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10 Aussendung der siebzig Juenger.
vgl. Kap. 9,1-6; Mt 10,5-15; Mk 6,7-13.

10.1 Nach diesem aber bestellte der Herr auch siebzig andere
und sandte sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt
und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte. 10.2 Er sprach
aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist gross, der Arbeiter aber sind
wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende
in seine Ernte. 10.3 Geht hin! Siehe, ich sende euch wie
Laemmer mitten unter Woelfe. 10.4 Tragt weder Boerse noch Tasche
noch Sandalen, und gruesst niemand auf dem Weg. 10.5 In welches
Haus ihr aber eintretet, sprecht zuerst: Friede diesem Haus!
10.6 Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer
Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird er zu euch
zurueckkehren. 10.7 In diesem Haus aber bleibt, und esst und
trinkt, was sie haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert.
Geht nicht aus einem Haus in ein anderes. 10.8 Und in welche
Stadt ihr kommt, und sie nehmen euch auf, [da] esst, was euch
vorgesetzt wird, 10.9 und heilt die Kranken darin und sprecht
zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen. 10.10 In
welche Stadt ihr aber gekommen seid, und sie nehmen euch nicht
auf, [da] geht hinaus auf ihre Strassen und sprecht: 10.11 Auch
den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Fuessen haengt, schuetteln
wir gegen euch ab; doch dies wisst, dass das Reich Gottes nahe
gekommen ist. 10.12 Ich sage euch, dass es Sodom an jenem Tag
ertraeglicher ergehen wird als jener Stadt.
Weherufe ueber unbussfertige Staedte.
Mt 11,20-24.

10.13 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in
Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen waeren, die unter euch
geschehen sind, laengst haetten sie, in Sack und Asche sitzend,
Busse getan. 10.14 Doch Tyrus und Sidon wird es ertraeglicher
ergehen im Gericht als euch. 10.15 Und du, Kapernaum, die du
bis zum Himmel erhoeht worden bist, bis zum Hades wirst du
hinabgestossen werden. 10.16 Wer euch hoert, hoert mich; und wer
euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft
den, der mich gesandt hat.
Rueckkehr der Siebzig - Lobpreis des Vaters.
Mt 11,25-27.

10.17 Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurueck und
sprachen: Herr, auch die Daemonen sind uns untertan in deinem
Namen. 10.18 Er sprach aber zu ihnen: Ich schaute den Satan
wie einen Blitz vom Himmel fallen. 10.19 Siehe, ich gebe euch
die Macht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und ueber die
ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie schaden.
10.20 Doch darueber freut euch nicht, dass euch die Geister
untertan sind; freut euch aber, dass eure Namen in den Himmeln
angeschrieben sind. 10.21 In dieser Stunde frohlockte Jesus im
Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und
der Erde, dass du dies vor Weisen und Verstaendigen verborgen hast
und hast es Unmuendigen geoffenbart. Ja, Vater, denn so war es
wohlgefaellig vor dir. 10.22 Alles ist mir uebergeben von meinem
Vater; und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater;
und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn [ihn]
offenbaren will. 10.23 Und er wandte sich zu den Juengern
allein und sprach: Glueckselig die Augen, die sehen, was ihr
seht! 10.24 Denn ich sage euch, dass viele Propheten und Koenige
begehrt haben, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht
gesehen, und zu hoeren, was ihr hoert, und haben es nicht gehoert.
Der barmherzige Samariter.
vgl. Mt 22,34-40; Mk 12,28-34.

10.25 Und siehe, ein Gesetzesgelehrter stand auf und versuchte
ihn und sprach: Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben
zu erben? 10.26 Er aber sprach zu ihm: Was steht in dem Gesetz
geschrieben? Wie liest du? 10.27 Er aber antwortete und
sprach: `Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem
ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen
Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Naechsten wie
dich selbst. 10.28 Er sprach aber zu ihm: Du hast recht
geantwortet; tu dies, und du wirst leben. 10.29 Indem er aber
sich selbst rechtfertigen wollte, sprach er zu Jesus: Und wer
ist mein Naechster? 10.30 Jesus aber erwiderte und sprach: Ein
Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter
Raeuber, die ihn auch auszogen und ihm Schlaege versetzten und
weggingen und ihn halbtot liegen liessen. 10.31 Von ungefaehr
aber ging ein Priester jenen Weg hinab; und als er ihn sah, ging
er an der entgegengesetzten Seite vorueber. 10.32 Ebenso aber
kam auch ein Levit, der an den Ort gelangte und sah [ihn] und
ging an der entgegengesetzten Seite vorueber. 10.33 Aber ein
Samariter, der auf der Reise war, kam zu ihm hin; und als er ihn
sah, wurde er innerlich bewegt; 10.34 und er trat hinzu und
verband seine Wunden und goss Oel und Wein darauf; und er setzte
ihn auf sein eigenes Tier und fuehrte ihn in eine Herberge und
trug Sorge fuer ihn. 10.35 Und am folgenden Morgen zog er zwei
Denare heraus und gab sie dem Wirt und sprach: Trage Sorge fuer
ihn; und was du noch dazu verwenden wirst, werde ich dir
bezahlen, wenn ich zurueckkomme. 10.36 Was meinst du, wer von
diesen dreien der Naechste dessen gewesen ist, der unter die
Raeuber gefallen war? 10.37 Er aber sprach: Der die
Barmherzigkeit an ihm uebte. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin
und handle ebenso!
Martha und Maria.
10.38 Es geschah aber, als sie ihres Weges zogen, dass er in
ein Dorf kam; und eine Frau mit Namen Martha nahm ihn in ihr
Haus auf. 10.39 Und diese hatte eine Schwester, genannt Maria,
die sich auch zu den Fuessen Jesu niedersetzte und seinem Wort
zuhoerte. 10.40 Martha aber war sehr beschaeftigt mit vielem
Dienen; sie trat aber hinzu und sprach: Herr, kuemmert es dich
nicht, dass meine Schwester mich allein gelassen hat zu dienen?
Sage ihr doch, dass sie mir helfe! 10.41 Jesus aber antwortete
und sprach zu ihr: Martha, Martha! Du bist besorgt und
beunruhigt um viele Dinge; 10.42 eins aber ist noetig. Maria
aber hat das gute Teil erwaehlt, das nicht von ihr genommen
werden wird.
11 Vom Gebet.
V. 1-4: vgl. Mt 6,9-13; V. 5-13: vgl. Mt 7,7-11.

