Seite 9 von 13 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 | | Gesetz und Evangelium. | 16.14 Dies alles hoerten aber auch die Pharisaeer, die
geldliebend waren, und sie verhoehnten ihn. 16.15 Und er sprach
zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den
Menschen, Gott aber kennt eure Herzen; denn was unter den
Menschen hoch ist, ist ein Greuel vor Gott. 16.16 Das Gesetz
und die Propheten [gehen] bis auf Johannes; von da an wird das
Evangelium des Reiches Gottes verkuendigt, und jeder dringt mit
Gewalt hinein. 16.17 Es ist aber leichter, dass der Himmel und
die Erde vergehen, als dass ein Strichlein des Gesetzes wegfalle.
16.18 Jeder, der seine Frau entlaesst und eine andere heiratet,
begeht Ehebruch; und jeder, der die von einem Mann Entlassene
heiratet, begeht Ehebruch. | | |
| | Der reiche Mann und der arme Lazarus. | 16.19 Es war aber ein reicher Mann, und er kleidete sich in
Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage froehlich und in
Prunk. 16.20 Ein Armer aber, mit Namen Lazarus, lag an dessen
Tor, voller Geschwuere, 16.21 und er begehrte, sich mit den
Abfaellen vom Tisch des Reichen zu saettigen; aber auch die Hunde
kamen und leckten seine Geschwuere. 16.22 Es geschah aber, dass
der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoss getragen
wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. 16.23
Und als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war,
sieht er Abraham von fern und Lazarus in seinem Schoss. 16.24
Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und
sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser
tauche und meine Zunge kuehle; denn ich leide Pein in dieser
Flamme. 16.25 Abraham aber sprach: Kind, gedenke, dass du dein
Gutes voellig empfangen hast in deinem Leben und Lazarus ebenso
das Boese; jetzt aber wird er hier getroestet, du aber leidest
Pein. 16.26 Und zu diesem allen ist zwischen uns und euch eine
grosse Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch
hinuebergehen wollen, es nicht koennen, noch die, welche von dort
zu uns herueberkommen wollen. 16.27 Er sprach aber: Ich bitte
dich nun, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest,
16.28 denn ich habe fuenf Brueder, dass er ihnen ernstlich
Zeugnis gebe, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual
kommen. 16.29 Abraham aber spricht zu ihm: Sie haben Mose und
die Propheten; moegen sie die hoeren. 16.30 Er aber sprach:
Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen
geht, so werden sie Busse tun. 16.31 Er sprach aber zu ihm:
Wenn sie Mose und die Propheten nicht hoeren, so werden sie auch
nicht ueberzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht. | | |
| | 17 Warnung vor Verfuehrung zur Suende - Ermahnungen vom Vergeben, Glauben und Dienen. | 17.1 Er sprach aber zu seinen Juengern: Es ist unmoeglich, dass
nicht Verfuehrungen kommen. Wehe aber dem, durch den sie kommen!
17.2 Es waere ihm nuetzlicher, wenn ein Muehlstein um seinen Hals
gelegt und er ins Meer geworfen wuerde, als dass er einem dieser
Kleinen Anlass zur Suende gaebe!
17.3 Habt acht auf euch selbst: Wenn dein Bruder suendigt, so
weise ihn zurecht, und wenn er es bereut, so vergib ihm. 17.4
Und wenn er siebenmal am Tag an dir suendigt und siebenmal zu dir
umkehrt und spricht: Ich bereue es, so sollst du ihm vergeben.
17.5 Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Mehre uns den
Glauben! 17.6 Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie
ein Senfkorn, so wuerdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen:
Entwurzele dich und pflanze dich ins Meer! Und er wuerde euch
gehorchen.
17.7 Wer aber von euch, der einen Sklaven hat, der pfluegt oder
huetet, wird zu ihm, wenn er vom Feld hereinkommt, sagen: Komm
und leg dich sogleich zu Tisch? 17.8 Wird er nicht vielmehr zu
ihm sagen: Richte zu, was ich zu Abend essen soll, und guerte
dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; und
danach sollst du essen und trinken? 17.9 Dankt er etwa dem
Sklaven, dass er das Befohlene getan hat? Ich meine nicht.
