Seite 3 von 7 1 2 3 4 5 6 7 | | Reden und Auseinandersetzung mit den Juden auf dem Laubhuettenfest. | 7.14 Als es aber schon um die Mitte des Festes war, ging Jesus
hinauf in den Tempel und lehrte. 7.15 Da wunderten sich die
Juden und sagten: Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch
nicht gelernt hat? 7.16 Da antwortete ihnen Jesus und sprach:
Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt
hat. 7.17 Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von
der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich aus mir selbst
rede. 7.18 Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre;
wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist
wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm. 7.19 Hat
nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und keiner von euch tut das
Gesetz. Was sucht ihr mich zu toeten? 7.20 Die Volksmenge
antwortete: Du hast einen Daemon. Wer sucht dich zu toeten? 7.21
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan,
und ihr alle verwundert euch deswegen. 7.22 Mose gab euch die
Beschneidung - nicht dass sie von Mose sei, sondern von den
Vaetern -, und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen. 7.23
Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbat empfaengt, damit das
Gesetz Moses nicht gebrochen werde, zuernt ihr mir, dass ich den
ganzen Menschen gesund gemacht habe am Sabbat? 7.24 Richtet
nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht.
7.25 Es sagten nun einige von den Bewohnern Jerusalems: Ist
das nicht der, den sie zu toeten suchen? 7.26 Und siehe, er
redet oeffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die
Obersten wahrhaftig erkannt, dass dieser der Christus ist? 7.27
Diesen aber kennen wir, woher er ist; wenn aber der Christus
kommt, so weiss niemand, woher er ist. 7.28 Jesus nun rief im
Tempel, lehrte und sprach: Ihr kennt mich und wisst auch, woher
ich bin; und ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der
mich gesandt hat, ist wahrhaftig, den ihr nicht kennt. 7.29
Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin und er mich gesandt hat.
7.30 Da suchten sie ihn zu greifen; und niemand legte die Hand
an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war. 7.31 Viele
aber von der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen: Wenn der
Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche
dieser getan hat? 7.32 Die Pharisaeer hoerten die Volksmenge
dies ueber ihn murmeln; und die Pharisaeer und die Hohenpriester
sandten Diener, dass sie ihn greifen moechten. 7.33 Da sprach
Jesus: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe hin
zu dem, der mich gesandt hat. 7.34 Ihr werdet mich suchen und
nicht finden, und wo ich bin, koennt ihr nicht hinkommen. 7.35
Es sprachen nun die Juden zueinander: Wohin will dieser gehen,
dass wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa in die Zerstreuung
der Griechen gehen und die Griechen lehren? 7.36 Was ist das
fuer ein Wort, das er sprach: Ihr werdet mich suchen und nicht
finden, und: Wo ich bin, koennt ihr nicht hinkommen? 7.37 An
dem letzten, dem grossen Tag des Festes aber stand Jesus und rief
und sprach: Wenn jemand duerstet, so komme er zu mir und trinke.
7.38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus
dessen Leibe werden Stroeme lebendigen Wassers fliessen. 7.39
Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die
an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus
noch nicht verherrlicht worden war. | | |
| | Meinungen des Volkes und des Hohen Rates ueber Jesus. | 7.40 Einige nun aus der Volksmenge sagten, als sie diese Worte
hoerten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. 7.41 Andere sagten:
Dieser ist der Christus. Andere sagten: Der Christus kommt doch
nicht aus Galilaea? 7.42 Hat nicht die Schrift gesagt: Aus der
Nachkommenschaft Davids und aus Bethlehem, dem Dorf, wo David
war, kommt der Christus? 7.43 Es entstand nun seinetwegen eine
Spaltung in der Volksmenge. 7.44 Einige aber von ihnen wollten
ihn greifen, aber keiner legte die Haende an ihn. 7.45 Es kamen
nun die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisaeern, und diese
sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? 7.46 Die
Diener antworteten: Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser
Mensch. 7.47 Da antworteten ihnen die Pharisaeer: Seid ihr denn
auch verfuehrt? 7.48 Hat wohl jemand von den Obersten an ihn
geglaubt, oder von den Pharisaeern? 7.49 Diese Volksmenge aber,
die das Gesetz nicht kennt, sie ist verflucht! 7.50 [Da]
spricht Nikodemus zu ihnen, der einer von ihnen war: 7.51
Richtet denn unser Gesetz den Menschen ehe es zuvor von ihm
selbst gehoert und erkannt hat, was er tut? 7.52 Sie
antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galilaea?
