19 Die Gebote weisst du: `Du sollst nicht toeten; du
sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst
nicht falsches Zeugnis reden; du sollst nichts vorenthalten;
ehre deinen Vater und deine Mutter! 10.20 Er aber sagte zu
ihm: Lehrer, dies alles habe ich befolgt von meiner Jugend an.
10.21 Jesus aber blickte ihn an, gewann ihn lieb und sprach zu
ihm: Eins fehlt dir; geh hin, verkaufe alles, was du hast, und
gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und
komm, folge mir nach! 10.22 Er aber ging, entsetzt ueber das
Wort, traurig weg, denn er hatte viele Gueter. 10.23 Und Jesus
blickte umher und spricht zu seinen Juengern: Wie schwer werden
die, welche Gueter haben, in das Reich Gottes hineinkommen!
10.24 Die Juenger aber erschraken ueber seine Worte. Jesus aber
antwortete wieder und spricht zu ihnen: Kinder, wie schwer ist
es, in das Reich Gottes hineinzukommen! 10.25 Es ist leichter,
dass ein Kamel durch das Oehr der Nadel geht, als dass ein Reicher
in das Reich Gottes hineinkommt. 10.26 Sie aber gerieten ganz
ausser sich und sprachen zueinander: Und wer kann [dann] errettet
werden? 10.27 Jesus aber sah sie an und spricht: Bei Menschen
ist es unmoeglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle
Dinge moeglich. 10.28 Petrus begann und sagte zu ihm: Siehe,
wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. 10.29
Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Da ist niemand, der Haus
oder Brueder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder
oder Aecker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums
willen, 10.30 der nicht hundertfach empfaengt, jetzt in dieser
Zeit Haeuser und Brueder und Schwestern und Muetter und Kinder und
Aecker unter Verfolgungen und in dem kommenden Zeitalter ewiges
Leben. 10.31 Aber viele Erste werden Letzte und Letzte Erste
sein.
Dritte Leidensankuendigung.
Mt 20,17-19; Lk 18,31-34.

10.32 Sie waren aber auf dem Weg und gingen hinauf nach
Jerusalem, und Jesus ging vor ihnen her; und sie erschraken. Die
ihm aber nachfolgten, fuerchteten sich. Und er nahm wieder die
Zwoelf zu sich und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren
sollte: 10.33 Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der
Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und den
Schriftgelehrten ueberliefert werden; und sie werden ihn zum Tod
verurteilen und werden ihn den Nationen ueberliefern; 10.34 und
sie werden ihn verspotten und ihn anspeien und ihn geisseln und
toeten; und nach drei Tagen wird er auferstehen.
Wahre Groesse im Reich Gottes.
Mt 20,20-28.

10.35 Und es treten zu ihm Jakobus und Johannes, die Soehne des
Zebedaeus, und sagen zu ihm: Lehrer, wir wollen, dass du uns tust,
um was wir dich bitten werden. 10.36 Er aber sprach zu ihnen:
Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? 10.37 Sie aber sprachen
zu ihm: Gib uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu
deiner Linken sitzen in deiner Herrlichkeit. 10.38 Jesus aber
sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Koennt ihr
den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft
werden, mit der ich getauft werde? 10.39 Sie aber sprachen zu
ihm: Wir koennen es. Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den
ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich
getauft werde, werdet ihr getauft werden; 10.40 aber das
Sitzen zu meiner Rechten oder Linken zu vergeben, steht nicht
bei mir, sondern [ist fuer die], denen es bereitet ist. 10.41
Und als die Zehn es hoerten, fingen sie an, unwillig zu werden
ueber Jakobus und Johannes. 10.42 Und Jesus rief sie zu sich
und spricht zu ihnen: Ihr wisst, dass die, welche als Regenten der
Nationen gelten, sie beherrschen und ihre Grossen Gewalt gegen
sie ueben. 10.43 So aber ist es nicht unter euch; sondern wer
unter euch gross werden will, soll euer Diener sein; 10.44 und
wer von euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein.
10.45 Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um
bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben
als Loesegeld fuer viele.
Heilung des blinden Bartimaeus.
Mt 20,29-34; Lk 18,35-43; vgl. Kap. 8,22-26; Mt 9,27-31.

