Seite 12 von 13 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 | | Gefangennahme. | Mt 26,47-56; Mk 14,43-50; Joh 18,2-12.
22.47 Waehrend er noch redete, siehe, [da kam] eine Volksmenge,
und der, welcher Judas hiess, einer von den Zwoelfen, ging vor
ihnen her und nahte Jesus, um ihn zu kuessen. 22.48 Jesus aber
sprach zu ihm: Judas, ueberlieferst du den Sohn des Menschen mit
einem Kuss? 22.49 Als aber die, welche um ihn waren, sahen, was
es werden wuerde, sprachen sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert
dreinschlagen? 22.50 Und einer von ihnen schlug den Knecht des
Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. 22.51 Jesus
aber antwortete und sprach: Lasst es so weit! Und er ruehrte sein
Ohr an und heilte ihn. 22.52 Jesus aber sprach zu den
Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und Aeltesten, die
gegen ihn gekommen waren: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen
Raeuber, mit Schwertern und Stoecken? 22.53 Als ich taeglich bei
euch im Tempel war, habt ihr die Haende nicht gegen mich
ausgestreckt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der
Finsternis. | | |
| | Verleugnung durch Petrus. | Mt 26,57.58.69-75; Mk 14,53.54.66-72; Joh 18,13-18.25-27.
22.54 Sie ergriffen ihn aber und fuehrten ihn hin und brachten
ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von fern.
22.55 Als sie aber mitten im Hof ein Feuer angezuendet und sich
zusammengesetzt hatten, setzte sich Petrus in ihre Mitte.
22.56 Es sah ihn aber eine Magd bei dem Feuer sitzen und
blickte ihn scharf an und sprach: Auch dieser war mit ihm.
22.57 Er aber leugnete und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht.
22.58 Und kurz danach sah ihn ein anderer und sprach: Auch du
bist [einer] von ihnen. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin}s
nicht. 22.59 Und nach Verlauf von etwa einer Stunde behauptete
ein anderer und sagte: In Wahrheit, auch dieser war mit ihm,
denn er ist auch ein Galilaeer. 22.60 Petrus aber sprach:
Mensch, ich weiss nicht, was du sagst. Und sogleich, waehrend er
noch redete, kraehte der Hahn. 22.61 Und der Herr wandte sich
um und blickte Petrus an; und Petrus gedachte an das Wort des
Herrn, wie er zu ihm sagte: Ehe der Hahn kraeht, wirst du mich
dreimal verleugnen. 22.62 Und Petrus ging hinaus und weinte
bitterlich. | | |
| | Vor dem Hohen Rat. | Mt 26,59-68; 27,1; Mk 14,55-65; 15,1; Joh 18,19-24.
22.63 Und die Maenner, die ihn festhielten, verspotteten und
schlugen ihn. 22.64 Und als sie ihn verhuellt hatten, fragten
sie ihn und sprachen: Weissage, wer ist es, der dich schlug?
22.65 Und vieles andere sagten sie laesternd gegen ihn.
22.66 Und als es Tag wurde, versammelte sich die
Aeltestenschaft des Volkes, Hohepriester wie Schriftgelehrte, und
fuehrten ihn hin in ihren Hohen Rat 22.67 und sagten: Wenn du
der Christus bist, so sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Wenn
ich es euch sage, so wuerdet ihr nicht glauben; 22.68 wenn ich
aber fragen wuerde, so wuerdet ihr mir nicht antworten. 22.69
Von nun an aber wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten
der Macht Gottes. 22.70 Sie sprachen aber alle: Du bist also
der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt, dass ich es
bin. 22.71 Sie aber sprachen: Was brauchen wir noch Zeugnis?
Denn wir selbst haben es aus seinem Mund gehoert. | | |
| | 23 Anklage vor Pilatus und Herodes. | V. 1-5: Mt 27,2.11-14; Mk 15,1-5; Joh 18,28-38.
23.1 Und die ganze Menge derselben stand auf, und sie fuehrten
ihn zu Pilatus. 23.2 Sie fingen aber an, ihn zu verklagen, und
sagten: Diesen haben wir befunden als einen, der unsere Nation
verfuehrt und wehrt, dem Kaiser Steuer zu geben, indem er sagt,
dass er selbst Christus, ein Koenig, sei. 23.3 Pilatus aber
fragte ihn und sprach: Bist du der Koenig der Juden? Er aber
antwortete ihm und sprach: Du sagst es. 23.4 Pilatus aber
sprach zu den Hohenpriestern und den Volksmengen: Ich finde
keine Schuld an diesem Menschen. 23.5 Sie aber bestanden
darauf und sagten: Er wiegelt das Volk auf und lehrt durch ganz
Judaea hin, angefangen von Galilaea bis hierher.