Forsche und siehe, dass aus Galilaea kein Prophet aufsteht. 7.53
Und jeder ging nach seinem Haus. | | |
| | 8 | | 8.1 Jesus aber ging nach dem Oelberg. | | |
| | Jesus und die Ehebrecherin. | 8.2 Fruehmorgens aber kam er wieder in den Tempel, und alles
Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 8.3 Die
Schriftgelehrten und die Pharisaeer aber bringen eine Frau, die
beim Ehebruch ergriffen worden war, und stellen sie in die Mitte
8.4 und sagen zu ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat
beim Ehebruch ergriffen worden. 8.5 In dem Gesetz aber hat uns
Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du? 8.6
Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, damit sie etwas haetten,
um ihn anzuklagen. Jesus aber bueckte sich nieder und schrieb mit
dem Finger auf die Erde. 8.7 Als sie aber fortfuhren, ihn zu
fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch
ohne Suende ist, werfe zuerst den Stein auf sie. 8.8 Und wieder
bueckte er sich nieder und schrieb auf die Erde. 8.9 Als sie
aber [dies] hoerten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus,
angefangen von den Aeltesten; und er wurde allein gelassen mit
der Frau, die in der Mitte stand. 8.10 Jesus aber richtete
sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind jene? Hat niemand dich
verurteilt? 8.11 Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber
sprach zu ihr: So verurteile auch ich dich nicht. Geh hin und
suendige nicht mehr! | | |
| | Das Licht der Welt. | 8.12 Jesus redete nun wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das
Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis
wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. 8.13 Da
sprachen die Pharisaeer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein
Zeugnis ist nicht wahr. 8.14 Jesus antwortete und sprach zu
ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis
wahr, weil ich weiss, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe;
ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. 8.15
Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand. 8.16 Wenn
ich aber auch richte, so ist mein Gericht wahr, weil ich nicht
allein bin, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.
8.17 Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, dass das
Zeugnis zweier Menschen wahr ist. 8.18 Ich bin es, der von mir
selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von
mir. 8.19 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus
antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr
mich gekannt haettet, so wuerdet ihr auch meinen Vater gekannt
haben. 8.20 Diese Worte redete er in der Schatzkammer, als er
im Tempel lehrte; und niemand legte Hand an ihn, denn seine
Stunde war noch nicht gekommen. | | |
| | Der Gesandte des Vaters. | 8.21 Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr
werdet mich suchen und werdet in eurer Suende sterben; wo ich
hingehe, koennt ihr nicht hinkommen. 8.22 Da sagten die Juden:
Er will sich doch nicht selbst toeten, dass er spricht: Wo ich
hingehe, koennt ihr nicht hinkommen? 8.23 Und er sprach zu
ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was
oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser
Welt. 8.24 Daher sagte ich euch, dass ihr in euren Suenden
sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, dass ich es
bin, so werdet ihr in euren Suenden sterben. 8.25 Da sprachen
sie zu ihm: Wer bist du? Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das,
was ich auch zu euch rede. 8.26 Vieles habe ich ueber euch zu
reden und zu richten, aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig;
und was ich von ihm gehoert habe, das rede ich zu der Welt.
