Seite 1 von 8 1 2 3 4 5 6 7 8 | | 1 Berufung des Jeremia zum Propheten. | 1.1 Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, von den Priestern in
Anatot im Land Benjamin, 1.2 zu dem das Wort des HERRN geschah
in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Koenigs von Juda, im
dreizehnten Jahr seiner Regierung. 1.3 Und es geschah auch in
den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Koenigs von Juda, bis
zum Ende des elften Jahres Zedekias, des Sohnes Josias, des
Koenigs von Juda, bis zur Wegfuehrung Jerusalems im fuenften Monat.
1.4 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 1.5 Ehe ich
dich im Mutterschoss bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du
aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt: zum
Propheten fuer die Nationen habe ich dich eingesetzt. 1.6 Aber
ich sprach: Ach, Herr, HERR! Siehe, ich verstehe nicht zu reden,
denn ich bin [zu] jung. 1.7 Da sprach der HERR zu mir: Sage
nicht: Ich bin [zu] jung. Denn zu allen, zu denen ich dich
sende, sollst du gehen, und alles, was ich dir gebiete, sollst
du reden. 1.8 Fuerchte dich nicht vor ihnen! Denn ich bin mit
dir, um dich zu erretten, spricht der HERR. 1.9 Und der HERR
streckte seine Hand aus und ruehrte meinen Mund an, und der HERR
sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.
1.10 Siehe, ich bestelle dich an diesem Tag ueber die Nationen
und ueber die Koenigreiche, um auszureissen und niederzureissen,
zugrunde zu richten und abzubrechen, um zu bauen und zu
pflanzen.
1.11 Und das Wort des HERRN geschah zu mir: Was siehst du,
Jeremia? Und ich sagte: Ich sehe einen Mandelzweig. 1.12 Und
der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich werde
ueber meinem Wort wachen, es auszufuehren.
1.13 Und das Wort des HERRN geschah zu mir zum zweiten Mal:
Was siehst du? Und ich sagte: Ich sehe einen siedenden Topf,
dessen Oberflaeche von Norden her [geneigt] ist. 1.14 Da sprach
der HERR zu mir: Von Norden her wird das Unglueck losbrechen ueber
alle Bewohner des Landes. 1.15 Denn siehe, ich rufe allen
Stammesgruppen in den Koenigreichen des Nordens zu, spricht der
HERR, dass sie kommen, und jeder wird seinen Thron am Eingang der
Tore Jerusalems aufstellen und gegen all seine Mauern ringsum
und gegen alle Staedte Judas. 1.16 Und ich werde meine Urteile
ueber sie sprechen wegen all ihrer Bosheit, dass sie mich
verlassen und anderen Goettern Rauchopfer dargebracht und sich
vor den Werken ihrer Haende niedergeworfen haben. 1.17 Du aber
guerte deine Hueften, mach dich auf und rede zu ihnen alles, was
ich dir gebieten werde! Erschrick nicht vor ihnen, damit ich
dich nicht vor ihnen in Schrecken setze! 1.18 Und ich, siehe,
ich mache dich heute zu einer befestigten Stadt und zu einer
eisernen Saeule und zu einer ehernen Mauer gegen das ganze Land,
sowohl [gegen] die Koenige von Juda als auch seine Obersten,
seine Priester und das Volk des Landes. 1.19 Und sie werden
gegen dich kaempfen, dich aber nicht ueberwaeltigen, denn ich bin
mit dir, spricht der HERR, um dich zu erretten. | | |
| | 2 Israels Undankbarkeit und Untreue gegen Gott. | 2.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir: 2.2 Geh und rufe
in die Ohren Jerusalems: So spricht der HERR: Ich erinnere mich
- dir [zugute] - an die Treue deiner Jugendzeit, an die Liebe
deiner Brautzeit, wie du hinter mir hergingst in der Wueste, im
unbesaeten Land. 2.3 Israel war heilig dem HERRN, der Erstling
seiner Ernte. Alle, die [davon] essen wollten, machten sich
schuldig: Unglueck kam ueber sie, spricht der HERR.
2.4 Hoert das Wort des HERRN, Haus Jakob und alle Sippen des
Hauses Israel! 2.5 So spricht der HERR: Was haben eure Vaeter
Unrechtes an mir gefunden, dass sie sich von mir entfernt haben
und dem Nichts nachgelaufen und [selber] zu Nichts geworden
sind? 2.6 Und sie sagten nicht: Wo ist der HERR, der uns aus
dem Land Aegypten heraufgefuehrt hat, der uns leitete in der
Wueste, im Land der Steppe und des Abgrundes, im Land der Duerre
und des Dunkels, im Land, durch das niemand zieht und wo kein
Mensch wohnt? 2.7 Und ich brachte euch in ein Gartenland,
seine Frucht und sein Bestes zu essen. Und ihr kamt hin und habt
mein Land unrein gemacht, und mein Erbteil habt ihr zum Greuel
gemacht. 2.8 Die Priester sagten nicht: Wo ist der HERR? Und
die das Gesetz handhabten, kannten mich nicht, und die Hirten
haben mit mir gebrochen. Die Propheten weissagten im [Namen des]
Baal und sind denen nachgelaufen, die nichts nuetzen.
2.9 Darum muss ich weiter mit euch rechten, spricht der HERR.
Auch mit euren Kindeskindern muss ich rechten. 2.10 Fahrt doch
hinueber zu den Inseln der Kittaeer und seht, sendet nach Kedar
und gebt gut acht und seht, ob so etwas [dort je] geschehen ist!
