Seite 4 von 7 1 2 3 4 5 6 7 | | 25 Drohreden gegen Ammon, Moab, Edom und die Philister. | V. 1-7: Kap. 21,33-37; Jer 49,1-6; Am 1,13-15; Zeph 2,8-11.
25.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 25.2
Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Soehne Ammon, und
weissage ueber sie 25.3 und sage zu den Soehnen Ammon: Hoert das
Wort des Herrn, HERRN! So spricht der Herr, HERR: Da du `Haha!
sagst ueber mein Heiligtum, weil es entweiht ist, und ueber das
Land Israel, weil es verwuestet ist, und ueber das Haus Juda, weil
sie in die Gefangenschaft gegangen sind: 25.4 darum, siehe,
werde ich dich den Soehnen des Ostens zum Besitz geben, und sie
werden ihre Zeltlager in dir aufschlagen und ihre Wohnungen in
dir errichten; sie werden deine Fruechte essen, und sie werden
deine Milch trinken. 25.5 Und ich werde Rabba zum Weideplatz
der Kamele machen und die Soehne Ammon zur Lagerstaette der
Schafe. Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin. - 25.6
Denn so spricht der Herr, HERR: Weil du in die Haende geklatscht
und mit dem Fuss gestampft hast und dich von Herzen mit all
deiner Verachtung ueber das Land Israel gefreut hast: 25.7
siehe, darum strecke ich meine Hand gegen dich aus und gebe dich
den Nationen zur Beute, und ich rotte dich aus den Voelkern aus
und tilge dich aus den Laendern aus. Ich werde dich vernichten,
und du wirst erkennen, dass ich der HERR bin.
V. 8-11: Jes 15; 16; Jer 48; Am 2,1-3; Zeph 2,8-11.
25.8 So spricht der Herr, HERR: Weil Moab und Seir sagen:
`Siehe, das Haus Juda ist wie alle Nationen: 25.9 darum,
siehe, werde ich die Berghaenge Moabs entbloessen von den Staedten,
von seinen Staedten ohne Ausnahme, der Zierde des Landes,
Bet-Jeschimot, Baal-Meon und bis nach Kirjatajim hin, 25.10
und ich gebe es den Soehnen des Ostens zum Besitz zu den Soehnen
Ammon hinzu, damit an die Soehne Ammon nicht mehr gedacht wird
unter den Nationen. 25.11 So werde ich an Moab Strafgerichte
ueben; und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin.
V. 12-14: Kap. 35; (Jes 21,11.12); Jes 34,5-17; Jer 49,7-22; Am
1,11.12; Ob.
25.12 So spricht der Herr, HERR: Weil Edom mit Rachsucht gegen
das Haus Juda gehandelt und sie sich sehr schuldig gemacht
haben, als sie sich an ihnen raechten: 25.13 darum, so spricht
der Herr, HERR, werde ich meine Hand gegen Edom ausstrecken und
Menschen und Vieh aus ihm ausrotten; und ich werde es von Teman
an zur Truemmerstaette machen, und bis nach Dedan hin werden sie
durchs Schwert fallen. 25.14 Und ich werde meine Rache an Edom
in die Hand meines Volkes Israel legen, und sie werden an Edom
handeln nach meinem Zorn und nach meinem Grimm. Und sie werden
meine Rache erkennen, spricht der Herr, HERR.
V. 15-17: Jes 14,28-32; Jer 47; Am 1,6-8; Zeph 2,4-7; Sach
9,5-7.
25.15 So spricht der Herr, HERR: Weil die Philister mit
Rachsucht gehandelt und sich rachsuechtig geraecht haben mit
Verachtung aus [vollem] Herzen zur Zerstoerung in ewiger
Feindschaft: 25.16 darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe,
ich strecke meine Hand gegen die Philister aus und rotte die
Kreter aus und tilge den Ueberrest an der Kueste des Meeres aus.
