Seite 6 von 7 1 2 3 4 5 6 7 | | Ankuendigung von Verfolgungen. | 15.18 Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch
gehasst hat. 15.19 Wenn ihr von der Welt waeret, wuerde die Welt
das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern
ich euch aus der Welt erwaehlt habe, darum hasst euch die Welt.
15.20 Gedenkt des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave
ist nicht groesser als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben,
werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten
haben, werden sie auch das eure halten. 15.21 Aber dies alles
werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht
kennen, der mich gesandt hat. 15.22 Wenn ich nicht gekommen
waere und zu ihnen geredet haette, so haetten sie keine Suende;
jetzt aber haben sie keinen Vorwand fuer ihre Suende. 15.23 Wer
mich hasst, hasst auch meinen Vater. 15.24 Wenn ich nicht die
Werke unter ihnen getan haette, die kein anderer getan hat, so
haetten sie keine Suende; jetzt aber haben sie [sie] gesehen und
[doch] sowohl mich als auch meinen Vater gehasst. 15.25 Aber
[dies geschieht], damit das Wort erfuellt wuerde, das in ihrem
Gesetz geschrieben steht: `Sie haben mich ohne Ursache gehasst.
15.26 Wenn der Beistand gekommen ist, den ich euch von dem
Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater
ausgeht, so wird der von mir zeugen. 15.27 Aber auch ihr
zeugt, weil ihr von Anfang an bei mir seid. | | |
| | 16 | 16.1 Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr euch nicht
aergert. 16.2 Sie werden euch aus der Synagoge ausschliessen; es
kommt sogar die Stunde, dass jeder, der euch toetet, meinen wird,
Gott einen Opferdienst darzubringen. 16.3 Und dies werden sie
tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. 16.4
Dies aber habe ich zu euch geredet, damit ihr, wenn die Stunde
gekommen ist, daran gedenkt, dass ich es euch gesagt habe. Dies
aber habe ich euch von Anfang an nicht gesagt, weil ich bei euch
war. | | |
| | Die Wirksamkeit des Heiligen Geistes. | 16.5 Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und
niemand von euch fragt mich: Wohin gehst du? 16.6 sondern weil
ich dies zu euch geredet habe, hat Traurigkeit euer Herz
erfuellt. 16.7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch
nuetzlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der
Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich
ihn zu euch senden. 16.8 Und wenn er gekommen ist, wird er die
Welt ueberfuehren von Suende und von Gerechtigkeit und von Gericht.
16.9 Von Suende, weil sie nicht an mich glauben; 16.10 von
Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht
mehr seht; 16.11 von Gericht aber, weil der Fuerst dieser Welt
gerichtet ist.
16.12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr koennt es
jetzt nicht tragen. 16.13 Wenn aber jener, der Geist der
Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit
leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er
hoeren wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch
verkuendigen. 16.14 Er wird mich verherrlichen, denn von dem
Meinen wird er nehmen und euch verkuendigen. 16.15 Alles, was
der Vater hat, ist mein; darum sagte ich, dass er von dem Meinen
nimmt und euch verkuendigen wird. | | |
| | Trost und Freude im Blick auf Jesu Abscheiden und Wiederkehr. | 16.16 Eine kleine [Weile], und ihr seht mich nicht, und wieder
eine kleine [Weile], und ihr werdet mich sehen. 16.17 Es
sprachen nun einige von seinen Juengern zueinander: Was ist das,
was er zu uns sagt: Eine kleine [Weile], und ihr seht mich
nicht, und wieder eine kleine [Weile], und ihr werdet mich
sehen, und: Ich gehe hin zum Vater? 16.18 Sie sprachen nun:
Was ist das fuer eine `kleine [Weile], wovon er redet? Wir wissen
nicht, was er sagt. 16.19 Jesus erkannte, dass sie ihn fragen
wollten, und sprach zu ihnen: Forscht ihr darueber miteinander,
dass ich sagte: Eine kleine [Weile], und ihr seht mich nicht, und
wieder eine kleine [Weile], und ihr werdet mich sehen? 16.20
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass ihr weinen und wehklagen
werdet, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein,
aber eure Traurigkeit wird zur Freude werden. 16.21 Die Frau
hat Traurigkeit, wenn sie gebiert, weil ihre Stunde gekommen
ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, gedenkt sie nicht mehr
der Bedraengnis, um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt
geboren ist. 16.22 Auch ihr nun habt jetzt zwar Traurigkeit;
aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen,
und eure Freude nimmt niemand von euch. 16.23 Und an jenem Tag
werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage
euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er
euch geben. 16.24 Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem
Namen. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude
voellig sei. 16.25 Dies habe ich in Bildreden zu euch geredet;
es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildreden zu euch
sprechen, sondern euch offen von dem Vater verkuendigen werde.