2.11 Hat irgendeine Nation die Goetter vertauscht? - Und [jene]
sind nicht einmal Goetter! Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit
vertauscht gegen das, was nichts nuetzt. 2.12 Entsetzt euch
darueber, ihr Himmel, und schaudert, erstarrt voellig [vor
Schreck]! spricht der HERR. 2.13 Denn zweifach Boeses hat mein
Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie
verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die
das Wasser nicht halten.
2.14 Ist Israel ein Sklave, oder ist er [gar] ein Sklavensohn?
Warum ist er zur Beute geworden? 2.15 Jungloewen haben ueber ihm
gebruellt, liessen ihre Stimme hoeren. Sie haben sein Land zur
Wueste gemacht. Seine Staedte sind verbrannt und ohne Bewohner.
2.16 Auch die Soehne von Nof und Tachpanhes weiden dir den
Scheitel ab. 2.17 Hast du dir das nicht [selbst] zugefuegt,
indem du den HERRN, deinen Gott, verlassen hast, als er dich auf
dem Weg [durch die Wueste] fuehrte? 2.18 Und nun, was hast du
mit dem Weg nach Aegypten zu schaffen, um die Wasser des Sichor
zu trinken? Und was hast du mit dem Weg nach Assur zu schaffen,
um die Wasser des Stroms zu trinken? 2.19 Deine [eigene]
Bosheit zuechtigt dich, und deine Treulosigkeiten strafen dich.
Erkenne doch und sieh, dass es schlimm und bitter ist, wenn du
den HERRN, deinen Gott, verlaesst und wenn bei dir keine Furcht
vor mir ist! spricht der HERR, der HERR der Heerscharen.
2.20 Denn von jeher hast du dein Joch zerbrochen, deine
Stricke zerrissen und hast gesagt: Ich will nicht dienen! Denn
auf jedem hohen Huegel und unter jedem gruenen Baum hast du dich
hingelegt als Hure. 2.21 Ich hatte dich gepflanzt als
Edelrebe, lauter echtes Gewaechs. Aber wie hast du dich mir
verwandelt in entartete [Reben] eines fremdartigen Weinstocks!
2.22 Auch wenn du dich mit Natron wueschest und viel Laugensalz
naehmst: schmutzig bleibt deine Schuld vor mir, spricht der Herr,
HERR.
2.23 Wie kannst du sagen: Ich habe mich nicht unrein gemacht,
ich bin den Baalim nicht nachgelaufen? Sieh [doch] deinen Weg im
Tal, erkenne, was du getan hast, du flinke Kamelstute, die
sinnlos hin und her laeuft! 2.24 Eine Wildeselin, die Wueste
gewohnt, - in ihrer Gier schnappt sie nach Luft; ihre Brunst,
wer kann sie hemmen? Alle, die sie suchen, brauchen sich nicht
muede zu laufen: in ihrer Brunstzeit werden sie sie finden.
2.25 Bewahre deinen Fuss vor dem Barfussgehen und deine Kehle
vor dem Durst! Aber du sprichst: `Es ist umsonst, nein! Denn ich
liebe die Fremden, und ihnen laufe ich nach. 2.26 Wie ein Dieb
beschaemt [dasteht], wenn er ertappt wird, so muss sich das Haus
Israel schaemen, sie, ihre Koenige, ihre Obersten und ihre
Priester und ihre Propheten, 2.27 die zum Holz sagen: Du bist
mein Vater! - und zum Stein: Du hast mich geboren! Denn sie
haben mir den Ruecken zugekehrt und nicht das Gesicht. Aber zur
Zeit ihres Ungluecks sagen sie: Steh auf und rette uns! 2.28 Wo
sind nun deine Goetter, die du dir gemacht hast? Sie sollen
aufstehen, wenn sie dich retten koennen zur Zeit deines Ungluecks!
Denn so zahlreich wie deine Staedte sind deine Goetter geworden,
Juda.
2.29 Warum rechtet ihr mit mir? Ihr habt alle mit mir
gebrochen, spricht der HERR. 2.30 Vergeblich habe ich eure
Soehne geschlagen, sie haben keine Zuechtigung angenommen. Euer
Schwert hat eure Propheten gefressen wie ein reissender Loewe.
2.31 O Generation, die ihr seid, seht das Wort des HERRN! Bin
ich [denn] fuer Israel eine Wueste gewesen oder ein Land tiefer
Finsternis? Warum spricht mein Volk: Wir laufen umher, wir
kommen nicht mehr zu dir? 2.32 Vergisst etwa eine Jungfrau
ihren Schmuck, eine Braut ihren Guertel? Aber mein Volk hat mich
vergessen seit unzaehligen Tagen. 2.33 Wie gut kannst du deinen
Weg einrichten, um Liebe zu suchen! Darum hast du deine Wege
auch an Uebeltaten gewoehnt. 2.34 Ja, an den Saeumen [deiner
Kleider] findet sich das Blut unschuldiger Armer. Nicht beim
Einbruch hast du sie ertappt. Wegen all jener Dinge [wirst du
zur Rechenschaft gezogen]. 2.35 Doch du sagst: Ich bin
unschuldig, ja, sein Zorn hat sich von mir abgewandt. Siehe, ich
werde mit dir vor Gericht treten, weil du sagst: Ich habe nicht
gesuendigt. 2.36 Was laeufst du so sehr, um deinen Weg zu
aendern? Auch an Aegypten wirst du zuschanden, wie du an Assur
zuschanden geworden bist; 2.37 auch von diesem [Land Aegypten]
wirst du weggehen mit deinen Haenden auf deinem Haupt. Denn der
HERR hat die verworfen, auf die [du] dein Vertrauen [setzt], und
du wirst mit ihnen keinen Erfolg haben. | | |
| | 3 | 3.1 Er spricht: Wenn ein Mann seine Frau entlaesst und sie von
ihm weggeht und [die Frau] eines anderen Mannes wird, darf sie
wieder zu ihm zurueckkehren? Wuerde dieses Land nicht ganz und gar
entweiht werden? Du aber hast mit vielen Liebhabern gehurt, und
du solltest zu mir zurueckkehren? spricht der HERR. 3.2 Hebe
deine Augen auf zu den kahlen Hoehen und sieh! Wo bist du nicht
geschaendet worden? An den Wegen sassest du fuer sie wie ein Araber
in der Wueste. Und du hast das Land entweiht durch deine Hurerei
und durch deine Bosheit. 3.3 Darum wurden die Regenguesse
zurueckgehalten, und es gab keinen Spaetregen. Aber du hattest die
Stirn eines Hurenweibes, hast dich geweigert, dich zu schaemen.