17.10 So sprecht auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch
befohlen ist: Wir sind unnuetze Sklaven; wir haben getan, was wir
zu tun schuldig waren. | | |
| | Heilung von zehn Aussaetzigen. | 17.11 Und es geschah, als er nach Jerusalem reiste, dass er
mitten durch Samaria und Galilaea ging. 17.12 Und als er in ein
Dorf einzog, begegneten ihm zehn aussaetzige Maenner, die von fern
standen. 17.13 Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen:
Jesus, Meister, erbarme dich unser! 17.14 Und als er [sie]
sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern!
Und es geschah, waehrend sie hingingen, wurden sie gereinigt.
17.15 Einer aber von ihnen kehrte zurueck, als er sah, dass er
geheilt war, und verherrlichte Gott mit lauter Stimme; 17.16
und er fiel aufs Angesicht zu seinen Fuessen und dankte ihm; und
das war ein Samariter. 17.17 Jesus aber antwortete und sprach:
Sind nicht die Zehn gereinigt worden? Wo sind die Neun? 17.18
Haben sich sonst keine gefunden, die zurueckkehrten, um Gott Ehre
zu geben, ausser diesem Fremdling? 17.19 Und er sprach zu ihm:
Steh auf und geh hin! Dein Glaube hat dich gerettet. | | |
| | Das Reich Gottes und der Tag des Menschensohnes. | V. 22-36: vgl. Mt 24,17.18.23-28.37-41.
17.20 Und als er von den Pharisaeern gefragt wurde: Wann kommt
das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich
Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten koennte; 17.21
noch wird man sagen: Siehe hier! Oder: Siehe dort! Denn siehe,
das Reich Gottes ist mitten unter euch. 17.22 Er sprach aber
zu den Juengern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet,
einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet
[ihn] nicht sehen. 17.23 Und man wird zu euch sagen: Siehe
hier! oder: Siehe dort! Geht nicht hin, folgt auch nicht.
17.24 Denn wie der Blitz blitzend leuchtet von einem [Ende]
unter dem Himmel bis zum anderen [Ende] unter dem Himmel, so
wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag. 17.25 Vorher
aber muss er vieles leiden und verworfen werden von diesem
Geschlecht. 17.26 Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so
wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: 17.27
sie assen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet
bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und
alle umbrachte. 17.28 Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen
Lots: sie assen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie
pflanzten, sie bauten; 17.29 an dem Tag aber, da Lot von Sodom
ausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte
alle um. 17.30 Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des
Menschen geoffenbart wird. 17.31 An jenem Tag - wer auf dem
Dach sein wird und sein Geraet im Haus hat, der steige nicht
hinab, um es zu holen; und wer auf dem Feld ist, wende sich
ebensowenig zurueck. 17.32 Gedenkt an Lots Frau! 17.33 Wer
sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es
verliert, wird es erhalten. 17.34 Ich sage euch: In jener
Nacht werden zwei auf einem Bett sein; einer wird genommen und
der andere gelassen werden. 17.35 Zwei werden zusammen mahlen,
die eine wird genommen, die andere gelassen werden. 17.36 Und
sie antworten und sagen zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu
ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich auch die Adler. | | |
| | 18 Gleichnis vom ungerechten Richter. | 18.1 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafuer, dass sie
allezeit beten und nicht ermatten sollten, 18.2 und sprach: Es
war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fuerchtete und vor
keinem Menschen sich scheute. 18.3 Es war aber eine Witwe in
jener Stadt; und sie kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht
gegenueber meinem Widersacher. 18.4 Und eine Zeitlang wollte er
nicht; danach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott
nicht fuerchte und vor keinem Menschen mich scheue, 18.5 so
will ich doch, weil diese Witwe mir Muehe macht, ihr Recht
verschaffen, dass sie nicht am Ende komme und mir ins Gesicht
fahre. 18.6 Der Herr aber sprach: Hoert, was der ungerechte
