Seite 4 von 13 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 | | Auferweckung des Juenglings von Nain. | 7.11 Und es geschah bald darauf, dass er in eine Stadt ging,
genannt Nain, und viele seiner Juenger und eine grosse Volksmenge
gingen mit ihm. 7.12 Als er sich aber dem Tor der Stadt
naeherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige
Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und eine zahlreiche
Volksmenge aus der Stadt war mit ihr. 7.13 Und als der Herr
sie sah, wurde er innerlich bewegt ueber sie und sprach zu ihr:
Weine nicht! 7.14 Und er trat hinzu und ruehrte die Bahre an,
die Traeger aber standen still; und er sprach: Juengling, ich sage
dir, steh auf! 7.15 Und der Tote setzte sich auf und fing an
zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. 7.16 Alle aber ergriff
Furcht; und sie verherrlichten Gott und sprachen: Ein grosser
Prophet ist unter uns erweckt worden, und Gott hat sein Volk
besucht. 7.17 Und diese Rede ueber ihn ging aus in ganz Judaea
und in der ganzen Umgegend. | | |
| | Die Frage des Taeufers - Jesu Antwort und Zeugnis ueber ihn. | Mt 11,2-19.
7.18 Und dem Johannes berichteten seine Juenger ueber dies
alles. 7.19 Und Johannes rief zwei seiner Juenger herbei und
sandte sie zu Jesus und liess [ihm] sagen: Bist du der Kommende,
oder sollen wir auf einen anderen warten? 7.20 Als aber die
Maenner zu ihm gekommen waren, sprachen sie: Johannes der Taeufer
hat uns zu dir gesandt und laesst [dir] sagen: Bist du der
Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten? 7.21 In
jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und
boesen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht.
7.22 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und
verkuendet Johannes, was ihr gesehen und gehoert habt: dass Blinde
sehend werden, Lahme gehen, Aussaetzige gereinigt werden, Taube
hoeren, Tote auferweckt werden, Armen gute Botschaft verkuendigt
wird; 7.23 und glueckselig ist, wer sich nicht an mir aergern
wird.
7.24 Als aber die Boten des Johannes weggegangen waren, fing
er an, zu den Volksmengen ueber Johannes zu reden: Was seid ihr
in die Wueste hinausgegangen zu sehen? Ein Rohr, vom Wind hin und
her bewegt? 7.25 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen?
Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die in
herrlicher Kleidung und in Ueppigkeit leben, sind an den
koeniglichen Hoefen. 7.26 Oder was seid ihr hinausgegangen zu
sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und mehr als einen
Propheten. 7.27 Dieser ist es, von dem geschrieben steht:
`Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der
deinen Weg vor dir bereiten wird. 7.28 Denn ich sage euch:
Unter den von Frauen Geborenen ist kein groesserer Prophet als
Johannes der Taeufer; aber der Kleinste in dem Reich Gottes ist
groesser als er. 7.29 Und das ganze Volk, das zuhoerte, und die
Zoellner gaben Gott recht, indem sie sich mit der Taufe des
Johannes taufen liessen; 7.30 die Pharisaeer aber und die
Gesetzesgelehrten machten den Ratschluss Gottes fuer sich selbst
wirkungslos, indem sie sich nicht von ihm taufen liessen. 7.31
Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen?