23.6 Als aber Pilatus von Galilaea hoerte, fragte er, ob der
Mensch ein Galilaeer sei. 23.7 Und als er erfahren hatte, dass
er aus dem Machtbereich des Herodes sei, sandte er ihn zu
Herodes, der auch selbst in jenen Tagen in Jerusalem war. 23.8
Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er
wuenschte schon seit langer Zeit, ihn zu sehen, weil er vieles
ueber ihn gehoert hatte, und er hoffte, irgend ein Zeichen durch
ihn geschehen zu sehen. 23.9 Er befragte ihn aber mit vielen
Worten; er jedoch antwortete ihm nichts. 23.10 Die
Hohenpriester und die Schriftgelehrten standen nun auf und
verklagten ihn heftig. 23.11 Als aber Herodes mit seinen
Kriegsleuten ihn geringschaetzend behandelt und verspottet hatte,
warf er ihm ein glaenzendes Gewand um und sandte ihn zu Pilatus
zurueck. 23.12 Pilatus und Herodes aber wurden an diesem Tag
Freunde miteinander; denn vorher waren sie gegeneinander in
Feindschaft. | | |
| | Freilassung fuer Barabbas - Todesurteil fuer Jesus. | Mt 27,15-26; Mk 15,6-15; Joh 18,39.40; 19,1.16.
23.13 Als aber Pilatus die Hohenpriester und die Obersten und
das Volk zusammengerufen hatte, 23.14 sprach er zu ihnen: Ihr
habt diesen Menschen zu mir gebracht, als mache er das Volk
abwendig; und siehe, ich habe ihn vor euch verhoert und habe an
diesem Menschen keine Schuld gefunden, worin ihr ihn anklagt;
23.15 aber auch Herodes nicht, denn ich habe euch zu ihm
gesandt, und siehe, nichts Todeswuerdiges ist von ihm getan.
23.16 Ich will ihn nun zuechtigen und losgeben. (23.17)
23.18 Die ganze Menge schrie aber zugleich und sagte: Weg mit
diesem, gib uns aber den Barabbas los! 23.19 Der war wegen
eines Aufruhrs, der in der Stadt geschehen war, und wegen eines
Mordes ins Gefaengnis geworfen. 23.20 Pilatus rief ihnen nun
wieder zu, weil er Jesus losgeben wollte. 23.21 Sie aber
schrien dagegen und sagten: Kreuzige, kreuzige ihn! 23.22 Er
aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat dieser denn Boeses
getan? Ich habe keine Ursache des Todes an ihm gefunden; ich
will ihn nun zuechtigen und losgeben. 23.23 Sie aber setzten
ihm zu mit lautem Geschrei und forderten, dass er gekreuzigt
werde. Und ihr Geschrei nahm ueberhand. 23.24 Pilatus aber
entschied, dass ihre Forderung erfuellt werde. 23.25 Er gab aber
den los, der eines Aufruhrs und Mordes wegen ins Gefaengnis
geworfen war, den sie forderten; Jesus aber uebergab er ihrem
Willen. | | |
| | Der Weg zum Kreuz. | Mt 27,31.32; Mk 15,20-22; Joh 19,16.17.
23.26 Und als sie ihn wegfuehrten, ergriffen sie einen gewissen
Simon von Kyrene, der vom Feld kam, und legten das Kreuz auf
ihn, damit er es Jesus nachtrug. 23.27 Es folgte ihm aber eine
grosse Menge Volks und Frauen, die wehklagten und ihn
bejammerten. 23.28 Jesus wandte sich aber zu ihnen und sprach:
Toechter Jerusalems, weint nicht ueber mich, sondern weint ueber
euch selbst und ueber eure Kinder! 23.29 Denn siehe, Tage
kommen, an denen man sagen wird: Glueckselig die Unfruchtbaren
und die Leiber, die nicht geboren, und die Brueste, die nicht
gestillt haben! 23.30 Dann werden sie anfangen, zu den Bergen
zu sagen: Fallt auf uns! und zu den Huegeln: Bedeckt uns! 23.31
Denn wenn man dies tut an dem gruenen Holz, was wird an dem
duerren geschehen? 23.32 Es wurden aber auch zwei andere
hingefuehrt, Uebeltaeter, um mit ihm hingerichtet zu werden. | | |
| | Golgatha: Kreuzigung. | V. 33-36: Mt 27,33-44; Mk 15,23-32; Joh 19,18-24.
23.33 Und als sie an den Ort kamen, der Schaedel[staette]
genannt wird, kreuzigten sie dort ihn und die Uebeltaeter, den
einen zur Rechten, den anderen zur Linken. ss¥ss23.34 Jesus aber
sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
Sie aber verteilten seine Kleider und warfen das Los [darueber].