16.26 An jenem Tag werdet ihr bitten in meinem Namen, und ich
sage euch nicht, dass ich den Vater fuer euch bitten werde;
16.27 denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich
geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.
16.28 Ich bin von dem Vater ausgegangen und in die Welt
gekommen; wieder verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
16.29 Seine Juenger sprechen zu ihm: Siehe, jetzt redest du
offen und gebrauchst keine Bildrede; 16.30 jetzt wissen wir,
dass du alles weisst und nicht noetig hast, dass dich jemand frage;
hierdurch glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist. 16.31
Jesus antwortete ihnen: Glaubt ihr jetzt? 16.32 Siehe, es
kommt die Stunde und ist gekommen, dass ihr euch zerstreuen
werdet, ein jeder in seine Heimat und mich allein lassen werdet;
doch ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 16.33
Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In
der Welt habt ihr Drangsal; aber seid guten Mutes, ich habe die
Welt ueberwunden. | | |
| | 17 Das hohepriesterliche Gebet. | 17.1 Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und
sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen
Sohn, damit der Sohn dich verherrliche, 17.2 wie du ihm
Vollmacht gegeben hast ueber alles Fleisch, dass er allen, die du
ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe. 17.3 Dies aber ist das
ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du
gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 17.4 Ich habe dich
verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du
mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. 17.5 Und nun
verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der
Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
17.6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir
aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und mir hast du sie
gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 17.7 Jetzt haben sie
erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist; 17.8
denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben,
und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von
dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt
hast. 17.9 Ich bitte fuer sie; nicht fuer die Welt bitte ich,
sondern fuer die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein
17.10 - und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist,
mein -, und ich bin in ihnen verherrlicht. 17.11 Und ich bin
nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich
komme zu dir. Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den
du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. 17.12 Als ich
bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir
gegeben hast; und ich habe [sie] behuetet, und keiner von ihnen
ist verloren als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift
erfuellt werde. 17.13 Jetzt aber komme ich zu dir; und dieses
rede ich in der Welt, damit sie meine Freude voellig in sich
haben. 17.14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt
hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht
von der Welt bin. 17.15 Ich bitte nicht, dass du sie aus der
Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Boesen.
17.16 Sie sind nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt
bin. 17.17 Heilige sie durch die Wahrheit: dein Wort ist
Wahrheit. 17.18 Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe
auch ich sie in die Welt gesandt; 17.19 und ich heilige mich
selbst fuer sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit.
17.20 Aber nicht fuer diese allein bitte ich, sondern auch fuer
die, welche durch ihr Wort an mich glauben, 17.21 damit sie
alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch
sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich
gesandt hast. 17.22 Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben
hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins
sind 17.23 - ich in ihnen und du in mir -, dass sie in eins
vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und
sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast. 17.24 Vater, ich
will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien,
wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir
gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der
Welt. 17.25 Gerechter Vater! - Und die Welt hat dich nicht
erkannt; ich aber habe dich erkannt, und diese haben erkannt,
dass du mich gesandt hast. 17.26 Und ich habe ihnen deinen
Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, womit du
mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen. | | |
| | 18 Gefangennahme. | Mt 26,47-56; Mk 14,43-50; Lk 22,47-53
18.1 Als Jesus dies gesagt hatte, ging er mit seinen Juengern
hinaus ueber den Bach Kidron, wo ein Garten war, in den er
hineinging, er und seine Juenger. 18.2 Aber auch Judas, der ihn
ueberlieferte, wusste den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen
Juengern zusammen war. 18.3 Als nun Judas die Schar und von den
Hohenpriestern und Pharisaeern Diener genommen hatte, kommt er
dahin mit Leuchten und Fackeln und Waffen. 18.4 Jesus nun, der
alles wusste, was ueber ihn kommen wuerde, ging hinaus und sprach
zu ihnen: Wen sucht ihr? 18.5 Sie antworteten ihm: Jesus, den
Nazoraeer. Er spricht zu ihnen: Ich bin}s. Aber auch Judas, der
ihn ueberlieferte, stand bei ihnen. 18.6 Als er nun zu ihnen
sagte: Ich bin}s, wichen sie zurueck und fielen zu Boden. 18.7
Da fragte er sie wieder: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen:
Jesus, den Nazoraeer. 18.8 Jesus antwortete: Ich habe euch
gesagt, dass ich es bin; wenn ihr nun mich sucht, so lasst diese
gehen; 18.9 damit das Wort erfuellt wuerde, das er sprach: Von
denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren.