Und wem sind sie gleich? 7.32 Sie sind Kindern gleich, die auf
dem Markt sitzen und einander zurufen und sagen: Wir haben euch
gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch
Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint. 7.33 Denn
Johannes der Taeufer ist gekommen, der weder Brot ass noch Wein
trank, und ihr sagt: Er hat einen Daemon. 7.34 Der Sohn des
Menschen ist gekommen, der da isst und trinkt, und ihr sagt:
Siehe, ein Fresser und Weinsaeufer, ein Freund von Zoellnern und
Suendern; 7.35 - und die Weisheit ist gerechtfertigt worden von
allen ihren Kindern. | | |
| | Jesu Salbung durch eine Suenderin. | 7.36 Es bat ihn aber einer der Pharisaeer, dass er mit ihm essen
moechte; und er ging in das Haus des Pharisaeers und legte sich zu
Tisch. 7.37 Und siehe, [da war] eine Frau in der Stadt, die
eine Suenderin war; und als sie erfahren hatte, dass er in dem
Haus des Pharisaeers zu Tisch liege, brachte sie eine
Alabasterflasche mit Salboel, 7.38 trat von hinten an seine
Fuesse heran, weinte und fing an, seine Fuesse mit Traenen zu
benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes. [Dann]
kuesste sie seine Fuesse und salbte sie mit dem Salboel. 7.39 Als
aber der Pharisaeer, der ihn geladen hatte, das sah, sprach er
bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet waere, so
wuerde er erkennen, wer und was fuer eine Frau [das ist], die ihn
anruehrt; denn sie ist eine Suenderin. 7.40 Und Jesus antwortete
und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber
sagt: Lehrer, sprich! - 7.41 Ein Glaeubiger hatte zwei
Schuldner; der eine schuldete fuenfhundert Denare, der andere
aber fuenfzig; 7.42 da sie aber nicht zahlen konnten, schenkte
er es beiden. Wer nun von ihnen wird ihn am meisten lieben?
7.43 Simon aber antwortete und sprach: Ich denke, dem er das
meiste geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht
geurteilt. 7.44 Und sich zu der Frau wendend, sprach er zu
Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, du
hast mir kein Wasser fuer meine Fuesse gegeben; sie aber hat meine
Fuesse mit Traenen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. 7.45
Du hast mir keinen Kuss gegeben; sie aber hat, seitdem ich
hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Fuesse zu kuessen.
7.46 Du hast mein Haupt nicht mit Oel gesalbt; sie aber hat mit
Salboel meine Fuesse gesalbt. 7.47 Deswegen sage ich dir: Ihre
vielen Suenden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber
wenig vergeben wird, der liebt wenig. 7.48 Er aber sprach zu
ihr: Deine Suenden sind vergeben. 7.49 Und die mit zu Tisch
lagen, fingen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der
auch Suenden vergibt? 7.50 Er sprach aber zu der Frau: Dein
Glaube hat dich gerettet. Geh hin in Frieden! | | |
| | 8 Die Juengerinnen Jesu. | 8.1 Und es geschah danach, dass er nacheinander Staedte und
Doerfer durchzog, indem er predigte und das Evangelium vom Reich
Gottes verkuendigte; und die Zwoelf mit ihm, 8.2 und einige
Frauen, die von boesen Geistern und Krankheiten geheilt worden
waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Daemonen
ausgefahren waren, 8.3 und Johanna, die Frau des Chuza, des
Verwalters Herodes}, und Susanna und viele andere, die ihnen mit
ihrer Habe dienten. | | |
| | Gleichnis vom Saemann. | Mt 13,1-23; Mk 4,1-20.
8.4 Als sich aber eine grosse Volksmenge versammelte und sie
aus jeder Stadt zu ihm hinkamen, sprach er in einem Gleichnis:
8.5 Der Saemann ging aus, seinen Samen zu saeen; und indem er
saete, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die
Voegel des Himmels frassen es auf. 8.6 Und anderes fiel auf den
Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine
Feuchtigkeit hatte. 8.7 Und anderes fiel mitten unter die
Dornen; und indem die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es.
8.8 Und anderes fiel in die gute Erde und ging auf und brachte
hundertfache Frucht. Als er dies sagte, rief er aus: Wer Ohren
hat zu hoeren, der hoere!
8.9 Seine Juenger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis
bedeute. 8.10 Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die
Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den uebrigen aber in
Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hoerend nicht
verstehen. 8.11 Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses:
Der Same ist das Wort Gottes. 8.12 Die aber an dem Weg sind
die, welche hoeren; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von
ihren Herzen weg, dass sie nicht glauben und errettet werden.
