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| | | Seite 1 von 9 1 2 3 4 5 6 7 8 9 | | 1 Gottes Anklage gegen sein Volk und Klage des Propheten. | 1.1 Das Gesicht, das Jesaja, der Sohn des Amoz, ueber Juda und
Jerusalem geschaut hat in den Tagen von Usija, Jotam, Ahas,
Hiskia, den Koenigen von Juda.
1.2 Hoert, ihr Himmel, und horch auf, du Erde! Denn der HERR
hat geredet: Ich habe Kinder grossgezogen und auferzogen, sie
aber haben mit mir gebrochen. 1.3 Ein Rind kennt seinen
Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel [aber] hat
keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. 1.4 Wehe,
suendige Nation, schuldbeladenes Volk, Geschlecht von Uebeltaetern,
verderbenbringende Kinder! Sie haben den HERRN verlassen, haben
den Heiligen Israels verworfen, sie haben sich nach hinten
abgewandt. - 1.5 Wohin wollt ihr noch geschlagen werden, die
ihr [eure] Widerspenstigkeit [nur] vermehrt? Das ganze Haupt ist
krank, und das ganze Herz ist siech. 1.6 Von der Fusssohle bis
zum Haupt ist keine heile Stelle an ihm: Wunden und Striemen und
frische Schlaege; sie sind nicht ausgedrueckt und nicht verbunden,
noch mit Oel gelindert. 1.7 Euer Land ist eine Oede, eure Staedte
sind mit Feuer verbrannt; euer Ackerland - Fremde verzehren
[seine Frucht] vor euren Augen; eine Oede ist es wie bei einer
Umkehrung durch Fremde. 1.8 Und die Tochter Zion ist
uebriggeblieben wie eine Laubhuette im Weinberg, wie eine
Nachthuette im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt. 1.9 Haette
der HERR der Heerscharen uns nicht einen ganz kleinen Ueberrest
gelassen, wie Sodom waeren wir, Gomorra waeren wir gleich. | | |
| | Verurteilung des falschen Gottesdienstes und Aufruf zum echten Gottesdienst. | 1.10 Hoert das Wort des HERRN, ihr Anfuehrer von Sodom! Horcht
auf die Weisung unseres Gottes, Volk von Gomorra! 1.11 Wozu
[soll] mir die Menge eurer Schlachtopfer [dienen]? - spricht der
HERR. Ich habe die Brandopfer von Widdern und das Fett der
Mastkaelber satt, und am Blut von Jungstieren, Laemmern und jungen
Boecken habe ich kein Gefallen. 1.12 Wenn ihr kommt, um vor
meinem Angesicht zu erscheinen - wer hat das von eurer Hand
gefordert, meine Vorhoefe zu zertreten? 1.13 Bringt nicht
laenger nichtige Speisopfer! Das Raeucherwerk ist mir ein Greuel.
Neumond und Sabbat, das Einberufen von Versammlungen: Suende und
Festversammlung ertrage ich nicht. 1.14 Eure Neumonde und eure
Feste hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin
es muede, [sie] zu ertragen. 1.15 Und wenn ihr eure Haende
ausbreitet, verhuelle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr
noch so viel betet, hoere ich nicht: eure Haende sind voll Blut.
1.16 Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure boesen Taten
aus den Augen, hoert auf, Boeses zu tun! 1.17 Lernt Gutes tun,
fragt nach dem Recht, weist den Unterdruecker zurecht! Schafft
Recht der Waise, fuehrt den Rechtsstreit der Witwe! | | |
| | Gottes Rechtshandel mit Juda, Klage ueber Zion - Zukuenftige Umkehr durch Gericht. | 1.18 Kommt denn und lasst uns miteinander rechten! spricht der
HERR. Wenn eure Suenden rot wie Karmesin sind, wie Schnee sollen
sie weiss werden. Wenn sie rot sind wie Purpur, wie Wolle sollen
sie werden. 1.19 Wenn ihr willig seid und hoert, sollt ihr das
Gute des Landes essen. 1.20 Wenn ihr euch aber weigert und
widerspenstig seid, sollt ihr vom Schwert gefressen werden. Denn
der Mund des HERRN hat geredet.