25.17 Und ich werde mit grimmigen Zuechtigungen grosse Rache an
ihnen ueben. Und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin, wenn
ich meine Rache ueber sie bringe. | | |
| | 26 Drohrede gegen Tyrus. | Kap. 27; 28,1-19; Jes 23; Am 1,9.10; Sach 9,2-4.
26.1 Und es geschah im elften Jahr, am Ersten des Monats, da
geschah das Wort des HERRN zu mir so: 26.2 Menschensohn, weil
Tyrus ueber Jerusalem sagt: `Haha! Zerbrochen ist das Tor der
Voelker; es faellt mir zu; ich werde erfuellt, sie ist verwuestet!:
26.3 darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will an
dich, Tyrus! Und ich werde viele Nationen gegen dich
herauffuehren, wie das Meer seine Wellen herauffuehrt. 26.4 Und
sie werden die Mauern von Tyrus zerstoeren und seine Tuerme
abbrechen; und ich werde seine Erde von ihm wegfegen und es zum
kahlen Felsen machen. 26.5 Ein Trockenplatz fuer Netze soll es
werden mitten im Meer, denn ich habe geredet, spricht der Herr,
HERR, und es wird den Nationen zur Beute werden. 26.6 Und
seine Toechter, die auf dem Feld sind, sollen mit dem Schwert
erschlagen werden. Und sie werden erkennen, dass ich der HERR
bin.
26.7 Denn so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich lasse
Nebukadnezar, den Koenig von Babel, den Koenig der Koenige, von
Norden her ueber Tyrus kommen, mit Pferden und Wagen und Reitern
und einem Aufgebot und mit viel Volk. 26.8 Deine Toechter wird
er auf dem Feld mit dem Schwert erschlagen. Und er wird
Belagerungstuerme gegen dich aufstellen und einen Belagerungswall
gegen dich aufschuetten und Langschilde gegen dich aufrichten
26.9 und den Stoss seines Mauerbrechers gegen deine Mauern
richten und deine Tuerme mit seinen Brecheisen niederreissen.
26.10 Von der Menge seiner Pferde wird dich ihr Staub
bedecken; vor dem Laerm der Reiter und Raeder und Wagen werden
deine Mauern erbeben, wenn er in deine Tore einzieht, wie man in
eine Stadt voller Breschen einzieht. 26.11 Mit den Hufen
seiner Pferde wird er alle deine Strassen zerstampfen; dein Volk
wird er mit dem Schwert erschlagen, und die Gedenksteine deiner
Macht werden zu Boden sinken. 26.12 Und sie werden dein
Vermoegen rauben und deinen Handelsgewinn pluendern und deine
Mauern abbrechen und deine praechtigen Haeuser niederreissen; und
deine Steine und dein Holz und deinen Schutt werden sie mitten
ins Wasser schuetten. 26.13 Und ich werde das Getoen deiner
Lieder zum Schweigen bringen, und der Klang deiner Zithern wird
nicht mehr gehoert werden. 26.14 Und ich werde dich zum kahlen
Felsen machen; ein Trockenplatz fuer Netze sollst du werden, du
wirst nicht wieder aufgebaut werden. Denn ich, der HERR, habe
geredet, spricht der Herr, HERR.
26.15 So spricht der Herr, HERR, zu Tyrus: Werden nicht vom
Gedroehn deines Sturzes, wenn der Durchbohrte stoehnt, wenn in
deiner Mitte gemordet wird, die Inseln erbeben? 26.16 Und alle
Fuersten des Meeres werden von ihren Thronen herabsteigen und
ihre Maentel ablegen und ihre buntgewirkten Kleider ausziehen. In
Schrecken werden sie sich kleiden, werden auf der Erde sitzen,
immer wieder erzittern und sich ueber dich entsetzen. 26.17 Und
sie werden ein Klagelied ueber dich erheben und zu dir sagen: Wie
bist du verloren gegangen, vom Meer verschwunden, du beruehmte
Stadt, die maechtig auf dem Meer war, sie und ihre Bewohner, die
allen, die dort wohnten, ihren Schrecken einfloesste. 26.18 Nun
erzittern die Inseln am Tag deines Sturzes; und entsetzt sind
die Inseln im Meer wegen deines Endes.