8.27 Sie erkannten nicht, dass er von dem Vater zu ihnen
sprach. 8.28 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des
Menschen erhoeht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich
es bin und dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie der
Vater mich gelehrt hat, das rede ich. 8.29 Und der mich
gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen,
weil ich allezeit das ihm Wohlgefaellige tue. 8.30 Als er dies
redete, glaubten viele an ihn. | | |
| | Wahre Freiheit. | 8.31 Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten:
Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine
Juenger; 8.32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die
Wahrheit wird euch frei machen. 8.33 Sie antworteten ihm: Wir
sind Abrahams Nachkommenschaft und sind nie jemandes Sklaven
gewesen. Wie sagst du: Ihr sollt frei werden? 8.34 Jesus
antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der
die Suende tut, ist der Suende Sklave. 8.35 Der Sklave aber
bleibt nicht fuer immer im Haus; der Sohn bleibt fuer immer.
8.36 Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr
wirklich frei sein. | | |
| | Wahre Nachkommen Abrahams. | 8.37 Ich weiss, dass ihr Abrahams Nachkommen seid; aber ihr
sucht mich zu toeten, weil mein Wort nicht Raum in euch findet.
8.38 Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; auch ihr
nun moegt tun, was ihr von eurem Vater gehoert habt. 8.39 Sie
antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Jesus
spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder waeret, so wuerdet ihr
die Werke Abrahams tun; 8.40 jetzt aber sucht ihr mich zu
toeten, einen Menschen, der die Wahrheit zu euch geredet hat, die
ich von Gott gehoert habe; das hat Abraham nicht getan. 8.41
Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sprachen zu ihm: Wir sind
nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. 8.42
Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater waere, so wuerdet ihr
mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen;
denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat
mich gesandt. 8.43 Warum versteht ihr meine Sprache nicht?
Weil ihr mein Wort nicht hoeren koennt. 8.44 Ihr seid aus dem
Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun.
Jener war ein Menschenmoerder von Anfang an und stand nicht in
der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Luege
redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Luegner
und der Vater derselben. 8.45 Weil ich aber die Wahrheit sage,
glaubt ihr mir nicht. 8.46 Wer von euch ueberfuehrt mich einer
Suende? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?
8.47 Wer aus Gott ist, hoert die Worte Gottes. Darum hoert ihr
nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. 8.48 Die Juden
antworteten und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, dass du
ein Samariter bist und einen Daemon hast? 8.49 Jesus
antwortete: Ich habe keinen Daemon, sondern ich ehre meinen
Vater, und ihr verunehrt mich. 8.50 Ich aber suche nicht meine
Ehre: Es ist einer, der [sie] sucht und der richtet. 8.51
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort
bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen ewiglich. 8.52
Die Juden sprachen zu ihm: Jetzt erkennen wir, dass du einen
Daemon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du
sagst: Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod
nicht schmecken in Ewigkeit. 8.53 Bist du etwa groesser als
unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind
gestorben. Was machst du aus dir selbst? 8.54 Jesus
antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts;
mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser
Gott. 8.55 Und ihr habt ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn;
und wenn ich sagte: Ich kenne ihn nicht, so wuerde ich euch
gleich sein: ein Luegner. Aber ich kenne ihn, und ich bewahre
sein Wort. 8.56 Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen
Tag sehen sollte, und er sah [ihn] und freute sich. 8.57 Da
sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fuenfzig Jahre alt
und hast Abraham gesehen? 8.58 Jesus sprach zu ihnen:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.
8.59 Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Jesus aber
verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus. | | |
| | 9 Heilung eines Blindgeborenen. | 9.1 Und als er vorueberging, sah er einen Menschen, blind von
Geburt. 9.2 Und seine Juenger fragten ihn und sagten: Rabbi,
wer hat gesuendigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind
geboren wurde? 9.3 Jesus antwortete: Weder dieser hat
gesuendigt, noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an
ihm offenbart wuerden. 9.4 Wir muessen die Werke dessen wirken,
der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da
niemand wirken kann. 9.5 Solange ich in der Welt bin, bin ich
das Licht der Welt. 9.6 Als er dies gesagt hatte, spie er auf
die Erde und bereitete einen Teig aus dem Speichel und strich
den Teig auf seine Augen; 9.7 und er sprach zu ihm: Geh hin,
wasche dich in dem Teich Siloah - was uebersetzt wird: Gesandter.