1.21 Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! Sie war voller
Recht; Gerechtigkeit wohnte darin, und jetzt Moerder! 1.22 Dein
Silber ist zu Schlacke geworden, dein edler Wein mit Wasser
gepanscht. 1.23 Deine Obersten sind Widerspenstige und
Diebesgesellen, jeder von ihnen liebt Bestechungen und jagt
Geschenken nach. Der Waise verschaffen sie nicht Recht, und der
Rechtsstreit der Witwe kommt nicht vor sie.
1.24 Darum spricht der Herr, der HERR der Heerscharen, der
Maechtige Israels: Wehe! Ich werde mich weiden an meinen Gegnern
und Rache nehmen an meinen Feinden. 1.25 Und ich werde meine
Hand gegen dich wenden und werde deine Schlacken ausschmelzen
wie mit Pottasche und all deine Schlacke beseitigen. 1.26 Ich
will deine Richter wiederherstellen wie in der ersten [Zeit] und
deine Ratgeber wie im Anfang. Danach wird man dich nennen: Stadt
der Gerechtigkeit, treue Stadt. 1.27 Zion wird erloest werden
durch Recht und die, die in ihm umkehren, durch Gerechtigkeit.
1.28 Aber Zerbruch [trifft die] Abtruennigen und Suender alle
miteinander; und die den HERRN verlassen, werden umkommen.
1.29 Denn sie werden beschaemt werden wegen der Terebinthen,
die ihr begehrt, und ihr werdet schamrot werden wegen der
Gaerten, die ihr erwaehlt habt. 1.30 Denn ihr werdet sein wie
eine Terebinthe, deren Laub verwelkt ist, und wie ein Garten,
der kein Wasser hat. 1.31 Und der Starke wird zu Werg werden
und sein Tun zum Funken; und beide miteinander werden sie
brennen, und niemand wird loeschen. | | |
| | 2 Das zukuenftige Friedensreich. | Mi 4,1-5.
2.1 Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, ueber Juda und
Jerusalem geschaut hat:
2.2 Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg
des Hauses des HERRN feststehen als Haupt der Berge und erhaben
sein ueber die Huegel; und alle Nationen werden zu ihm stroemen.
2.3 Und viele Voelker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst
uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs,
dass er uns auf Grund seiner Wege belehre und wir auf seinen
Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort
des HERRN von Jerusalem. 2.4 Und er wird richten zwischen den
Nationen und fuer viele Voelker Recht sprechen. Dann werden sie
ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu
Winzermessern. Nicht [mehr] wird Nation gegen Nation das Schwert
erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.
2.5 Haus Jakob, kommt, lasst uns im Licht des HERRN leben!
Gericht am Tag des HERRN
2.6 Ja, du hast dein Volk, das Haus Jakob, aufgegeben. Denn
sie sind voll [von Wahrsagern] aus dem Osten und sind Zauberer
wie die Philister, und mit den Kindern der Fremden schlagen sie
in die Haende. 2.7 Sein Land wurde voll von Silber und Gold,
und seine Schaetze haben kein Ende. Sein Land wurde voll von
Pferden, und seine Wagen haben kein Ende. 2.8 Sein Land wurde
voll von Goetzen. Man wirft sich nieder vor dem Werk seiner
Haende, vor dem, was seine Finger gemacht haben. 2.9 Da wird
der Mensch gebeugt und der Mann erniedrigt. Und du moegest ihnen
nicht vergeben! 2.10 Verkriech dich in den Fels und halte dich
im Staub versteckt vor dem Schrecken des HERRN und vor der
Pracht seiner Majestaet! 2.11 Die stolzen Augen des Menschen
werden erniedrigt, und der Hochmut des Mannes wird gebeugt
werden. Aber der HERR wird hoch erhaben sein, er allein, an
jenem Tag.