23.35 Und das Volk stand und sah zu; es hoehnten aber auch die
Obersten und sagten: Andere hat er gerettet. Er rette sich
selbst, wenn dieser der Christus ist, der Auserwaehlte Gottes!
23.36 Aber auch die Soldaten verspotteten ihn, indem sie
hinzutraten, ihm Essig brachten 23.37 und sagten: Wenn du der
Koenig der Juden bist, so rette dich selbst! 23.38 Es war aber
auch eine Aufschrift ueber ihm in griechischen und lateinischen
und hebraeischen Buchstaben: Dieser ist der Koenig der Juden.
23.39 Einer der gehenkten Uebeltaeter aber laesterte ihn: Bist du
nicht der Christus? Rette dich selbst und uns! 23.40 Der
andere aber antwortete und strafte ihn und sprach: Auch du
fuerchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? 23.41
Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten
wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. 23.42
Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich
kommst! 23.43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir:
Heute wirst du mit mir im Paradies sein. | | |
| | Golgatha: Tod. | Mt 27,45-56; Mk 15,33-41; Joh 19,28-30.
23.44 Es war aber um die sechste Stunde; und es kam eine
Finsternis ueber das ganze Land bis zur neunten Stunde, 23.45
wobei die Sonne sich verfinsterte; der Vorhang des Tempels aber
riss mitten entzwei. 23.46 Und Jesus rief mit lauter Stimme und
sprach: Vater, in deine Haende uebergebe ich meinen Geist! Und als
er dies gesagt hatte, verschied er.
23.47 Als aber der Hauptmann sah, was geschah, verherrlichte
er Gott und sagte: Wirklich, dieser Mensch war gerecht. 23.48
Und die ganzen Volksmengen, die zu diesem Schauspiel
zusammengekommen waren, schlugen sich, als sie sahen, was
geschehen war, an die Brust und kehrten zurueck. 23.49 Aber
alle seine Bekannten standen von fern, auch die Frauen, die ihm
von Galilaea nachgefolgt waren, und sahen dies. | | |
| | Grablegung. | Mt 27,57-61; Mk 15,42-47; Joh 19,38-42.
23.50 Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, der ein Ratsherr
war, ein guter und gerechter Mann 23.51 - dieser hatte nicht
eingewilligt in ihren Rat und in ihre Tat - von Arimathia, einer
Stadt der Juden, der das Reich Gottes erwartete; 23.52 dieser
ging hin zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. 23.53 Und als er
ihn abgenommen hatte, wickelte er ihn in feines Leinentuch und
legte ihn in eine in Felsen gehauene Gruft, worin noch nie
jemand gelegen hatte. 23.54 Und es war Ruesttag, und der Sabbat
brach an. 23.55 Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm
aus Galilaea gekommen waren, und besahen die Gruft, und wie sein
Leib hineingelegt wurde. 23.56 Als sie aber zurueckgekehrt
waren, bereiteten sie wohlriechende Oele und Salben; und den
Sabbat ueber ruhten sie nach dem Gebot. | | |
| | 24 Die Frauen am leeren Grab - Verkuendigung der Auferstehung. | Mt 28,1-10; Mk 16,1-11; Joh 20,1-18.
24.1 An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Fruehe, kamen
sie zu der Gruft und brachten die wohlriechenden Oele, die sie
bereitet hatten. 24.2 Sie fanden aber den Stein von der Gruft
weggewaelzt; 24.3 und als sie hineingingen, fanden sie den Leib
des Herrn Jesus nicht. 24.4 Und es geschah, als sie darueber in
Verlegenheit waren, siehe, da standen zwei Maenner in strahlenden
Kleidern bei ihnen. 24.5 Als sie aber von Furcht erfuellt
wurden und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu
ihnen: Was sucht ihr den Lebendigen unter den Toten? 24.6 Er
ist nicht hier, sondern ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er
zu euch geredet hat, als er noch in Galilaea war, 24.7 indem er
sagte: Der Sohn des Menschen muss in die Haende suendiger Menschen
ueberliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag
auferstehen. 24.8 Und sie gedachten an seine Worte; 24.9 und
sie kehrten von der Gruft zurueck und verkuendeten dies alles den
Elfen und den uebrigen allen. 24.10 Es waren aber die Maria
Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus [Mutter], und die
uebrigen mit ihnen, die dies zu den Aposteln sagten. 24.11 Und
ihre Reden schienen ihnen wie leeres Gerede, und sie glaubten
ihnen nicht. 24.12 Petrus aber stand auf und lief zur Gruft;
und als er sich hineinbeugt, sieht er nur die leinenen Tuecher
liegen. Und er ging nach Hause und wunderte sich ueber das, was
geschehen war. | | |
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