3.4 Nicht wahr, von jetzt an rufst du mir zu: Mein Vater, der
Freund meiner Jugend bist du! 3.5 Wird er fuer ewig grollen,
wird er fuer immer [Zorn] bewahren? Siehe, [so] hast du geredet
und Boeses getan und hast dich durchgesetzt. | | |
| | Gottes Anklage gegen Israel und Juda - Ruf zur Busse - Verheissung der Gnade. | 3.6 Und der HERR sprach zu mir in den Tagen des Koenigs Josia:
Hast du gesehen, was Israel, die Abtruennige, getan hat? Sie ging
auf jeden hohen Berg und unter jeden gruenen Baum und hurte dort.
3.7 Und ich sprach: Nachdem sie das alles getan hat, wird sie
zu mir zurueckkehren. Aber sie kehrte nicht zurueck. Und ihre
treulose Schwester Juda sah es. 3.8 Und sie sah [auch], dass
ich Israel, die Abtruennige, eben deshalb, weil sie die Ehe
gebrochen, entliess und ihr den Scheidebrief gab. Doch ihre
Schwester Juda, die Treulose, fuerchtete sich nicht, sondern ging
hin und trieb selbst auch Hurerei. 3.9 Und es geschah, durch
die Leichtfertigkeit ihrer Hurerei, entweihte sie das Land; denn
sie trieb Ehebruch mit Stein und mit Holz. 3.10 Und selbst bei
alldem ist ihre Schwester Juda, die Treulose, nicht mit ihrem
ganzen Herzen zu mir zurueckgekehrt, sondern nur zum Schein,
spricht der HERR.
3.11 Und der HERR sprach zu mir: Israel, die Abtruennige, hat
sich gerechter erwiesen als Juda, die Treulose. 3.12 Geh und
rufe diese Worte aus nach Norden hin und sprich: Kehre zurueck,
Israel, du Abtruennige, spricht der HERR! Ich will nicht finster
auf euch blicken. Denn ich bin guetig, spricht der HERR, ich
werde nicht fuer ewig grollen. 3.13 Nur erkenne deine Schuld,
dass du mit dem HERRN, deinem Gott, gebrochen hast und unter
jeden gruenen Baum zu den fremden [Goettern] hin und her gelaufen
bist. Aber auf meine Stimme habt ihr nicht gehoert, spricht der
HERR. 3.14 Kehrt um, ihr abtruennigen Kinder! spricht der HERR.
Denn ich bin euer Herr. Und ich werde euch nehmen, einen aus
einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und euch nach Zion
bringen. 3.15 Und ich werde euch Hirten geben nach meinem
Herzen, und sie werden euch weiden mit Erkenntnis und Verstand.
3.16 Und es wird geschehen, wenn ihr euch im Land vermehrt und
fruchtbar seid in jenen Tagen, spricht der HERR, wird man nicht
mehr sagen: `Die Bundeslade des HERRN; und sie wird keinem mehr
in den Sinn kommen, und man wird nicht mehr an sie denken noch
sie suchen, und sie wird nicht wiederhergestellt werden. 3.17
In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und
alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des
HERRN in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit
ihres boesen Herzens folgen. 3.18 In jenen Tagen wird das Haus
Juda mit dem Haus Israel [zusammen]gehen, und sie werden
miteinander aus dem Land des Nordens in das Land kommen, das ich
euren Vaetern zum Erbteil gegeben habe.
3.19 Und ich hatte [doch] gedacht: Wie will ich dich unter die
Soehne aufnehmen und dir ein koestliches Land geben, ein Erbteil,
das die herrlichste Zierde der Nationen ist! Und ich meinte, ihr
wuerdet mir zurufen: `Mein Vater! und wuerdet euch nicht [mehr]
von mir abwenden. 3.20 Fuerwahr, wie eine Frau ihren Gefaehrten
treulos verlaesst, so habt ihr treulos an mir gehandelt, Haus
Israel, spricht der HERR.
3.21 Eine Stimme hoert man auf den kahlen Hoehen, ein Weinen,
ein Flehen der Soehne Israel, weil sie ihren Weg verkehrt [und]
den HERRN, ihren Gott, vergessen haben. - 3.22 Kehrt um, ihr
abtruennigen Kinder! Ich will eure Treulosigkeiten heilen. - Hier
sind wir, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.