Richter sagt. 18.7 Gott aber, sollte er das Recht seiner
Auserwaehlten nicht ausfuehren, die Tag und Nacht zu ihm schreien,
und sollte er es bei ihnen lange hinziehen? 18.8 Ich sage
euch, dass er ihr Recht ohne Verzug ausfuehren wird. Doch wird
wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden
auf der Erde? | | |
| | Gleichnis vom Pharisaeer und Zoellner. | 18.9 Er sprach aber auch zu einigen, die auf sich selbst
vertrauten, dass sie gerecht seien, und die uebrigen fuer nichts
achteten, dieses Gleichnis: 18.10 Zwei Menschen gingen hinauf
in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisaeer und der
andere ein Zoellner. 18.11 Der Pharisaeer stand und betete bei
sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die
uebrigen der Menschen: Raeuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch
wie dieser Zoellner. 18.12 Ich faste zweimal in der Woche, ich
verzehnte alles, was ich erwerbe. 18.13 Und der Zoellner stand
von fern und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel,
sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem
Suender, gnaedig! 18.14 Ich sage euch: Dieser ging
gerechtfertigt hinab in sein Haus im Gegensatz zu jenem; denn
jeder, der sich selbst erhoeht, wird erniedrigt werden; wer aber
sich selbst erniedrigt, wird erhoeht werden. | | |
| | Jesus und die Kinder. | Mt 19,13-15; Mk 10,13-16.
18.15 Sie brachten aber auch die [kleinen] Kinder zu ihm, dass
er sie anruehre. Als aber die Juenger es sahen, fuhren sie sie an.
18.16 Jesus aber rief sie herbei und sprach: Lasst die Kinder
zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solchen gehoert das
Reich Gottes. 18.17 Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich
Gottes nicht aufnehmen wird wie ein Kind, wird nicht
hineinkommen. | | |
| | Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben. | Mt 19,16-30; Mk 10,17-31.
18.18 Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Lehrer,
was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? 18.19 Jesus
aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als
nur einer, Gott. 18.20 Die Gebote weisst du: `Du sollst nicht
ehebrechen; du sollst nicht toeten; du sollst nicht stehlen; du
sollst nicht falsches Zeugnis geben; ehre deinen Vater und deine
Mutter. 18.21 Er aber sprach: Dies alles habe ich befolgt von
meiner Jugend an. 18.22 Als aber Jesus dies hoerte, sprach er
zu ihm: Eins fehlt dir noch: verkaufe alles, was du hast, und
verteile es an die Armen, und du wirst einen Schatz in den
Himmeln haben, und komm, folge mir nach! 18.23 Als er aber
dies hoerte, wurde er sehr betruebt, denn er war sehr reich.
18.24 Als aber Jesus sah, dass er sehr betruebt wurde, sprach
er: Wie schwer werden die, welche Gueter haben, in das Reich
Gottes kommen! 18.25 Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch
ein Nadeloehr eingeht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes
kommt. 18.26 Es sprachen aber, die es hoerten: Und wer kann
[dann] errettet werden? 18.27 Er aber sprach: Was bei Menschen
unmoeglich ist, ist moeglich bei Gott. 18.28 Petrus aber sprach:
Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
18.29 Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist
niemand, der Haus oder Eltern oder Brueder oder Frau oder Kinder
verlassen hat um des Reiches Gottes willen, 18.30 der nicht
Vielfaeltiges empfangen wird in dieser Zeit und in dem kommenden
Zeitalter ewiges Leben. | | |
| | Dritte Leidensankuendigung. | Mt 20,17-19; Mk 10,32-34.
18.31 Er nahm aber die Zwoelf zu sich und sprach zu ihnen:
Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles
vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des
Menschen hin geschrieben ist; 18.32 denn er wird den Nationen
ueberliefert werden und wird verspottet und geschmaeht und
angespien werden; 18.33 und wenn sie ihn gegeisselt haben,
werden sie ihn toeten, und am dritten Tag wird er auferstehen.
18.34 Und sie verstanden nichts von diesen Dingen, und dieses
Wort war vor ihnen verborgen, und sie begriffen das Gesagte
nicht. | | |
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