8.13 Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hoeren,
das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel;
fuer eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen
sie ab. 8.14 Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche
gehoert haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und
Vergnuegungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife
bringen. 8.15 Das in der guten Erde aber sind die, welche in
einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehoert
haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren. | | |
| | Gleichnis von der Lampe. | Mk 4,21-25.
8.16 Niemand aber, der eine Lampe angezuendet hat, bedeckt sie
mit einem Gefaess oder stellt sie unter ein Bett, sondern er
stellt sie auf ein Lampengestell, damit die Hereinkommenden das
Licht sehen. 8.17 Denn es ist nichts verborgen, was nicht
offenbar werden wird, noch geheim, was nicht kundwerden und ans
Licht kommen soll. 8.18 Seht nun zu, wie ihr hoert; denn wer
hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, von dem wird
selbst, was er zu haben meint, genommen werden. | | |
| | Die wahren Verwandten Jesu. | Mt 12,46-50; Mk 3,31-35.
8.19 Es kamen aber seine Mutter und seine Brueder zu ihm; und
sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen. 8.20
Und es wurde ihm berichtet: Deine Mutter und deine Brueder stehen
draussen und wollen dich sehen. 8.21 Er aber antwortete und
sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brueder sind die, welche
das Wort Gottes hoeren und tun. | | |
| | Stillung des Sturms. | Mt 8,23-27; Mk 4,35-41.
8.22 Und es geschah an einem der Tage, dass er in ein Schiff
stieg, er und seine Juenger; und er sprach zu ihnen: Lasst uns
uebersetzen an das jenseitige Ufer des Sees. Und sie fuhren ab.
8.23 Waehrend sie aber fuhren, schlief er ein. Und es fiel ein
Sturmwind auf den See, und das Schiff fuellte sich [mit Wasser],
und sie waren in Gefahr. 8.24 Sie traten aber hinzu und
weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um!
Er aber stand auf, bedrohte den Wind und das Gewoge des Wassers;
und sie legten sich, und es trat Stille ein. 8.25 Er aber
sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Erschrocken aber erstaunten
sie und sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass er auch den
Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen? | | |
| | Heilung eines besessenen Geraseners. | Mt 8,28-34; Mk 5,1-20.
8.26 Und sie fuhren nach der Landschaft der Gerasener, die
Galilaea gegenueber liegt. 8.27 Als er aber an das Land
gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit
langer Zeit Daemonen hatte und keine Kleider anzog und nicht im
Haus blieb, sondern in den Grabstaetten. 8.28 Als er aber Jesus
sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter
Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes,
des Hoechsten? Ich bitte dich, quaele mich nicht. 8.29 Denn er
hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren.
Denn oefters hatte er ihn gepackt; und er war gebunden worden,
verwahrt mit Ketten und Fussfesseln, und er zerbrach die Fesseln
und wurde von dem Daemon in die Wuesteneien getrieben. 8.30
Jesus fragte ihn aber und sprach: Was ist dein Name? Er aber
sprach: Legion. Denn viele Daemonen waren in ihn gefahren. 8.31
Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten moechte, in den
Abgrund zu fahren. 8.32 Es war aber dort eine Herde von vielen
Schweinen, die an dem Berg weideten. Und sie baten ihn, dass er
ihnen erlauben moechte, in jene zu fahren. Und er erlaubte es
ihnen. 8.33 Die Daemonen aber fuhren von dem Menschen aus und
fuhren in die Schweine, und die Herde stuerzte sich den Abhang
hinab in den See und ertrank. 8.34 Als aber die Hueter sahen,
was geschehen war, flohen sie und verkuendeten es in der Stadt
und auf dem Land. 8.35 Die Leute aber gingen hinaus, um zu
sehen, was geschehen war. Und sie kamen zu Jesus und fanden den
Menschen, von dem die Daemonen ausgefahren waren, bekleidet und
vernuenftig zu den Fuessen Jesu sitzen; und sie fuerchteten sich.