3.23 Fuerwahr, truegerisch [klingt] von den Huegeln das Getoese
der Berge; fuerwahr, [nur] im HERRN, unserm Gott, ist das Heil
Israels! 3.24 Denn die Schande hat den Erwerb unserer Vaeter
gefressen von unserer Jugend an, ihre Schafe und ihre Rinder,
ihre Soehne und ihre Toechter. 3.25 In unserer Schande muessen
wir daliegen, und unsere Schmach bedeckt uns! Denn wir haben
gegen den HERRN, unsern Gott, gesuendigt, wir und unsere Vaeter,
von unserer Jugend an bis auf diesen Tag, und wir haben nicht
auf die Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehoert. | | |
| | 4 | 4.1Wenn du umkehrst, Israel, spricht der HERR, zu mir umkehrst
und wenn du deine Scheusale von meinem Angesicht entfernst, dann
brauchst du nicht mehr umherzuschweifen! 4.2 Und wenn du
schwoerst: So wahr der HERR lebt! - in Wahrheit, in Recht und in
Gerechtigkeit, dann werden die Nationen sich in ihm segnen und
sich in ihm ruehmen. 4.3 Denn so spricht der HERR zu den
Maennern von Juda und zu Jerusalem: Pfluegt euch Neuland und saet
nicht unter die Dornen! 4.4 Beschneidet euch fuer den HERRN und
entfernt die Vorhaeute eurer Herzen, ihr Maenner von Juda und ihr
Bewohner von Jerusalem, damit mein Zorn nicht ausbricht wie ein
Feuer und unausloeschlich brennt wegen der Bosheit eurer Taten! | | |
| | Gerichtsankuendigung: Der furchtbare Feind aus dem Norden. | 4.5 Verkuendigt es in Juda und lasst es in Jerusalem hoeren und
sagt: Stosst ins Horn auf dem Land! Ruft aus voller Kehle und
sagt: Versammelt euch und lasst uns in die befestigten Staedte
ziehen! 4.6 Richtet ein Feldzeichen auf nach Zion hin! Flieht,
bleibt nicht stehen! Denn ich bringe Unglueck von Norden her und
einen grossen Zusammenbruch. 4.7 Ein Loewe steigt herauf aus
seinem Dickicht, und ein Zerstoerer der Nationen bricht auf. Er
zieht von seinem Ort aus, um dein Land zur Wueste zu machen,
deine Staedte verfallen, sind ohne Bewohner. 4.8 Darum guertet
euch Sacktuch um, klagt und jammert! Denn die Glut des Zornes
des HERRN hat sich nicht von uns abgewandt. 4.9 Und es wird
geschehen an jenem Tag, spricht der HERR, da wird das Herz des
Koenigs und das Herz der Obersten vergehen. Und die Priester
werden sich entsetzen und die Propheten erstarrt sein.
4.10 Da sprach ich: Ach, Herr, HERR! Fuerwahr, bitter getaeuscht
hast du dieses Volk und Jerusalem, als du sprachst: Ihr werdet
Frieden haben! - und [nun] dringt [uns] das Schwert bis an die
Seele.
4.11 In jener Zeit wird diesem Volk und Jerusalem gesagt
werden: Ein heisser Wind von den kahlen Hoehen in der Wueste kommt
[gerade]wegs zur Tochter meines Volkes nicht zum Worfeln und
nicht zum Laeutern, [sondern] 4.12 ein Wind, staerker als
dieser, wird [von] mir kommen. Nun will auch ich Gerichtsurteile
ueber sie sprechen. 4.13 Siehe, wie Wolken zieht er herauf, und
wie der Sturmwind sind seine Wagen, schneller als Adler seine
Pferde. Wehe uns! Denn wir sind ueberwaeltigt. 4.14 Wasche dein
Herz rein von Bosheit, Jerusalem, damit du gerettet wirst! Wie
lange sollen deine heillosen Plaene in deinem Innern schlummern?
4.15 Denn eine Stimme berichtet von Dan her und verkuendet
Unheil vom Gebirge Ephraim aus. 4.16 Ruft es den Nationen ins
Gedaechtnis, siehe, verkuendet es Jerusalem: Belagerer kommen aus
einem fernen Land und lassen ihre Stimme erschallen gegen die
Staedte Judas! 4.17 Wie Waechter auf dem Feld sind sie
ringsumher gegen Jerusalem s. Denn gegen mich ist es
widerspenstig gewesen, spricht der HERR. 4.18 Dein Weg und
deine Taten haben dir das gebracht; das ist deine Bosheit, dass
es bitter ist und bis an dein Herz dringt.
4.19 Meine Eingeweide, meine Eingeweide! Ich muss mich winden.
Die Waende meines Herzens! Es tobt in mir mein Herz. Ich kann
nicht schweigen. Denn du, meine Seele, hoerst den Schall des
Horns, Kriegsgeschrei: 4.20 Zusammenbruch ueber Zusammenbruch
wird ausgerufen. Denn das ganze Land ist ueberwaeltigt. Ploetzlich
sind meine Zelte ueberwaeltigt, meine Zeltdecken in einem
Augenblick. 4.21 Wie lange muss ich das Feldzeichen sehen, den
Schall des Horns hoeren? - 4.22 Denn mein Volk ist naerrisch,
mich kennen sie nicht. Toerichte Kinder sind sie und
unverstaendig. Weise sind sie, Boeses zu tun; aber Gutes zu tun,
verstehen sie nicht. - 4.23 Ich schaue die Erde, und siehe,
sie ist wuest und leer, - und zum Himmel, und sein Licht ist
nicht da. 4.24 Ich schaue die Berge, und siehe, sie beben; und
alle Huegel schwanken. 4.25 Ich schaue, und siehe, kein Mensch
ist da; und alle Voegel des Himmels sind entflohen. 4.26 Ich
schaue, und siehe, das Fruchtland ist eine Wueste; und alle seine
Staedte sind niedergerissen vor dem HERRN, vor der Glut seines
Zornes.