18.10 Simon Petrus nun, der ein Schwert hatte, zog es und
schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr
ab. Der Name des Knechtes aber war Malchus. 18.11 Da sprach
Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Den Kelch,
den mir der Vater gegeben hat, soll ich den nicht trinken? | | |
| | Verhoer durch Hannas - Verleugnung durch Petrus. | Mt 26,57-75; Mk 14,53-72; Lk 22,54-71
18.12 Die Schar nun und der Oberst und die Diener der Juden
nahmen Jesus und banden ihn; 18.13 und sie fuehrten ihn zuerst
hin zu Hannas, denn er war Schwiegervater des Kaiphas, der jenes
Jahr Hoherpriester war. 18.14 Kaiphas aber war es, der den
Juden geraten hatte, es sei nuetzlich, dass ein Mensch fuer das
Volk sterbe. 18.15 Simon Petrus aber folgte Jesus und ein
anderer Juenger. Dieser Juenger aber war dem Hohenpriester bekannt
und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters. 18.16
Petrus aber stand an der Tuer draussen. Da ging der andere Juenger,
der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und sprach mit der
Tuerhueterin und fuehrte Petrus hinein. 18.17 Da spricht die
Magd, die Tuerhueterin, zu Petrus: Bist nicht auch du [einer] von
den Juengern dieses Menschen? Er sagt: Ich bin}s nicht. 18.18
Es standen aber die Knechte und die Diener da, die ein
Kohlenfeuer gemacht hatten, weil es kalt war, und waermten sich;
Petrus aber stand auch bei ihnen und waermte sich. 18.19 Der
Hohepriester nun fragte Jesus ueber seine Juenger und ueber seine
Lehre. 18.20 Jesus antwortete ihm: Ich habe oeffentlich zu der
Welt geredet; ich habe allezeit in der Synagoge und in dem
Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen
habe ich nichts geredet. 18.21 Was fragst du mich? Frage die,
welche gehoert haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, diese
wissen, was ich gesagt habe. 18.22 Als er aber dies sagte, gab
einer der Diener, der dabeistand, Jesus einen Schlag [ins
Gesicht] und sagte: Antwortest du so dem Hohenpriester? 18.23
Jesus antwortete ihm: Wenn ich schlecht geredet habe, so gib
Zeugnis von dem Schlechten; wenn aber recht, was schlaegst du
mich? 18.24 Hannas nun sandte ihn gebunden zu Kaiphas, dem
Hohenpriester.
18.25 Simon Petrus aber stand da und waermte sich. Da sprachen
sie zu ihm: Bist nicht auch du [einer] von seinen Juengern? Er
leugnete und sprach: Ich bin}s nicht. 18.26 Es spricht einer
von den Knechten des Hohenpriesters, der ein Verwandter dessen
war, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht in
dem Garten bei ihm? 18.27 Da leugnete Petrus wieder; und
gleich darauf kraehte der Hahn. | | |
| | Verhoer durch Pilatus. | Mt 27,2.11-26; Mk 15,1-15; Lk 23,1-5.13-25
18.28 Sie fuehren nun Jesus von Kaiphas in das Praetorium; es
war aber fruehmorgens. Und sie gingen nicht hinein in das
Praetorium, damit sie sich nicht verunreinigten, sondern das
Passah essen koennten. 18.29 Pilatus ging nun zu ihnen hinaus
und sprach: Welche Anklage bringt ihr gegen diesen Menschen vor?
18.30 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wenn dieser nicht
ein Uebeltaeter waere, wuerden wir ihn dir nicht ueberliefert haben.
18.31 Da sprach Pilatus zu ihnen: Nehmt ihr ihn und richtet
ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Es ist uns
nicht erlaubt, jemanden zu toeten; 18.32 damit das Wort Jesu
erfuellt wuerde, das er sprach, um anzudeuten, welches Todes er
sterben sollte.
18.33 Pilatus ging nun wieder hinein in das Praetorium und rief
Jesus und sprach zu ihm: Bist du der Koenig der Juden? 18.34
Jesus antwortete: Sagst du dies von dir selbst, oder haben dir
andere von mir gesagt? 18.35 Pilatus antwortete: Bin ich etwa
ein Jude? Deine Nation und die Hohenpriester haben dich mir
ueberliefert. Was hast du getan? 18.36 Jesus antwortete: Mein
Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt
waere, so haetten meine Diener gekaempft, damit ich den Juden nicht
ueberliefert wuerde, jetzt aber ist mein Reich nicht von hier.
