Seite 4 von 9 1 2 3 4 5 6 7 8 9 | | 8 Speisung der Viertausend. | Mt 15,32-39; vgl. Kap. 6,30-44; Mt 14,13-21; Lk 9,10-17; Joh
6,1-14.
8.1 Als in jenen Tagen wieder eine grosse Volksmenge da war und
nichts zu essen hatte, rief er seine Juenger zu sich und spricht
zu ihnen: 8.2 Ich bin innerlich bewegt ueber die Volksmenge,
denn schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts zu
essen; 8.3 und wenn ich sie hungrig nach Hause entlasse, so
werden sie auf dem Weg verschmachten; und einige von ihnen sind
von weither. 8.4 Und seine Juenger antworteten ihm: Woher wird
jemand diese hier in der Einoede mit Brot saettigen koennen? 8.5
Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sagten:
Sieben. 8.6 Und er gebietet der Volksmenge, sich auf der Erde
zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und
gab sie den Juengern, damit sie vorlegten; und sie legten der
Volksmenge vor. 8.7 Und sie hatten einige kleine Fische; und
er segnete sie und liess auch sie vorlegen. 8.8 Und sie assen
und wurden gesaettigt; und sie hoben auf, was an Brocken
uebrigblieb, sieben Koerbe. 8.9 Es waren aber etwa viertausend;
und er entliess sie. | | |
| | Zeichenforderung - Warnung vor dem Sauerteig der Pharisaeer und des Herodes. | Mt 16,1-12.
8.10 Und er stieg sogleich mit seinen Juengern in das Schiff
und kam in die Gegend von Dalmanutha. 8.11 Und die Pharisaeer
kamen heraus und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie von
ihm ein Zeichen vom Himmel begehrten, um ihn zu versuchen.
8.12 Und er seufzte auf in seinem Geist und spricht: Was
begehrt dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch:
Nimmermehr wird diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben werden!
8.13 Und er liess sie [stehen], stieg wieder in das Schiff und
fuhr an das jenseitige Ufer.
8.14 Und sie vergassen, Brote mitzunehmen, und ausser einem Brot
hatten sie nichts bei sich auf dem Schiff. 8.15 Und er gebot
ihnen und sprach: Sehet zu, huetet euch vor dem Sauerteig der
Pharisaeer und dem Sauerteig des Herodes. 8.16 Und sie
ueberlegten miteinander: Weil wir keine Brote haben. 8.17 Und
er erkannte es und spricht zu ihnen: Was ueberlegt ihr, weil ihr
keine Brote habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr
nicht? Habt ihr euer Herz verhaertet? 8.18 Augen habt ihr und
seht nicht? Und Ohren habt ihr und hoert nicht? Und erinnert ihr
euch nicht, 8.19 als ich die fuenf Brote unter die Fuenftausend
brach, wie viele Handkoerbe voll Brocken ihr aufgehoben habt? Sie
sagen zu ihm: Zwoelf. 8.20 Als [ich] die sieben unter die
Viertausend [brach], wieviele Koerbe voll Brocken habt ihr
aufgehoben? Und sie sagen: Sieben. 8.21 Und er sprach zu
ihnen: Versteht ihr noch nicht? | | |
| | Heilung eines Blinden. | vgl. Kap. 10,46-52; Mt 9,27-31; 20,29-34; Lk 18,35-43.
8.22 Und sie kommen nach Bethsaida; und sie bringen ihm einen
Blinden und bitten ihn, dass er ihn anruehre. 8.23 Und er fasste
den Blinden bei der Hand und fuehrte ihn aus dem Dorf hinaus; und
als er in seine Augen gespien [und] ihm die Haende aufgelegt
hatte, fragte er ihn, ob er etwas sehe. 8.24 Und er blickte
auf und sagte: Ich sehe die Menschen, denn ich sehe sie wie
Baeume umhergehen. 8.25 Dann legte er wieder die Haende auf
seine Augen, und er sah deutlich, und er war wiederhergestellt
und sah alles klar. 8.26 Und er schickte ihn nach seinem Haus
und sprach: Auch nicht ins Dorf sollst du gehen! | | |
| | Das Bekenntnis des Petrus. | Mt 16,13-20; Lk 9,18-21.