10.46 Und sie kommen nach Jericho. Und als er und seine Juenger
und eine grosse Volksmenge aus Jericho hinausgingen, sass der Sohn
des Timaeus, Bartimaeus, ein blinder Bettler, am Weg. 10.47 Und
als er hoerte, dass es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu
schreien und zu sagen: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!
10.48 Und viele bedrohten ihn, dass er schweigen sollte; er
aber schrie um so mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
10.49 Und Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn! Und sie
rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei guten Mutes! Steh auf,
er ruft dich! 10.50 Er aber warf sein Gewand ab, sprang auf
und kam zu Jesus. 10.51 Und Jesus begann und spricht zu ihm:
Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde aber sprach zu
ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. 10.52 Und Jesus sprach zu
ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt! Und sogleich wurde
er sehend und folgte ihm auf dem Weg nach.
11 Einzug in Jerusalem.
Mt 21,1-11; Lk 19,28-44; Joh 12,12-19.

11.1 Und als sie sich Jerusalem, Bethphage und Bethanien gegen
den Oelberg hin naehern, sendet er zwei seiner Juenger 11.2 und
spricht zu ihnen: Geht in das Dorf, das euch gegenueberliegt; und
sogleich, wenn ihr dort hineinkommt, werdet ihr ein Fohlen
angebunden finden, auf dem noch kein Mensch gesessen hat. Bindet
es los und fuehrt es her! 11.3 Und wenn jemand zu euch sagt:
Warum tut ihr dies? so sagt: Der Herr braucht es und sendet es
gleich wieder hierher. 11.4 Und sie gingen hin und fanden ein
Fohlen angebunden an der Tuer draussen auf dem Weg, und sie binden
es los. 11.5 Und einige von denen, die dort standen, sagten zu
ihnen: Was tut ihr, dass ihr das Fohlen losbindet? 11.6 Sie
aber sprachen zu ihnen, wie Jesus gesagt hatte. Und sie liessen
sie [gewaehren]. 11.7 Und sie fuehrten das Fohlen zu Jesus und
legten ihm ihre Kleider auf, und er setzte sich darauf. 11.8
Und viele breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere aber
Zweige, die sie auf den Feldern abschnitten; 11.9 und die
Vorangehenden und die Nachfolgenden riefen: Hosanna! Gepriesen
[sei], der da kommt im Namen des Herrn! 11.10 Gepriesen sei
das kommende Reich unseres Vaters David! Hosanna in der Hoehe!
11.11 Und er zog in Jerusalem ein, in den Tempel. Und als er
ueber alles umhergeblickt hatte, ging er, da es schon spaet an der
Zeit war, mit den Zwoelfen nach Bethanien hinaus.
Verfluchung des Feigenbaumes.
Mt 21,18.19.

11.12 Und als sie am folgenden Tag von Bethanien weggegangen
waren, hungerte ihn. 11.13 Und er sah von weitem einen
Feigenbaum, der Blaetter hatte, und er ging hin, ob er wohl etwas
an ihm faende, und als er zu ihm kam, fand er nichts als Blaetter,
denn es war nicht die Zeit der Feigen. 11.14 Und er begann und
sprach zu ihm: Nimmermehr in Ewigkeit soll jemand Frucht von dir
essen! Und seine Juenger hoerten es.
Tempelreinigung.
Mt 21,12-17; Lk 19,45-48; vgl. Joh 2,13-17.

11.15 Und sie kommen nach Jerusalem. Und er trat in den Tempel
und begann die hinauszutreiben, die im Tempel verkauften und
kauften; und die Tische der Wechsler und die Sitze der
Taubenverkaeufer stiess er um. 11.16 Und er erlaubte nicht, dass
jemand ein Geraet durch den Tempel trug. 11.17 Und er lehrte
und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: `Mein Haus wird
ein Bethaus genannt werden fuer alle Nationen? Ihr aber habt es
zu einer `Raeuberhoehle gemacht. 11.18 Und die Hohenpriester und
die Schriftgelehrten hoerten es und suchten, wie sie ihn
umbringen koennten; sie fuerchteten ihn naemlich, denn die ganze
Volksmenge geriet ausser sich ueber seine Lehre. 11.19 Und wenn
es Abend wurde, gingen sie zur Stadt hinaus.

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