26.19 Denn so spricht der Herr, HERR: Wenn ich dich zu einer
verwuesteten Stadt mache, den Staedten gleich, die nicht [mehr]
bewohnt werden; wenn ich die Flut ueber dich heraufsteigen lasse
und dich die gewaltigen Wasser bedecken, 26.20 dann lasse ich
dich hinabfahren mit denen, die in die Grube hinabfahren zum
Volk der Urzeit, und lasse dich in den Tiefen [unter] der Erde
wohnen, in den Truemmerstaetten von der Vorzeit her, mit denen,
die in die Grube hinabgefahren sind, damit du nicht [mehr]
bewohnt wirst und erstehst im Land der Lebenden. 26.21
[Toedlichen] Schrecknissen gebe ich dich preis; und du wirst
nicht mehr sein, und du wirst gesucht, aber nicht wiedergefunden
werden fuer ewig, spricht der Herr, HERR. | | |
| | 27 Klagelied ueber den Untergang der Stadt Tyrus. | Kap. 26; 28,1-19; Jes 23; Am 1,9.10; Sach 9,2-4.
27.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 27.2 Und du,
Menschensohn, erhebe ein Klagelied ueber Tyrus, 27.3 und sage
zu Tyrus, das an den Zugaengen zum Meer wohnt und Handel treibt
mit den Voelkern nach vielen Inseln hin: So spricht der Herr,
HERR: Tyrus, du sagst: Ich bin von vollkommener Schoenheit!
27.4 Dein Gebiet ist im Herzen der Meere; deine Bauleute haben
deine Schoenheit vollkommen gemacht. 27.5 Aus Wacholder vom
Senir bauten sie dir [auf beiden Seiten] alle Planken; sie
nahmen Zedern vom Libanon, um auf dir einen Mast zu machen;
27.6 aus Eichen von Baschan machten sie deine Ruder; dein Deck
machten sie aus Elfenbein, [eingefasst] in Zypressen von den
Inseln der Kittaeer. 27.7 Byssus in Buntwirkerei aus Aegypten
war dein Segel, um dir als Flagge zu dienen; violetter und roter
Purpur von den Inseln Elischas war dein Kajuetendach. 27.8 Die
Bewohner von Sidon und Arwad waren deine Ruderer; deine Weisen,
Tyrus, waren in dir, sie waren deine Matrosen; 27.9 die
Aeltesten von Gebal und seine Weisen waren in dir als Ausbesserer
deiner Lecks.
Alle Schiffe des Meeres und ihre Seeleute waren in dir, um deine
Tauschwaren einzutauschen. 27.10 [Soeldner aus] Paras und Lud
und Put waren in deinem Heer als deine Kriegsleute; Schild und
Helm haengten sie in dir auf, die verliehen dir Glanz. 27.11
Die Soehne Arwads waren mit deinem Heer auf deinen Mauern
ringsum, und die Gammaditer waren auf deinen Tuermen; ihre
Schilde haengten sie ringsum an deinen Mauern auf. Die machten
deine Schoenheit vollkommen. 27.12 Tarsis war dein Aufkaeufer
wegen der Fuelle an allem Besitz; fuer Silber, Eisen, Zinn und
Blei gaben sie deine Waren. 27.13 Jawan, Tubal und Meschech
waren Haendler fuer dich; [fuer] Menschenseelen und bronzene Geraete
gaben sie deine Tauschware. 27.14 Aus dem Haus Togarma: [Fuer]
[Zug]pferde, Reitpferde und Maulesel gaben sie deine Waren.
