Seite 5 von 7 1 2 3 4 5 6 7 | | Unglaube und Glaube bei den Juden. | 12.37 Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte,
glaubten sie nicht an ihn, 12.38 damit das Wort des Propheten
Jesaja erfuellt wuerde, das er sprach: `Herr, wer hat unserer
Verkuendigung geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn offenbart
worden? 12.39 Darum konnten sie nicht glauben, weil Jesaja
wieder gesagt hat: 12.40 `Er hat ihre Augen verblendet und ihr
Herz verstockt, dass sie nicht mit den Augen sehen und mit dem
Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile. 12.41
Dies sprach Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm
redete. 12.42 Dennoch aber glaubten auch von den Obersten
viele an ihn; doch wegen der Pharisaeer bekannten sie [ihn]
nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen wuerden;
12.43 denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die
Ehre bei Gott. | | |
| | Abschluss der oeffentlichen Wirksamkeit Jesu: Folgen des Glaubens und des Unglaubens. | 12.44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt
nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; 12.45 und
wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 12.46 Ich bin
als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt,
nicht in der Finsternis bleibe; 12.47 und wenn jemand meine
Worte hoert und nicht befolgt, so richte ich ihn nicht, denn ich
bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die
Welt errette. 12.48 Wer mich verwirft und meine Worte nicht
annimmt, hat den, der ihn richtet: das Wort, das ich geredet
habe, das wird ihn richten am letzten Tag. 12.49 Denn ich habe
nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich
gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was
ich reden soll; 12.50 und ich weiss, dass sein Gebot ewiges
Leben ist. Was ich nun rede, rede ich so, wie mir der Vater
gesagt hat. | | |
| | 13 Die Fusswaschung. | 13.1 Vor dem Passahfest aber, als Jesus wusste, dass seine
Stunde gekommen war, aus dieser Welt zu dem Vater hinzugehen -
da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte
er sie bis ans Ende. 13.2 Und waehrend des Abendessens, als der
Teufel schon dem Judas, Simons [Sohn], dem Iskariot, es ins Herz
gegeben hatte, dass er ihn ueberliefere, 13.3 steht [Jesus] - im
Bewusstsein, dass der Vater ihm alles in die Haende gegeben und dass
er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingehe - 13.4 von dem
Abendessen auf und legt die Oberkleider ab; und er nahm ein
leinenes Tuch und umguertete sich. 13.5 Dann giesst er Wasser in
das Waschbecken und fing an, die Fuesse der Juenger zu waschen und
mit dem leinenen Tuch abzutrocknen, mit dem er umguertet war.
13.6 Er kommt nun zu Simon Petrus, und der spricht zu ihm:
Herr, du waeschst meine Fuesse? 13.7 Jesus antwortete und sprach
zu ihm: Was ich tue, weisst du jetzt nicht, du wirst es aber
nachher verstehen. 13.8 Petrus spricht zu ihm: Du sollst
nimmermehr meine Fuesse waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich
dich nicht wasche, so hast du kein Teil mit mir. 13.90 Simon
Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht meine Fuesse allein, sondern
auch die Haende und das Haupt. 13.10 Jesus spricht zu ihm: Wer
gebadet ist, hat nicht noetig, sich zu waschen, ausgenommen die
Fuesse, sondern ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle.
13.11 Denn er kannte den, der ihn ueberlieferte; darum sagte
er: Ihr seid nicht alle rein.
13.12 Als er nun ihre Fuesse gewaschen und seine Oberkleider
genommen hatte, legte er sich wieder zu Tisch und sprach zu
ihnen: Wisst ihr, was ich euch getan habe? 13.13 Ihr nennt mich
Lehrer und Herr, und ihr sagt recht, denn ich bin es. 13.14
Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Fuesse gewaschen habe,
so seid auch ihr schuldig, einander die Fuesse zu waschen. 13.15
Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, dass auch ihr tut, wie
ich euch getan habe. 13.16 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Ein Sklave ist nicht groesser als sein Herr, noch ein Gesandter
groesser, als der ihn gesandt hat. 13.17 Wenn ihr dies wisst,
glueckselig seid ihr, wenn ihr es tut. | | |
| | Bezeichnung des Verraeters. | Mt 26,20-25; Mk 14,17-21; Lk 22,14.21-23
13.18 Ich rede nicht von euch allen, ich weiss, welche ich
erwaehlt habe; aber damit die Schrift erfuellt wuerde: `Der mit mir
das Brot isst, hat seine Ferse gegen mich aufgehoben. 13.19 Von
jetzt an sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es
geschieht, glaubt, dass ich es bin. 13.20 Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wer aufnimmt, wen ich senden werde, nimmt mich
auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt
hat.