4.27 Denn so spricht der HERR: Oede soll das ganze Land werden;
doch will ich nicht ein Ende [mit ihm] machen. 4.28 Darum wird
die Erde trauern, und der Himmel oben schwarz werden. Denn ich
habe es geredet, ich habe beschlossen, und ich werde es nicht
bereuen und nicht davon ablassen. 4.29 Vor dem Geschrei der
Reiter und Bogenschuetzen flieht jede Stadt: sie gehen ins
Dickicht und ersteigen die Felsen. Jede Stadt ist verlassen, und
kein Mensch wohnt [mehr] darin. 4.30 Und du, Ueberwaeltigte, was
wirst du tun? Wenn du dich auch in Karmesin kleidest, wenn du
mit goldenem Schmuck dich schmueckst, wenn du deine Augen mit
Schminke vergroesserst: vergeblich machst du dich schoen. Die
Liebhaber verschmaehen dich, sie trachten dir nach dem Leben.
4.31 Denn eine Stimme wie die von einer Kreissenden hoere ich,
das Klagegeschrei wie von einer Erstgebaerenden, die Stimme der
Tochter Zion. Sie seufzt, sie breitet ihre Haende aus: Wehe mir!
Denn meine Seele erliegt den Moerdern. | | |
| | 5 Ursache der Strafe ueber Juda und Jerusalem. | 5.1 Durchstreift die Gassen Jerusalems, seht doch und erkundet
und sucht auf ihren Plaetzen, ob ihr jemanden findet, ob einer da
ist, der Recht uebt, der Treue sucht: so will ich ihr vergeben!
5.2 Und wenn sie sagen: So wahr der HERR lebt! - so schwoeren
sie darum doch falsch. - 5.3 HERR, sind deine Augen nicht auf
die Treue gerichtet? Du hast sie geschlagen, aber es hat sie
nicht geschmerzt. Du hast sie aufgerieben, [aber] sie haben sich
geweigert, Zucht anzunehmen. Sie haben ihr Gesicht haerter
gemacht als Fels, sie haben sich geweigert umzukehren. 5.4 Ich
aber, ich sagte: Nur die Geringen sind so; diese handeln
toericht, weil sie den Weg des HERRN, das Recht ihres Gottes,
nicht kennen. 5.5 Ich will doch zu den Grossen gehen und mit
ihnen reden; denn sie kennen den Weg des HERRN, das Recht ihres
Gottes. Doch sie haben alle zusammen das Joch zerbrochen, die
Stricke zerrissen. 5.6 Darum schlaegt sie ein Loewe aus dem
Wald, ein Wolf der Steppen ueberwaeltigt sie, ein Leopard lauert
an ihren Staedten: jeder, der aus ihnen hinausgeht, wird
zerrissen. Denn ihre Vergehen sind viele, zahlreich ihre
Treulosigkeiten. - 5.7 Weshalb sollte ich dir vergeben? Deine
Soehne haben mich verlassen und schwoeren bei Nichtgoettern. Obwohl
ich sie schwoeren liess, haben sie Ehebruch getrieben und laufen
scharenweise ins Hurenhaus. 5.8 Feiste, geile Pferde sind sie;
sie wiehern, jeder nach der Frau seines Naechsten. 5.9 Sollte
ich dies nicht heimsuchen? spricht der HERR. Oder sollte sich
meine Seele an einer Nation wie dieser nicht raechen?
5.10 Ersteigt seine Mauern und zerstoert [sie]! Doch richtet
[sie] nicht voellig zugrunde! Reisst seine Ranken weg, denn dem
HERRN gehoeren sie nicht! 5.11 Denn das Haus Israel und das
Haus Juda haben sehr treulos an mir gehandelt, spricht der HERR.
5.12 Sie haben den HERRN verleugnet und gesagt: Er ist nicht
da. Kein Unglueck wird ueber uns kommen, Schwert und Hunger werden
wir nicht sehen. 5.13 Und die Propheten werden zu Wind werden,
und das Wort [des HERRN] ist nicht in ihnen; - aber so wird es
ihnen selbst ergehen.
5.14 Darum, so spricht der HERR, der Gott der Heerscharen:
Weil ihr dieses Wort redet, siehe, so will ich meine Worte in
deinem Mund zu Feuer machen und dieses Volk zu Holz, und es soll
sie verzehren. 5.15 Siehe, ich bringe ueber euch eine Nation
aus der Ferne, Haus Israel, spricht der HERR. Es ist eine
unverwuestliche Nation. Es ist eine Nation von alters her, eine
Nation, deren Sprache du nicht kennst und deren Rede du nicht
verstehst. 5.16 Ihr Koecher ist wie ein offenes Grab. Sie sind
alle Helden. 5.17 Und sie wird deine Ernte verzehren und dein
Brot, sie werden deine Soehne und deine Toechter verzehren. Sie
wird verzehren deine Schafe und deine Rinder, verzehren deinen
Weinstock und deinen Feigenbaum. Deine befestigten Staedte, auf
die du dich verlaesst, wird sie mit dem Schwert zerstoeren. 5.18
Aber auch in jenen Tagen, spricht der HERR, werde ich nicht ein
Ende mit euch machen. - 5.19 Und es soll geschehen, wenn ihr
sagt: Weshalb hat der HERR, unser Gott, uns dies alles getan? -
dann sage zu ihnen: Genauso wie ihr mich verlassen und in eurem
Land fremden Goettern gedient habt, so sollt ihr Fremden dienen
in einem Land, das euch nicht gehoert.