Da ging er hin und wusch sich und kam sehend. | | |
| | Der Geheilte und die Juden. | 9.8 Die Nachbarn nun, und die ihn frueher gesehen hatten, dass
er ein Bettler war, sprachen: Ist dieser nicht der, der da sass
und bettelte? 9.9 Einige sagten: Er ist es; andere sagten:
Nein, sondern er ist ihm aehnlich; er sagte: Ich bin}s. 9.10
Sie sprachen nun zu ihm: Wie sind deine Augen aufgetan worden?
9.11 Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heisst, bereitete
einen Teig und salbte meine Augen [damit] und sprach zu mir: Geh
hin nach Siloah und wasche dich. Als ich aber hinging und mich
wusch, wurde ich sehend. 9.12 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist
jener? Er sagt: Ich weiss es nicht.
9.13 Sie fuehren ihn, den einst Blinden, zu den Pharisaeern.
9.14 Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig bereitete und
seine Augen auftat. 9.15 Nun fragten ihn wieder auch die
Pharisaeer, wie er sehend geworden sei. Er aber sprach zu ihnen:
Er legte Teig auf meine Augen, und ich wusch mich, und ich sehe.
9.16 Da sprachen einige von den Pharisaeern: Dieser Mensch ist
nicht von Gott, denn er haelt den Sabbat nicht. Andere sagten:
Wie kann ein suendiger Mensch solche Zeichen tun? Und es war
Zwiespalt unter ihnen. 9.17 Sie sagen nun wieder zu dem
Blinden: Was sagst du von ihm, weil er deine Augen aufgetan hat?
Er aber sprach: Er ist ein Prophet. 9.18 Es glaubten nun die
Juden nicht von ihm, dass er blind war und sehend geworden, bis
sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war. 9.19
Und sie fragten sie und sprachen: Ist dieser euer Sohn, von dem
ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wie sieht er denn jetzt?
9.20 Seine Eltern antworteten und sprachen: Wir wissen, dass
dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde; 9.21 wie
er aber jetzt sieht, wissen wir nicht, oder wer seine Augen
aufgetan hat, wissen wir nicht. Er ist muendig. Fragt ihn, er
wird selbst ueber sich reden. 9.22 Dies sagten seine Eltern,
weil sie die Juden fuerchteten; denn die Juden waren schon
uebereingekommen, dass, wenn jemand ihn als Christus bekennen
wuerde, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte. 9.23
Deswegen sagten seine Eltern: Er ist muendig, fragt ihn. 9.24
Sie riefen nun zum zweiten Mal den Menschen, der blind war, und
sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser
Mensch ein Suender ist. 9.25 Da antwortete er: Ob er ein Suender
ist, weiss ich nicht; eins weiss ich, dass ich blind war und jetzt
sehe. 9.26 Und sie sprachen wieder zu ihm: Was hat er dir
getan? Wie tat er deine Augen auf? 9.27 Er antwortete ihnen:
Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht gehoert. Warum
wollt ihr es nochmals hoeren? Wollt ihr etwa auch seine Juenger
werden? 9.28 Sie schmaehten ihn und sprachen: Du bist sein
Juenger; wir aber sind Moses Juenger. 9.29 Wir wissen, dass Gott
zu Mose geredet hat; von diesem aber wissen wir nicht, woher er
ist. 9.30 Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Hierbei
ist es doch erstaunlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und
er hat [doch] meine Augen aufgetan. 9.31 Wir wissen, dass Gott
Suender nicht hoert, sondern wenn jemand gottesfuerchtig ist und
seinen Willen tut, den hoert er. 9.32 Von Anbeginn hat man
nicht gehoert, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen aufgetan
habe. 9.33 Wenn dieser nicht von Gott waere, so koennte er
nichts tun. 9.34 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist
ganz in Suenden geboren, und du lehrst uns? Und sie warfen ihn
hinaus. | | |
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