13.21 Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geist
erschuettert und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich
sage euch: Einer von euch wird mich ueberliefern. 13.22 Da
blickten die Juenger einander an, in Verlegenheit darueber, von
wem er rede. 13.23 Einer von seinen Juengern, den Jesus liebte,
lag zu Tisch an der Brust Jesu. 13.24 Diesem nun winkt Simon
Petrus und spricht zu ihm: Sage, wer es ist, von dem er spricht.
13.25 Jener lehnt sich an die Brust Jesu und spricht zu ihm:
Herr, wer ist es? 13.26 Jesus antwortete: Der ist es, dem ich
den Bissen, wenn ich ihn eingetaucht habe, geben werde. Und als
er den Bissen eingetaucht hatte, nimmt er ihn und gibt ihn dem
Judas, Simons [Sohn], dem Ischarioth. 13.27 Und nach dem
Bissen fuhr dann der Satan in ihn. Jesus spricht nun zu ihm: Was
du tust, tu schnell! 13.28 Keiner aber von den zu Tisch
Liegenden verstand, wozu er ihm dies sagte: 13.29 Denn einige
meinten, weil Judas die Kasse hatte, dass Jesus zu ihm sage:
Kaufe, was wir fuer das Fest benoetigen, oder dass er den Armen
etwas geben solle. 13.30 Als nun jener den Bissen genommen
hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht. | | |
| | Das neue Gebot: Liebe. | 13.31 Als er nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist
der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in
ihm. 13.32 Wenn Gott verherrlicht ist in ihm, so wird auch
Gott ihn verherrlichen in sich selbst, und er wird ihn sogleich
verherrlichen. 13.33 Kinder, noch eine kleine Weile bin ich
bei euch; ihr werdet mich suchen, und wie ich den Juden sagte:
Wohin ich gehe, koennt ihr nicht hinkommen, so sage ich jetzt
auch euch. 13.34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr
einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr
einander liebt. 13.35 Daran werden alle erkennen, dass ihr
meine Juenger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. | | |
| | Ankuendigung der Verleugnung durch Petrus. | Mt 26,31-35; Mk 14,27-31; Lk 22,31-34
13.36 Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wohin gehst du? Jesus
antwortete ihm: Wohin ich gehe, [dorthin] kannst du mir jetzt
nicht folgen; du wirst mir aber spaeter folgen. 13.37 Petrus
spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen?
Mein Leben will ich fuer dich lassen. 13.38 Jesus antwortet:
Dein Leben willst du fuer mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich
sage dir, der Hahn wird nicht kraehen, bis du mich dreimal
verleugnet hast. | | |
| | 14 Hingang zum Vater und Wiederkunft - Offenbarung des Vaters. | 14.1 Euer Herz werde nicht bestuerzt. Ihr glaubt an Gott,
glaubt auch an mich. 14.2 Im Hause meines Vaters sind viele
Wohnungen. Wenn es nicht so waere, wuerde ich euch gesagt haben:
Ich gehe hin, euch eine Staette zu bereiten? 14.3 Und wenn ich
hingehe und euch eine Staette bereite, so komme ich wieder und
werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.
14.4 Und wohin ich gehe, dahin wisst ihr den Weg. 14.5 Thomas
spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Und wie
koennen wir den Weg wissen? 14.6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin
der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater
als nur durch mich. 14.7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet
ihr auch meinen Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn
und habt ihn gesehen. 14.8 Philippus spricht zu ihm: Herr,
zeige uns den Vater, und es genuegt uns. 14.9 Jesus spricht zu
ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht
erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.