11.1 Und es geschah, als er an einem Ort war und betete, da
sprach, als er aufhoerte, einer seiner Juenger zu ihm: Herr, lehre
uns beten, wie auch Johannes seine Juenger lehrte! 11.2 Er
sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater,
geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; 11.3 unser
noetiges Brot gib uns taeglich; 11.4 und vergib uns unsere
Suenden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig
ist; und fuehre uns nicht in Versuchung. 11.5 Und er sprach zu
ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und wird um
Mitternacht zu ihm gehen und zu ihm sagen: Freund, leihe mir
drei Brote, 11.6 da mein Freund von der Reise bei mir
angekommen ist und ich nichts habe, was ich ihm vorsetzen soll;
11.7 und jener wuerde von innen antworten und sagen: Mach mir
keine Muehe, die Tuer ist schon geschlossen, und meine Kinder sind
bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben? 11.8
Ich sage euch, wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird,
weil er sein Freund ist, so wird er wenigstens um seiner
Unverschaemtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er
braucht. 11.9 Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch
gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es
wird euch aufgetan werden. 11.10 Denn jeder Bittende empfaengt,
und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan
werden. 11.11 Wo ist unter euch ein Vater, den der Sohn um
einen Fisch bitten wird - er wird ihm statt des Fisches doch
nicht eine Schlange geben? 11.12 Oder auch, wenn er um ein Ei
baete - er wird ihm doch nicht einen Skorpion geben? 11.13 Wenn
nun ihr, die ihr boese seid, euren Kindern gute Gaben zu geben
wisst, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel [gibt], den
Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!
Daemonenaustreibung.
Mt 12,22-37; Mk 3,22-30.

11.14 Und er trieb einen Daemon aus, der stumm war. Es geschah
aber, als der Daemon ausgefahren war, redete der Stumme; und die
Volksmengen wunderten sich. 11.15 Einige aber von ihnen
sagten: Durch Beelzebul, den Obersten der Daemonen, treibt er die
Daemonen aus. 11.16 Andere aber versuchten ihn und forderten
von ihm ein Zeichen aus dem Himmel. 11.17 Da er aber ihre
Gedanken wusste, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich
selbst entzweit ist, wird verwuestet, und Haus gegen Haus
[entzweit], stuerzt ein. 11.18 Wenn aber auch der Satan mit
sich selbst entzweit ist, wie wird sein Reich bestehen? Denn ihr
sagt, dass ich durch Beelzebul die Daemonen austreibe. 11.19
Wenn aber ich durch Beelzebul die Daemonen austreibe, durch wen
treiben eure Soehne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
11.20 Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Daemonen
austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen.
11.21 Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist
seine Habe in Frieden; 11.22 wenn aber ein Staerkerer als er
ueber ihn kommt und ihn besiegt, so nimmt er seine ganze
Waffenruestung weg, auf die er vertraute, und seine Beute
verteilt er. 11.23 Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich; und
wer nicht mit mir sammelt, zerstreut.
Von der Rueckkehr unreiner Geister.
Mt 12,43-45.

11.24 Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist,
so durchwandert er duerre Orte und sucht Ruhe; und da er sie
nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurueckkehren,
von wo ich ausgegangen bin. 11.25 Und wenn er kommt, findet er
es gekehrt und geschmueckt. 11.26 Dann geht er hin und nimmt
sieben andere Geister mit, schlimmer als er selbst, und sie
gehen hinein und wohnen dort; und das Ende jenes Menschen wird
aerger als der Anfang.
Wahre Glueckseligkeit.
11.27 Es geschah aber, als er dies sagte, da erhob eine Frau
aus der Volksmenge ihre Stimme und sprach zu ihm: Glueckselig der
Leib, der dich getragen, und die Brueste, die du gesogen hast!
11.28 Er aber sprach: Gewiss, doch glueckselig, die das Wort
Gottes hoeren und befolgen!
Das Zeichen Jonas.
Mt 12,38-42.

11.29 Als aber die Volksmengen sich herzudraengten, fing er an,
zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein boeses Geschlecht; es fordert
ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur
das Zeichen Jonas. 11.30 Denn wie Jona den Niniviten ein
Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem
Geschlecht sein. 11.31 Eine Koenigin des Suedens wird auftreten
im Gericht mit den Maennern dieses Geschlechts und wird sie
verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit
Salomos zu hoeren; und siehe, hier ist mehr als Salomo. 11.32
Maenner von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem
Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Busse auf die
Predigt Jonas hin; und siehe, hier ist mehr als Jona.

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