8.36 Die es aber gesehen hatten, verkuendeten ihnen, wie der
Besessene geheilt worden war. 8.37 Und die ganze Menge aus der
Umgegend der Gerasener bat ihn, von ihnen wegzugehen, denn sie
waren von grosser Furcht ergriffen. Er aber stieg in das Schiff
und kehrte wieder zurueck. 8.38 Der Mann aber, von dem die
Daemonen ausgefahren waren, bat ihn, dass er bei ihm bleiben
duerfe. Er aber entliess ihn und sprach: 8.39 Kehre in dein Haus
zurueck und erzaehle, wieviel Gott an dir getan hat. Und er ging
hin und rief aus durch die ganze Stadt, wieviel Jesus an ihm
getan hatte. | | |
| | Heilung der blutfluessigen Frau - Auferweckung der Tochter des Jairus. | Mt 9,18-26; Mk 5,21-43.
8.40 Es geschah aber, als Jesus zurueckkehrte, nahm ihn das
Volk auf, denn alle erwarteten ihn. 8.41 Und siehe, es kam ein
Mann mit Namen Jairus - und er war Vorsteher der Synagoge - und
fiel Jesus zu Fuessen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; 8.42
denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwoelf Jahren, und
diese lag im Sterben. Waehrend er aber hinging, draengte ihn die
Volksmenge.
8.43 Und eine Frau, die seit zwoelf Jahren mit einem Blutfluss
behaftet war und, obgleich sie ihren ganzen Lebensunterhalt an
[die] Aerzte verwandt hatte, von niemand geheilt werden konnte,
8.44 kam von hinten heran und ruehrte die Quaste seines Kleides
an; und sogleich hoerte ihr Blutfluss auf. 8.45 Und Jesus
sprach: Wer ist es, der mich angeruehrt hat? Als aber alle es
abstritten, sprach Petrus: Meister, die Volksmengen draengen und
druecken dich, und du sagst: Wer ist es, der mich angeruehrt hat?
8.46 Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angeruehrt; denn ich
habe gespuert, dass Kraft von mir ausgegangen ist. 8.47 Als die
Frau aber sah, dass sie nicht verborgen blieb, kam sie zitternd
und fiel vor ihm nieder und berichtete vor dem ganzen Volk, um
welcher Ursache willen sie ihn angeruehrt habe und wie sie
sogleich geheilt worden sei. 8.48 Er aber sprach zu ihr:
Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh hin in Frieden!
8.49 Waehrend er noch redete, kommt einer von dem [Haus des]
Synagogenvorstehers und sagt zu ihm: Deine Tochter ist
gestorben, bemuehe den Lehrer nicht. 8.50 Als aber Jesus es
hoerte, antwortete er ihm: Fuerchte dich nicht, glaube nur! Und
sie wird gerettet werden. 8.51 Als er aber in das Haus kam,
erlaubte er niemand hineinzugehen, ausser Petrus und Johannes und
Jakobus und dem Vater des Kindes und der Mutter. 8.52 Alle
aber weinten und beklagten sie. Er aber sprach: Weint nicht,
denn sie ist nicht gestorben, sondern sie schlaeft. 8.53 Und
sie lachten ihn aus, da sie wussten, dass sie gestorben war.
8.54 Als er aber alle hinausgetrieben hatte, ergriff er sie
bei der Hand und rief und sprach: Kind, steh auf! 8.55 Und ihr
Geist kehrte zurueck, und sogleich stand sie auf; und er befahl,
ihr zu essen zu geben. 8.56 Und ihre Eltern gerieten ausser
sich; er aber gebot ihnen, niemand zu sagen, was geschehen war. | | |
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