2.12 Denn der HERR der Heerscharen hat [sich] einen Tag
[vorbehalten] ueber alles Hoffaertige und Hohe und ueber alles
Erhabene, dass es erniedrigt werde; 2.13 ueber alle Zedern des
Libanon, die hohen und erhabenen, und ueber alle Eichen Basans;
2.14 ueber alle hohen Berge und ueber alle erhabenen Huegel;
2.15 ueber jeden hohen Turm und ueber jede steile Mauer; 2.16
ueber alle Tarsis-Schiffe und ueber alle kostbaren Boote. 2.17
Und der Stolz des Menschen wird gebeugt und der Hochmut des
Mannes erniedrigt werden. Und der HERR wird hoch erhaben sein,
er allein, an jenem Tag. 2.18 Und die Goetzen - [mit ihnen] ist
es voellig aus. 2.19 Da wird man sich in Felsenhoehlen und in
Erdloechern verkriechen vor dem Schrecken des HERRN und vor der
Pracht seiner Majestaet, wenn er sich aufmacht, die Erde zu
schrecken. 2.20 An jenem Tag wird der Mensch seine silbernen
Goetzen und seine goldenen Goetzen, die man ihm zum Anbeten
gemacht hat, den Spitzmaeusen und den Fledermaeusen hinwerfen,
2.21 um sich in die Felsspalten und Steinkluefte zu verkriechen
vor dem Schrecken des HERRN und vor der Pracht seiner Majestaet,
wenn er sich aufmacht, die Erde zu schrecken. 2.22 Lasst ab vom
Menschen, in dessen Nase [nur] ein Hauch ist! Denn wofuer ist er
zu achten? | | |
| | 3 Gericht ueber Suenden, besonders ueber die der hoeheren Staende und deren Frauen. | 3.1 Denn siehe, der Herr, der HERR der Heerscharen, nimmt von
Jerusalem und von Juda Stuetze und Stab hinweg, jede Stuetze des
Brotes und jede Stuetze des Wassers: 3.2 Held und Kriegsmann,
Richter und Prophet und Wahrsager und Aeltesten; 3.3 den
Obersten von fuenfzig [Mann] und den Angesehenen und den Ratgeber
und den geschickten Zauberer und den Beschwoerungskuenstler. 3.4
Dann mache ich junge Maenner zu ihren Obersten, und Mutwillige
sollen ueber sie herrschen. 3.5 Da wird sich das Volk
[bedraengen], Mann gegen Mann und jeder gegen seinen Naechsten.
Sie werden frech auftreten, der Junge gegen den Alten und der
Verachtete gegen den Geehrten. 3.6 Dann wird jemand seinen
Bruder im Haus seines Vaters packen [und sagen]: Du hast [noch]
einen Mantel, Anfuehrer sollst du uns sein! Und dieser
Truemmerhaufen sei unter deiner Hand! 3.7 Doch der wird an
jenem Tag [seine Stimme] erheben: Ich will kein Wundarzt sein,
und in meinem Haus ist kein Brot und kein Mantel. Macht mich
nicht zum Anfuehrer des Volkes! - 3.8 Denn Jerusalem ist
gestuerzt und Juda gefallen, weil ihre Zunge und ihre Taten gegen
den HERRN sind, um den Augen seiner Herrlichkeit zu trotzen.
3.9 Dass sie die Person ansehen, zeugt gegen sie. Und von ihrer
Suende sprechen sie offen wie Sodom, sie verschweigen sie nicht.
Wehe ihrer Seele! Denn sich selbst tun sie Boeses an. 3.10 Sagt
vom Gerechten, dass [es ihm] gutgehen wird, denn die Frucht ihrer
Taten werden sie geniessen. 3.11 Wehe dem Gottlosen! Es wird
ihm schlechtgehen, denn das Tun seiner Haende wird ihm vergolten.
3.12 [Ach,] mein Volk, seine Antreiber sind Mutwillige, und
Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Fuehrer sind Verfuehrer,
und den Weg, den du gehen sollst, verwirren sie.
3.13 Der HERR steht da zum Rechtsstreit, und er tritt auf, um
die Voelker zu richten. 3.14 Der HERR wird ins Gericht gehen
mit den Aeltesten seines Volkes und dessen Obersten: Ihr, ihr
habt den Weinberg abgeweidet, das dem Elenden Geraubte ist in
euren Haeusern. 3.15 Was [faellt] euch [ein]? Mein Volk
zertretet ihr, und das Gesicht der Elenden zermalmt ihr! spricht
der Herr, der HERR der Heerscharen.