5.20 Verkuendet das im Haus Jakob und lasst es hoeren in Juda:
5.21 Hoert doch dieses, toerichtes Volk ohne Verstand, die Augen
haben und nicht sehen, die Ohren haben und nicht hoeren! 5.22
Solltet ihr nicht mich fuerchten, spricht der HERR, und vor mir
nicht zittern, der ich dem Meer den Sand als Grenze gesetzt
habe, eine ewige Schranke, die es nicht ueberschreiten wird?
Branden auch [seine Wogen], sie vermoegen doch nichts, und ob die
Wellen brausen, sie ueberschreiten sie nicht. 5.23 Aber dieses
Volk hat ein stoerrisches und widerspenstiges Herz; sie sind
abgewichen und weggegangen. 5.24 Und sie haben nicht in ihrem
Herzen gesagt: Lasst uns doch den HERRN, unseren Gott, fuerchten,
der Regen gibt, sowohl Fruehregen als auch Spaetregen, zu seiner
Zeit; der die bestimmten Wochen der Ernte fuer uns einhaelt!
5.25 Eure Missetaten haben diese [Gaben] abgewendet, und eure
Suenden haben das Gute von euch ferngehalten. 5.26 Denn in
meinem Volk finden sich Gottlose. Man lauert, wie Vogelsteller
sich ducken; sie stellen Fallen, fangen Menschen. 5.27 Wie ein
Kaefig voll Voegel so sind ihre Haeuser voll Betrug; darum sind sie
gross und reich geworden. 5.28 Sie sind fett, sie sind glatt;
ja, sie ueberschreiten das Mass der Bosheit. Das Recht fuehren sie
nicht aus, das Recht der Waise, dass sie es zum Erfolg fuehrten;
und den Rechtsanspruch der Armen setzen sie nicht durch. 5.29
Sollte ich sie dafuer nicht zur Rechenschaft ziehen? spricht der
HERR. Oder sollte meine Seele sich nicht an einer Nation wie
dieser raechen? - 5.30 Entsetzliches und Abscheuliches ist im
Land geschehen: 5.31 die Propheten weissagen falsch, und die
Priester herrschen auf eigene Faust, und mein Volk liebt es so.
Was werdet ihr aber am Ende von [all] dem tun? | | |
| | 6 Nochmalige Ankuendigung des Gerichts wegen der Suenden Judas. | 6.1 Flieht, ihr Soehne Benjamin, aus Jerusalem hinaus, in Tekoa
stosst ins Horn und richtet ein Signal auf ueber Bet-Kerem! Denn
Unheil erhebt sich drohend von Norden: ein grosser Zusammenbruch.
6.2 Die Schoene und die Verzaertelte vernichte ich - die Tochter
Zion. 6.3 Ueber sie kommen Hirten mit ihren Herden. Sie
schlagen rings um sie her Zelte auf, weiden [sie] ab, jeder
seinen Bereich. 6.4 `Heiligt einen Krieg gegen sie! Macht euch
auf und lasst uns [noch] am Mittag hinaufziehen! - `Wehe uns!
Denn der Tag hat sich geneigt, schon strecken sich die
Abendschatten. 6.5 `Macht euch auf und lasst uns in der Nacht
hinaufziehen und ihre Palaeste zerstoeren! 6.6 Denn so hat der
HERR der Heerscharen gesprochen: Faellt Baeume und schuettet einen
Wall gegen Jerusalem auf! Sie ist die Stadt, die heimgesucht
werden soll; sie ist voll Unterdrueckung in ihrem Innern. 6.7
Wie ein Brunnen sein Wasser quellen laesst, so laesst sie ihre
Bosheit quellen. [Von] Gewalttat und Zerstoerung hoert man in ihr,
[ihre] Krankheit und [ihre] Wunden sind bestaendig vor meinem
Angesicht. 6.8 Lass dich zurechtweisen, Jerusalem, damit meine
Seele sich nicht von dir losreisst, damit ich dich nicht zur Oede
mache, zu einem unbewohnten Land!
6.9 So spricht der HERR der Heerscharen: Wie am Weinstock wird
man gruendliche Nachlese halten am Ueberrest Israels. Lege noch
einmal deine Hand an wie der Winzer an die Ranken! 6.10 `Zu
wem soll ich noch reden und wen warnen, dass sie hoeren? Siehe,
ihr Ohr ist unbeschnitten, und sie koennen nicht achtgeben.
Siehe, das Wort des HERRN ist ihnen zum Hohn geworden, sie haben
kein Gefallen daran. 6.11 Und ich bin voll von der Zornglut
des HERRN, habe mich [vergeblich] abgemueht, ihn zurueckzuhalten.
Giesse sie aus ueber die Kinder auf der Gasse und zugleich ueber
den Kreis der jungen Maenner! Denn Mann und Frau werden
getroffen, der Alte wie der Hochbetagte.
V. 12-15: Kap. 8,10-12.
6.12 Und ihre Haeuser werden anderen uebereignet, Felder und
Frauen ebenfalls. Denn ich strecke meine Hand gegen die Bewohner
des Landes aus, spricht der HERR. 6.13 Denn von ihrem
Kleinsten bis zu ihrem Groessten machen sie alle unrechten Gewinn.
Und vom Propheten bis zum Priester ueben alle Falschheit, 6.14
und sie heilen den Bruch der Tochter meines Volkes oberflaechlich
und sagen: Friede, Friede! - und da ist doch kein Friede. 6.15
Sie werden zuschanden, weil sie Greuel veruebt haben. Doch sie
schaemen sich keineswegs, ja, Scham kennen sie nicht. Darum
werden sie fallen, wenn alles faellt. Zur Zeit, da ich sie
heimsuche, werden sie stuerzen, spricht der HERR.