18.37 Da sprach Pilatus zu ihm: Also, du bist ein Koenig? Jesus
antwortete: Du sagst es, dass ich ein Koenig bin. Ich bin dazu
geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich fuer die Wahrheit
Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hoert meine
Stimme. 18.38 Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit? Und
als er dies gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und
spricht zu ihnen: Ich finde keinerlei Schuld an ihm; 18.39 es
ist aber ein Brauch bei euch, dass ich euch an dem Passah einen
losgebe. Wollt ihr nun, dass ich euch den Koenig der Juden
losgebe? 18.40 Da schrien wieder alle und sagten: Nicht
diesen, sondern den Barabbas! Barabbas aber war ein Raeuber. | | |
| | 19 Geisselung und Verurteilung. | V. 1-5: Mt 27,26-31; Mk 15,15-20
19.1 Dann nahm nun Pilatus Jesus und liess ihn geisseln. 19.2
Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie
auf sein Haupt und warfen ihm ein Purpurkleid um; 19.3 und sie
kamen zu ihm und sagten: Sei gegruesst, Koenig der Juden! Und sie
gaben ihm Schlaege [ins Gesicht]. 19.4 Und Pilatus ging wieder
hinaus und spricht zu ihnen: Siehe, ich fuehre ihn zu euch
heraus, damit ihr wisst, dass ich keinerlei Schuld an ihm finde.
19.5 Jesus nun ging hinaus und trug die Dornenkrone und das
Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Siehe, der Mensch! 19.6
Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie
und sagten: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen:
Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld
an ihm. 19.7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz,
und nach dem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zu
Gottes Sohn gemacht hat. 19.8 Als nun Pilatus dieses Wort
hoerte, fuerchtete er sich noch mehr; 19.9 und er ging wieder
hinein in das Praetorium und spricht zu Jesus: Woher bist du?
Jesus aber gab ihm keine Antwort. 19.10 Da spricht Pilatus zu
ihm: Redest du nicht mit mir? Weisst du nicht, dass ich Macht
habe, dich loszugeben, und Gewalt habe, dich zu kreuzigen?
19.11 Jesus antwortete: Du haettest keinerlei Macht ueber mich,
wenn sie dir nicht von oben gegeben waere; darum hat der, welcher
mich dir ueberliefert hat, groessere Suende. 19.12 Daraufhin
suchte Pilatus ihn loszugeben. Die Juden aber schrien und
sagten: Wenn du diesen losgibst, bist du des Kaisers Freund
nicht; jeder, der sich selbst zum Koenig macht, widersetzt sich
dem Kaiser. 19.13 Als nun Pilatus diese Worte hoerte, fuehrte er
Jesus hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl an einen Ort,
genannt Steinpflaster, auf hebraeisch aber Gabbatha. 19.14 Es
war aber Ruesttag des Passah; es war um die sechste Stunde. Und
er spricht zu den Juden: Siehe, euer Koenig! 19.15 Sie aber
schrien: Weg, weg! kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren
Koenig soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir
haben keinen Koenig ausser dem Kaiser. 19.16 Dann nun lieferte
er ihn an sie aus, dass er gekreuzigt wuerde. Sie aber nahmen
Jesus hin und fuehrten ihn fort. | | |
| | Golgatha: Kreuzigung. | Mt 27,32-44; Mk 15,21-32; Lk 23,26-43
19.17 Und er selbst trug sein Kreuz und ging hinaus nach der
Staette, genannt Schaedelstaette, die auf hebraeisch Golgatha heisst,
19.18 wo sie ihn kreuzigten, und zwei andere mit ihm, auf
dieser und auf jener Seite, Jesus aber in der Mitte. 19.19
Pilatus schrieb aber auch eine Aufschrift und setzte sie auf das
Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus, der Nazoraeer, der Koenig
der Juden. 19.20 Diese Aufschrift nun lasen viele von den
Juden, denn die Staette, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei
der Stadt; und es war geschrieben auf hebraeisch, griechisch
[und] lateinisch. 19.21 Die Hohenpriester der Juden sagten nun
zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Koenig der Juden, sondern dass
jener gesagt hat: Ich bin Koenig der Juden. 19.22 Pilatus
antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.
19.23 Die Soldaten nun nahmen, als sie Jesus gekreuzigt
hatten, seine Kleider - und machten vier Teile, einem jeden
Soldaten einen Teil - und das Unterkleid. Das Unterkleid aber
war ohne Naht, von oben an durchgewebt. 19.24 Da sprachen sie
zueinander: Lasst es uns nicht zerreissen, sondern darum losen,
wessen es sein soll; damit die Schrift erfuellt wuerde, die
spricht: `Sie haben meine Kleider unter sich verteilt, und ueber
mein Gewand haben sie das Los geworfen. Die Soldaten nun haben
dies getan.
19.25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die
Schwester seiner Mutter, Maria, des Kleopas [Frau] und Maria
Magdalena. 19.26 Als nun Jesus die Mutter sah und den Juenger,
den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau,
siehe, dein Sohn! 19.27 Dann spricht er zu dem Juenger: Siehe,
deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Juenger sie zu
sich. | | |
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