3.16 Und der HERR sprach: Weil die Toechter Zions hochmuetig
sind und mit hochgerecktem Hals dahergehen und verfuehrerische
Blicke werfen, [weil sie] trippelnd einherstolzieren und mit
ihren Fussspangen klirren: 3.17 deshalb wird der Herr den
Scheitel der Toechter Zions grindig machen, und der HERR wird
ihre Stirn entbloessen. 3.18 An jenem Tag wird der Herr
wegnehmen den Schmuck der Fussspangen und Stirnbaender und
Halbmonde; 3.19 die Ohrgehaenge und Armketten und Schleier;
3.20 die Kopfbunde und Schrittkettchen und Guertel und
Riechflaeschchen und Amulette; 3.21 die Fingerringe und
Nasenringe; 3.22 die Prachtkleider und Maentel und
Umschlagtuecher und Beutel; 3.23 die Handspiegel und Hemden und
Turbane und Ueberwuerfe. 3.24 Und es wird geschehen, statt des
Wohlgeruchs wird Moder sein und statt des Guertels ein Strick,
statt des Lockenwerks eine Glatze und statt des Prunkgewandes
ein umguerteter Sack, ein Brandmal statt Schoenheit. 3.25 Deine
Maenner werden durchs Schwert fallen und deine Helden im Krieg.
3.26 Da werden ihre Tore klagen und trauern, und vereinsamt
sitzt sie am Boden. | | |
| | 4 | 4.1 Und an jenem Tag werden sieben Frauen einen Mann ergreifen
und sagen: Wir wollen unser eigenes Brot essen und uns mit
unserem eigenen Mantel bekleiden. Wenn nur dein Name ueber uns
genannt wird! Nimm unsere Schmach hinweg! | | |
| | Herrlichkeit Jerusalems nach Laeuterung. | 4.2 An jenem Tag wird der Spross des HERRN zur Zierde und zur
Herrlichkeit sein und die Frucht des Landes zum Stolz und zum
Schmuck fuer die Entkommenen Israels. 4.3 Und es wird
geschehen: Wer in Zion uebriggeblieben und wer in Jerusalem
uebriggelassen ist, wird heilig heissen, [jeder,] der zum Leben
aufgeschrieben ist in Jerusalem. 4.4 Wenn der Herr den Kot der
Toechter Zions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems aus
dessen Mitte hinweggespuelt hat durch den Geist des Gerichts und
durch den Geist des Ausrottens, 4.5 dann wird der HERR ueber
der ganzen Staette des Berges Zion und ueber seinen Versammlungen
eine Wolke schaffen bei Tag und Rauch sowie Glanz eines
flammenden Feuers bei Nacht; denn ueber der ganzen Herrlichkeit
wird ein Schutzdach sein. 4.6 Und ein Laubdach wird zum
Schatten dienen bei Tag vor der Hitze, und als Zuflucht und
Obdach vor Wolkenbruch und Regen. | | |
| | 5 Gleichnis vom unfruchtbaren Weinberg. | 5.1 Singen will ich von meinem Freund, das Lied meines
Liebsten von seinem Weinberg: Einen Weinberg hatte mein Freund
auf einem fetten Huegel. 5.2 Und er grub ihn um und saeuberte
ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit Edelreben. Er baute einen
Turm in seine Mitte und hieb auch eine Kelterkufe darin aus.
Dann erwartete er, dass er Trauben bringe. Doch er brachte
schlechte Beeren.
5.3 Und nun, Bewohner von Jerusalem und Maenner von Juda,
richtet doch zwischen mir und meinem Weinberg! 5.4 Was war an
meinem Weinberg noch zu tun, und ich haette es nicht an ihm
getan? Warum habe ich erwartet, dass er Trauben bringe, und er
brachte schlechte Beeren? 5.5 Nun, so will ich euch denn
mitteilen, was ich mit meinem Weinberg tun werde: Seinen Zaun
[will ich] entfernen, dass er abgeweidet wird, seine Mauer
niederreissen, dass er zertreten wird. 5.6 Ich werde ihn zur
Wuestenei machen. Er soll nicht beschnitten und nicht behackt
werden, in Dornen und Disteln soll er aufgehen. Und ich will den
Wolken befehlen, dass sie keinen Regen auf ihn regnen lassen.