Und wie sagst du: Zeige uns den Vater? 14.10 Glaubst du nicht,
dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte,
die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater
aber, der in mir bleibt, tut seine Werke. 14.11 Glaubt mir,
dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber
nicht, so glaubt mir um der Werke selbst willen. 14.12
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird
auch die Werke tun, die ich tue, und wird groessere als diese tun,
weil ich zum Vater gehe. 14.13 Und was ihr bitten werdet in
meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht
werde im Sohn. 14.14 Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem
Namen, so werde ich es tun. | | |
| | Sendung des Sachwalters. | 14.15 Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten;
14.16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen
anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, 14.17
den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil
sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er
bleibt bei euch und wird in euch sein. 14.18 Ich werde euch
nicht verwaist zuruecklassen, ich komme zu euch. 14.19 Noch ein
Kleines, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich:
weil ich lebe, werdet auch ihr leben. 14.20 An jenem Tag
werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir
und ich in euch. 14.21 Wer meine Gebote hat und sie haelt, der
ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem
Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst
ihm offenbaren. 14.22 Judas, nicht der Ischarioth, spricht zu
ihm: Herr, wie kommt es, dass du dich uns offenbaren willst und
nicht der Welt? 14.23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn
jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater
wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei
ihm machen. 14.24 Wer mich nicht liebt, haelt meine Worte
nicht; und das Wort, das ihr hoert, ist nicht mein, sondern des
Vaters, der mich gesandt hat. 14.25 Dies habe ich zu euch
geredet, waehrend ich bei euch weile. 14.26 Der Beistand aber,
der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen,
der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich
euch gesagt habe. 14.27 Frieden lasse ich euch, meinen Frieden
gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz
werde nicht bestuerzt, sei auch nicht furchtsam. 14.28 Ihr habt
gehoert, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu
euch. Wenn ihr mich liebtet, so wuerdet ihr euch freuen, dass ich
zum Vater gehe, denn der Vater ist groesser als ich. 14.29 Und
jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr
glaubt, wenn es geschieht. 14.30 Ich werde nicht mehr vieles
mit euch reden, denn der Fuerst der Welt kommt und hat nichts in
mir; 14.31 aber damit die Welt erkenne, dass ich den Vater
liebe und so tue, wie mir der Vater geboten hat. - Steht auf,
lasst uns von hier fortgehen! | | |
| | 15 Der wahre Weinstock. | 15.1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der
Weingaertner. 15.2 Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt,
die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er,
dass sie mehr Frucht bringe. 15.3 Ihr seid schon rein um des
Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 15.4 Bleibt in
mir und ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht
bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht,
ihr bleibt denn in mir. 15.5 Ich bin der Weinstock, ihr seid
die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel
Frucht, denn getrennt von mir koennt ihr nichts tun. 15.6 Wenn
jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die
Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer,
und sie verbrennen. 15.7 Wenn ihr in mir bleibt und meine
Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und
es wird euch geschehen. 15.8 Hierin wird mein Vater
verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Juenger
werdet. | | |
| | Das Gebot der Liebe. | 15.9 Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch
geliebt; bleibt in meiner Liebe. 15.10 Wenn ihr meine Gebote
haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die
Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
15.11 Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in
euch sei und eure Freude voellig werde. 15.12 Dies ist mein
Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.
15.13 Groessere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben
hingibt fuer seine Freunde. 15.14 Ihr seid meine Freunde, wenn
ihr tut, was ich euch gebiete. 15.15 Ich nenne euch nicht mehr
Sklaven, denn der Sklave weiss nicht, was sein Herr tut; euch
aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von
meinem Vater gehoert, euch kundgetan habe. 15.16 Ihr habt nicht
mich erwaehlt, sondern ich habe euch erwaehlt und euch gesetzt,
dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, damit,
was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er euch gebe.
15.17 Dies gebiete ich euch, dass ihr einander liebt! | | |
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