6.16 So spricht der HERR: Tretet auf die Wege, seht und fragt
nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und
geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden fuer eure Seelen. Aber sie
sagen: Wir wollen ihn nicht gehen. 6.17 Und ich habe Waechter
ueber euch bestellt, [die rufen]: Achtet auf den Schall des
Horns! Aber sie sagen: Wir wollen nicht [darauf] achten. 6.18
Darum hoert, ihr Nationen, und erkenne, du Gemeinde, was mit
ihnen [geschieht]! 6.19 Hoere es, Erde! Siehe, ich bringe
Unheil ueber dieses Volk, die Frucht ihrer Gedanken. Denn auf
meine Worte haben sie nicht geachtet, und mein Gesetz - sie
haben es verworfen. 6.20 Wozu soll mir denn Weihrauch aus Saba
kommen und das gute Wuerzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer
sind mir nicht wohlgefaellig, und eure Schlachtopfer sind mir
nicht angenehm. 6.21 Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich
lege diesem Volk Anstoesse [in den Weg], dass sie darueber stuerzen,
Vaeter und Soehne miteinander; der Nachbar und sein Naechster
kommen um.
6.22 So spricht der HERR: Siehe, ein Volk kommt aus dem Land
des Nordens, eine grosse Nation macht sich auf vom aeussersten Ende
der Erde. 6.23 Bogen und Krummschwert fuehren sie, sie sind
grausam und ohne Erbarmen. Ihre Stimme braust wie das Meer, und
auf Pferden reiten sie. Sie sind geruestet gegen dich, Tochter
Zion, wie ein Mann zum Krieg. - 6.24 Wir haben die Kunde von
ihm vernommen: unsere Haende sind schlaff geworden. Angst hat uns
ergriffen, Wehen wie bei einer Gebaerenden. - 6.25 Zieh nicht
hinaus aufs Feld und geh nicht auf dem Weg! Denn der Feind hat
ein Schwert - Schrecken ringsum! 6.26 Tochter meines Volkes,
guerte dir Sacktuch um und waelze dich in Asche, trauere wie um
den einzigen [Sohn]! Stimme bittere Klage an! Denn ploetzlich
wird der Verwuester ueber uns kommen.
6.27 Ich habe dich zum Pruefer in meinem Volk eingesetzt, als
eine Festung, damit du ihren Weg erkennst und pruefst. 6.28 Sie
alle sind die Widerspenstigsten der Widerspenstigen. Sie gehen
als Verleumder umher, sie sind Bronze und Eisen. Alle sind sie
Verderber. 6.29 Versengt vom Feuer ist der Blasebalg, das Blei
ist [zu Ende]. Vergebens hat man geschmolzen und geschmolzen:
die Boesen sind nicht ausgeschieden worden. 6.30 Verworfenes
Silber nennt man sie; denn der HERR hat sie verworfen. | | |
| | 7 Kein Aufhalten des Gerichts durch nur aeusserlichen Gottesdienst - Gericht ueber Goetzendienst. | Kap. 7,1-34: Kap. 25,1-11.
7.1 Das Wort, das vom HERRN zu Jeremia geschah:
7.2 Stell dich in das Tor des Hauses des HERRN, rufe dort
dieses Wort aus und sprich: Hoert das Wort des HERRN, ganz Juda,
die ihr durch diese Tore kommt, um den HERRN anzubeten! 7.3 So
spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Macht gut
eure Wege und eure Taten, dann will ich euch an diesem Ort
wohnen lassen! 7.4 Und verlasst euch nicht auf Luegenworte, wenn
sie sagen: Der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der
Tempel des HERRN ist dies! 7.5 Denn [nur] wenn ihr eure Wege
und eure Taten wirklich gut macht, wenn ihr wirklich Recht uebt
untereinander, 7.6 den Fremden, die Waise und die Witwe nicht
unterdrueckt, kein unschuldiges Blut an diesem Ort vergiesst und
nicht anderen Goettern nachlauft zu eurem Unheil, 7.7 dann will
ich euch an diesem Ort, in dem Land, das ich euren Vaetern
gegeben habe, wohnen lassen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
7.8 Siehe, ihr verlasst euch auf Luegenworte, die nichts nuetzen.
7.9 Wie? Stehlen, morden und Ehebruch treiben, falsch
schwoeren, dem Baal Rauchopfer darbringen und anderen Goettern
nachlaufen, die ihr nicht kennt! 7.10 Und dann kommt ihr und
tretet vor mein Angesicht in diesem Haus, ueber dem mein Name
ausgerufen ist, und sagt: Wir sind errettet, - um all diese
Greuel [weiter] zu verueben! 7.11 Ist denn dieses Haus, ueber
dem mein Name ausgerufen ist, eine Raeuberhoehle geworden in euren
Augen? Doch ich, siehe, ich habe [das alles] gesehen, spricht
der HERR. 7.12 Denn geht doch hin zu meinem [Anbetungs]ort,
der in Silo war, wo ich frueher meinen Namen wohnen liess, und
seht, was ich mit ihm getan habe wegen der Bosheit meines Volkes
Israel! 7.13 Und nun, weil ihr all diese Taten getan habt,
spricht der HERR, und ich zu euch geredet habe, frueh mich
aufmachend und redend, ihr aber nicht gehoert habt, und ich euch
gerufen, ihr aber nicht geantwortet habt: 7.14 so werde ich
mit diesem Haus, ueber dem mein Name ausgerufen ist, worauf ihr
euch verlasst, und mit dem Ort, den ich euch und euren Vaetern
gegeben, ebenso verfahren, wie ich mit Silo verfahren bin.