5.7 Denn der Weinberg des HERRN der Heerscharen ist das Haus
Israel, und die Maenner von Juda sind die Pflanzung seiner Lust.
Und er wartete auf Rechtsspruch, und siehe da: Rechtsbruch; auf
Gerechtigkeit, und siehe da: Geschrei ueber Schlechtigkeit. | | |
| | Weherufe wegen Suenden - Drohendes Gericht durch einen furchtbaren Feind. | 5.8 Wehe denen, die Haus an Haus reihen, Feld an Feld ruecken,
bis kein Raum mehr ist und ihr allein ansaessig seid mitten im
Land! 5.9 [So hat] der HERR der Heerscharen in meine Ohren
[geschworen]: Wenn nicht die vielen Haeuser zur Einoede werden
[und] die grossen und schoenen ohne Bewohner sind! 5.10 Denn
zehn Juchart Weinberge werden [nur] ein Bat bringen, und ein
Homer Samen wird [nur] ein Efa bringen. - 5.11 Wehe denen, die
sich frueh am Morgen aufmachen, um Rauschtrank nachzujagen, die
bis spaet am Abend bleiben, [dass] der Wein sie erhitze! 5.12
Zither und Harfe, Tamburin und Floete und Wein gehoeren zu ihrem
Gelage. Aber auf das Tun des HERRN schauen sie nicht, und das
Werk seiner Haende sehen sie nicht.
5.13 Darum wird mein Volk gefangen wegziehen aus Mangel an
Erkenntnis. Seine Vornehmen sind Hungerleider, und seine
laermende Menge ist ausgedoerrt vor Durst. 5.14 Darum sperrt der
Scheol seinen Schlund weit auf und reisst seinen Rachen auf ohne
Mass. Und hinabfaehrt seine Pracht und sein Getuemmel und sein Laerm
und wer darin frohlockt. 5.15 Da wird der Mensch gebeugt und
der Mann erniedrigt, und die Augen der Hochmuetigen werden
erniedrigt. 5.16 Und der HERR der Heerscharen wird im Gericht
erhaben sein, und Gott, der Heilige, sich heilig erweisen in
Gerechtigkeit. - 5.17 Und Laemmer werden [dort] weiden wie auf
ihrer Trift, und Ziegen naehren sich in den Truemmerstaetten der
Vertriebenen.
5.18 Wehe denen, die die Schuld herbeiziehen mit Stricken des
Nichts, und die Suende wie mit Wagenseilen! 5.19 Die da sagen:
Es eile, es komme rasch sein Werk, damit wir es sehen! Und der
Ratschluss des Heiligen Israels nahe heran und komme, damit wir
ihn erkennen! 5.20 Wehe denen, die das Boese gut nennen und das
Gute boese; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu
Finsternis; die Bitteres zu Suessem machen und Suesses zu Bitterem!
5.21 Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und
sich selbst fuer verstaendig halten! 5.22 Wehe denen, die Helden
sind im Weintrinken und tapfere Maenner im Mischen von
Rauschtrank; 5.23 die den Ungerechten wegen eines
Bestechungsgeschenkes gerecht sprechen, den Gerechten aber ihre
Gerechtigkeit absprechen!
5.24 Darum, wie des Feuers Zunge die Stoppeln verzehrt und
duerres Gras in der Flamme zusammensinkt, so wird ihre Wurzel wie
Moder werden und ihre Bluete auffliegen wie Staub. Denn sie haben
das Gesetz des HERRN der Heerscharen verworfen und das Wort des
Heiligen Israels verschmaeht. 5.25 Darum ist der Zorn des HERRN
gegen sein Volk entbrannt, und er hat seine Hand gegen sie
ausgestreckt und sie geschlagen. Und die Berge erbebten, und
ihre Leichen lagen wie Kehricht mitten auf den Strassen. Bei
alledem hat sein Zorn sich nicht gewandt, und noch ist seine
Hand ausgestreckt.