8.27 Und Jesus und seine Juenger gingen hinaus in die Doerfer
von Caesarea Philippi. Und auf dem Weg fragte er seine Juenger und
sprach zu ihnen: Was sagen die Menschen, wer ich bin? 8.28 Sie
aber antworteten ihm und sagten: Johannes der Taeufer; und
andere: Elia; andere aber: einer der Propheten. 8.29 Und er
fragte sie: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Petrus aber
antwortet und spricht zu ihm: Du bist der Christus. 8.30 Und
er redete ihnen ernstlich zu, dass sie mit niemandem ueber ihn
reden sollten. | | |
| | Erste Leidensankuendigung - Bedingungen der Nachfolge. | Mt 16,21-28; Lk 9,22-27.
8.31 Und er fing an, sie zu lehren, dass der Sohn des Menschen
vieles leiden und verworfen werden muesse von den Aeltesten und
Hohenpriestern und Schriftgelehrten und dass er getoetet werden
und nach drei Tagen auferstehen muesse. 8.32 Und er redete das
Wort mit Offenheit. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an,
ihn zu tadeln. 8.33 Er aber wandte sich um und sah seine
Juenger und tadelte Petrus und sagte: Geh weg hinter mich, Satan!
Denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was
der Menschen ist. 8.34 Und als er die Volksmenge samt seinen
Juengern herzugerufen hatte, sprach er zu ihnen: Wenn jemand mir
nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz
auf und folge mir nach. 8.35 Denn wer sein Leben erretten
will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um
meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es
erretten. 8.36 Denn was nuetzt es einem Menschen, die ganze
Welt zu gewinnen und sein Leben einzubuessen? 8.37 Denn was
koennte ein Mensch als Loesegeld fuer sein Leben geben? 8.38 Denn
wer sich meiner und meiner Worte schaemt unter diesem
ehebrecherischen und suendigen Geschlecht, dessen wird sich auch
der Sohn des Menschen schaemen, wenn er kommen wird in der
Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. | | |
| | 9 | 9.1 Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es sind
einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken
werden, bis sie das Reich Gottes in Kraft haben kommen sehen. | | |
| | Die Verklaerung Jesu. | Mt 17,1-13; Lk 9,28-36; 2Petr 1,16-18.
9.2 Und nach sechs Tagen nimmt Jesus Petrus und Jakobus und
Johannes mit und fuehrt sie fuer sich allein auf einen hohen Berg.
Und er wurde vor ihnen umgestaltet; 9.3 und seine Kleider
wurden glaenzend, sehr weiss, so wie kein Walker auf der Erde weiss
machen kann. 9.4 Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie
unterredeten sich mit Jesus. 9.5 Und Petrus begann und sagte
zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind; und wir wollen
drei Huetten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine. 9.6
Er wusste naemlich nicht, was er sagen sollte, denn sie waren voll
Furcht. 9.7 Und es kam eine Wolke, die sie ueberschattete; und
eine Stimme kam aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn,
ihn hoert! 9.8 Und ploetzlich, als sie sich umblickten, sahen
sie niemand mehr bei sich ausser Jesus allein.
9.9 Und als sie von dem Berg herabstiegen, gebot er ihnen, dass
sie niemand erzaehlen sollten, was sie gesehen hatten, ehe nicht
der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden sei. 9.10 Und
sie hielten das Wort fest und besprachen sich untereinander: Was
ist das: aus den Toten auferstehen? 9.11 Und sie fragten ihn
und sprachen: Warum sagen die Schriftgelehrten, dass Elia zuerst
kommen muesse? 9.12 Er aber sprach zu ihnen: Elia kommt zwar
zuerst und stellt alle Dinge wieder her. Und wie steht ueber den
Sohn des Menschen geschrieben? Dass er vieles leiden und fuer
nichts geachtet werden soll. 9.13 Aber ich sage euch: Auch
Elia ist gekommen, und sie haben ihm getan, was sie wollten, so
wie ueber ihn geschrieben steht. | | |
| | Heilung eines Fallsuechtigen. | Mt 17,14-21; Lk 9,37-43.
9.14 Und als er zu den Juengern kam, sah er eine grosse
Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die mit ihnen
stritten. 9.15 Und sobald die ganze Volksmenge ihn sah,
erstaunte sie sehr; und sie liefen herbei und begruessten ihn.