7.15 Und ich werde euch von meinem Angesicht verwerfen, so wie
ich alle eure Brueder, alle Nachkommen Ephraims verworfen habe.
7.16 Du aber, bitte nicht fuer dieses Volk und erhebe weder
Flehen noch Gebet fuer sie und dringe nicht in mich! Denn ich
werde nicht auf dich hoeren. 7.17 Siehst du nicht, was sie in
den Staedten Judas und auf den Strassen von Jerusalem tun? 7.18
Die Kinder lesen Holz auf, und die Vaeter zuenden das Feuer an,
und die Frauen kneten den Teig, um fuer die Koenigin des Himmels
Kuchen zu machen. Und anderen Goettern spendet man Trankopfer, um
mich zu kraenken. 7.19 Kraenken sie [denn] mich, spricht der
HERR, nicht [vielmehr] sich selbst zu ihrer eigenen Schande?
7.20 Darum, so spricht der Herr HERR: Siehe, mein Zorn und
mein Grimm wird sich ueber diesen Ort ergiessen, ueber die Menschen
und ueber das Vieh und ueber die Baeume des Feldes und ueber die
Frucht des Landes; und er wird brennen und nicht erloeschen.
7.21 So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels:
Fuegt [nur weiter] eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und
esst [Opfer]fleisch! 7.22 Denn ich habe nicht mit euren Vaetern
[darueber] geredet und ihnen nichts geboten ueber das Brandopfer
und das Schlachtopfer an dem Tag, da ich sie aus dem Land
Aegypten herausfuehrte; 7.23 sondern dieses Wort habe ich ihnen
geboten: Hoert auf meine Stimme, dann werde ich euer Gott sein,
und ihr werdet mein Volk sein! Und geht auf dem ganzen Weg, den
ich euch gebiete, damit es euch wohlgeht! 7.24 Aber sie haben
nicht gehoert und ihr Ohr nicht geneigt, sondern sind nach den
Ratschlaegen [und] in der Verstocktheit ihres boesen Herzens
gegangen; und sie haben mir den Ruecken zugekehrt und nicht das
Gesicht. 7.25 Von dem Tag an, da eure Vaeter aus dem Land
Aegypten auszogen, bis auf diesen Tag habe ich alle meine
Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, taeglich frueh mich
aufmachend und sendend. 7.26 Aber sie haben nicht auf mich
gehoert und ihr Ohr nicht geneigt. Und sie haben ihren Nacken
verhaertet, haben es schlimmer gemacht als ihre Vaeter. 7.27 Und
wenn du all diese Worte zu ihnen redest, so werden sie [doch]
nicht auf dich hoeren. Und rufst du ihnen zu, so werden sie dir
nicht antworten. 7.28 So sprich denn zu ihnen: Dies ist das
Volk, das nicht auf die Stimme des HERRN, seines Gottes, hoert
und keine Zucht annimmt! Die Treue ist verlorengegangen und aus
ihrem Mund getilgt.
7.29 Schere dein langes Haar und wirf es weg und erhebe
Totenklage auf den kahlen Hoehen! Denn der HERR hat die
Generation, der er zuernt, verworfen und verstossen. 7.30 Denn
die Soehne Juda haben getan, was in meinen Augen boese ist,
spricht der HERR. Sie haben ihre Scheusale in das Haus gestellt,
ueber dem mein Name ausgerufen ist, um es unrein zu machen.
7.31 Und sie haben die Hoehen des Tofet gebaut, das im Tal
Ben-Hinnom ist, um ihre Soehne und ihre Toechter im Feuer zu
verbrennen, was ich nicht geboten habe und mir nie in den Sinn
gekommen ist. 7.32 Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR,
da wird man nicht mehr sagen Tofet noch Tal Ben-Hinnom, sondern
Tal des Schlachtens. Und man muss im Tofet begraben, weil kein
Platz [mehr da] ist. 7.33 Und die Leichen dieses Volkes werden
den Voegeln des Himmels und den Tieren der Erde zum Frass werden,
und niemand wird sie wegscheuchen. 7.34 Und ich werde in den
Staedten Judas und auf den Strassen von Jerusalem die Stimme der
Wonne und die Stimme der Freude aufhoeren lassen, die Stimme des
Braeutigams und die Stimme der Braut; denn das Land soll zu
Truemmerstaetten werden. | | |
| | 8 | 8.1 In jener Zeit, spricht der HERR, wird man die Gebeine der
Koenige von Juda und die Gebeine seiner Obersten und die Gebeine
der Priester und die Gebeine der Propheten und die Gebeine der
Bewohner von Jerusalem aus ihren Graebern herausholen. 8.2 Und
man wird sie ausbreiten vor der Sonne und vor dem Mond und vor
dem ganzen Heer des Himmels, die sie geliebt und denen sie
gedient haben und denen sie nachgelaufen sind, die sie gesucht
und vor denen sie sich niedergeworfen haben. Sie werden nicht
[wieder] eingesammelt noch begraben werden, zu Duenger auf der
Flaeche des Erdbodens sollen sie werden. 8.3 Und der Tod wird
dem Leben vorgezogen von dem ganzen Rest, der von diesem boesen
Geschlecht uebrigbleibt an allen Orten, wohin ich die
Uebriggebliebenen verstosse, spricht der HERR der Heerscharen. | | |
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