5.26 Und er wird ein Feldzeichen aufrichten fuer die Nation in
der Ferne, und er wird sie herbeipfeifen vom Ende der Erde; und
siehe, eilends, schnell wird sie kommen. 5.27 Kein Erschoepfter
und kein Stuerzender ist bei ihr; nicht schlummert noch schlaeft
sie; keinem loest sich der Guertel von seinen Lenden, [und] keinem
zerreisst der Riemen seiner Schuhe. 5.28 Ihre Pfeile sind
geschaerft und all ihre Bogen gespannt, die Hufe ihrer Pferde
sind Kieselsteinen gleich und ihre Raeder gleich dem Wirbelwind.
5.29 Ihr Gebruell ist wie das einer Loewin, sie bruellt wie die
Jungloewen. Und sie knurrt und packt die Beute und bringt sie in
Sicherheit, und kein Retter ist da. 5.30 Und sie knurrt ueber
ihr an jenem Tag wie das Tosen des Meeres. Dann blickt man zur
Erde, und siehe, angstvolle Finsternis; und das Licht ist
verfinstert durch ihr Gewoelk. | | |
| | 6 Gesicht des Jesaja und seine Beauftragung. | 6.1 Im Todesjahr des Koenigs Usija, da sah ich den Herrn sitzen
auf hohem und erhabenem Thron, und die Saeume [seines Gewandes]
fuellten den Tempel. 6.2 Seraphim standen ueber ihm. Jeder von
ihnen hatte sechs Fluegel: mit zweien bedeckte er sein Gesicht,
mit zweien bedeckte er seine Fuesse, und mit zweien flog er. 6.3
Und einer rief dem andern zu und sprach: Heilig, heilig, heilig
ist der HERR der Heerscharen! Die ganze Erde ist erfuellt mit
seiner Herrlichkeit! 6.4 Da erbebten die Tuerpfosten in den
Schwellen von der Stimme des Rufenden, und das Haus wurde mit
Rauch erfuellt. 6.5 Da sprach ich: Wehe mir, denn ich bin
verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich, und mitten
in einem Volk mit unreinen Lippen wohne ich. Denn meine Augen
haben den Koenig, den HERRN der Heerscharen, gesehen. 6.6 Da
flog einer der Seraphim zu mir; und in seiner Hand war eine
gluehende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte.
6.7 Und er beruehrte [damit] meinen Mund und sprach: Siehe,
dies hat deine Lippen beruehrt; so ist deine Schuld gewichen und
deine Suende gesuehnt.
6.8 Und ich hoerte die Stimme des Herrn, der sprach: Wen soll
ich senden, und wer wird fuer uns gehen? Da sprach ich: Hier bin
ich, sende mich! 6.9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu
diesem Volk: Hoeren, ja, hoeren sollt ihr und nicht verstehen!
Sehen, ja, sehen sollt ihr und nicht erkennen! 6.10 Mache das
Herz dieses Volkes fett, mache seine Ohren schwer[hoerig], und
verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen [nicht] sieht
und mit seinen Ohren [nicht] hoert und sein Herz [nicht]
einsichtig wird und es [nicht] umkehrt und Heilung fuer sich
findet! 6.11 Da sagte ich: Wie lange, Herr? Und er sprach: Bis
die Staedte verwuestet sind, ohne Bewohner, und die Haeuser ohne
Menschen und das Land zur Oede verwuestet ist. 6.12 Der HERR
wird die Menschen weit fortschicken, und die Verlassenheit
mitten im Land wird gross sein. 6.13 Und ist noch ein Zehntel
darin, so wird es wieder dem Niederbrennen anheimfallen wie die
Terebinthe und wie die Eiche, an denen beim Faellen ein Stumpf
[bleibt] - ein heiliger Same ist sein Stumpf. | | |
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| | | | Häufige Suchbegriffe: | | JESAJA 5 20 (5) | | Jesaja 1 9 (4) | | Prophet Jesaja (3) | | Jesaja 4 1 (2) | | altes testament sodom (2) | | altes testament jesaja (2) | | jesaja Altes Testament (2) |
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