9.16 Und er fragte sie: Worueber streitet ihr mit ihnen? 9.17
Und einer aus der Volksmenge antwortete ihm: Lehrer, ich habe
meinen Sohn zu dir gebracht, der einen stummen Geist hat; 9.18
und wo er ihn auch ergreift, zerrt er ihn zu Boden, und er
schaeumt und knirscht mit den Zaehnen und wird starr. Und ich
sagte deinen Juengern, dass sie ihn austreiben moechten, und sie
konnten es nicht. 9.19 Er aber antwortete ihnen und spricht: O
unglaeubiges Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis
wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn zu mir! 9.20 Und sie
brachten ihn zu ihm. Und als der Geist ihn sah, zerrte er ihn
sogleich; und er fiel zur Erde, waelzte sich und schaeumte. 9.21
Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist es her, dass ihm dies
geschehen ist? Er aber sagte: Von Kindheit an; 9.22 und oft
hat er ihn bald ins Feuer, bald ins Wasser geworfen, um ihn
umzubringen, aber wenn du etwas kannst, so habe Erbarmen mit uns
und hilf uns! 9.23 Jesus aber sprach zu ihm: `Wenn du das
kannst? Dem Glaubenden ist alles moeglich. 9.24 Sogleich schrie
der Vater des Kindes und sagte: Ich glaube. Hilf meinem
Unglauben! 9.25 Als aber Jesus sah, dass eine Volksmenge
zusammenlaeuft, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm:
Du stummer und tauber Geist, ich gebiete dir: fahre von ihm aus,
und fahre nicht mehr in ihn hinein! 9.26 Und er schrie und
zerrte [ihn] heftig und fuhr aus; und er wurde wie tot, so dass
die meisten sagten: Er ist gestorben. 9.27 Jesus aber nahm ihn
bei der Hand, richtete ihn auf, und er stand auf.
9.28 Und als er in ein Haus gegangen war, fragten ihn seine
Juenger allein: Warum haben wir ihn nicht austreiben koennen?
9.29 Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts
ausfahren als nur durch Gebet. | | |
| | Zweite Leidensankuendigung. | Mt 17,22.23; Lk 9,43-45.
9.30 Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galilaea; und
er wollte nicht, dass es jemand erfuhr. 9.31 Denn er lehrte
seine Juenger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird
ueberliefert in der Menschen Haende, und sie werden ihn toeten; und
nachdem er getoetet worden ist, wird er nach drei Tagen
auferstehen. 9.32 Sie aber verstanden die Rede nicht und
fuerchteten sich, ihn zu fragen. | | |
| | Massstaebe fuer wahre Groesse und den Dienst im Reich Gottes. | Mt 18,1-5; Lk 9,46-48.
9.33 Und sie kamen nach Kapernaum, und als er im Hause war,
fragte er sie: Was habt ihr unterwegs besprochen? 9.34 Sie
aber schwiegen; denn sie hatten sich auf dem Weg untereinander
besprochen, wer der Groesste sei. 9.35 Und er setzte sich, rief
die Zwoelf, und er spricht zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein
will, soll er der Letzte von allen und aller Diener sein. 9.36
Und er nahm ein Kind und stellte es in ihre Mitte; und er nahm
es in seine Arme und sprach zu ihnen: 9.37 Wer eins von
solchen Kindern aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt mich auf;
und wer mich aufnehmen wird, nimmt nicht mich auf, sondern den,
der mich gesandt hat.
Lk 9,49.50.
9.38 Johannes sagte zu ihm: Lehrer, wir sahen jemand, der uns
nicht nachfolgt, Daemonen austreiben in deinem Namen; und wir
wehrten ihm, weil er uns nicht nachfolgt. 9.39 Jesus aber
sprach: Wehrt ihm nicht, denn es ist niemand, der ein Wunder in
meinem Namen tun und bald darauf schlecht von mir reden kann.
9.40 Denn wer nicht gegen uns ist, ist fuer uns. 9.41 Denn
wer euch einen Becher Wasser zu trinken geben wird in [meinem]
Namen, weil ihr Christus angehoert, wahrlich, ich sage euch: er
wird seinen Lohn nicht verlieren. | | |
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