27.15 Die Soehne Dedans waren deine Haendler. Viele Inseln waren
Aufkaeufer in deinem Dienst: Elefantenzaehne und Ebenholz
erstatteten sie dir als Abgabe. 27.16 Edom war Aufkaeufer fuer
dich wegen der Fuelle deiner Erzeugnisse; fuer Rubin, roten Purpur
und Buntwirkerei und Byssus und Korallen und Edelsteine gaben
sie deine Waren. 27.17 Juda und das Land Israel, sie waren
deine Haendler; fuer Weizen [aus] Minnit und Feigen und Honig und
Oel und Balsam gaben sie deine Tauschware. 27.18 Damaskus war
dein Aufkaeufer wegen der Fuelle deiner Erzeugnisse, wegen der
Fuelle an allem Besitz, gegen Wein von Helbon und Wolle von
Zachar. 27.19 Und Wein gaben sie fuer deine Ware; bearbeitetes
Eisen, Zimtblueten und Wuerzrohr waren da fuer deine Tauschware.
27.20 Dedan war deine Haendlerin mit Satteldecken zum Reiten.
27.21 Arabien und alle Fuersten von Kedar, sie waren Aufkaeufer
in deinem Dienst; fuer Laemmer und Widder und Boecke, fuer sie waren
sie deine Aufkaeufer. 27.22 Die Kaufleute von Saba und Ragma
waren deine Haendler; fuer das Beste von allem Balsam und fuer
allerlei Edelsteine und Gold gaben sie deine Waren. 27.23
Haran und Kanne und Eden, die Haendler von Saba, [dazu] Assur
[und] ganz Medien waren deine Haendlerschaft. 27.24 Sie waren
deine Haendler fuer Prachtgewaender, fuer Maentel aus violettem
Purpur und Buntwirkerei und fuer Teppiche aus zweifarbigem
Gewebe, fuer gewundene und feste Seile auf deinem Markt. 27.25
Die Schiffe von Tarsis waren deine Karawanen [fuer] deine
Tauschware. Und du wurdest [mit Reichtum] angefuellt und sehr
herrlich im Herzen der Meere.
V. 26-36: vgl. Offb 18,9-19.
27.26 Deine Ruderer fuehrten dich ueber gewaltige Wasser; der
Ostwind [aber] zerbrach dich im Herzen der Meere. 27.27 Dein
Besitz und deine Waren, deine Tauschwaren, deine Seeleute und
deine Matrosen, die Ausbesserer deiner Lecks und die, die deine
Tauschwaren eintauschten, und alle deine Kriegsleute, die in dir
sind, und dein ganzes Aufgebot, das in deiner Mitte ist, werden
ins Herz der Meere fallen am Tag deines Sturzes. 27.28 Von dem
lauten Geschrei deiner Matrosen werden die Weidegebiete erbeben.
27.29 Und alle, die das Ruder fuehren, die Seeleute, alle
Matrosen des Meeres, werden von ihren Schiffen herabsteigen,
werden an Land bleiben 27.30 und werden ihre Stimme ueber dich
hoeren lassen und bitter schreien; und sie werden Staub auf ihre
Koepfe werfen, sich in der Asche waelzen. 27.31 Und sie werden
sich deinetwegen eine Glatze scheren und sich Sacktuch umguerten
und werden deinetwegen weinen in Bitterkeit der Seele mit
bitterer Totenklage. 27.32 Und sie werden ein Klagelied ueber
dich erheben in ihrem Jammern und werden ueber dich klagen: Wer
ist wie Tyrus, wie die Vernichtete mitten im Meer! 27.33 Als
deine Waren von den Meeren herkamen, saettigtest du viele Voelker;
mit der Menge deiner Besitztuemer und deiner Tauschwaren hast du
die Koenige der Erde reich gemacht. 27.34 Jetzt bist du
zerbrochen, von den Meeren [verschwunden] in den Tiefen des
Wassers, und deine Tauschwaren und dein ganzes Aufgebot in
deiner Mitte ist gesunken. 27.35 Alle Bewohner der Inseln
entsetzen sich ueber dich, und ihren Koenigen stehen die Haare zu
Berge, ihre Gesichter sind verstoert. 27.36 Die Aufkaeufer unter
den Voelkern pfeifen ueber dich. Zum Schrecken bist du geworden
und bist dahin auf ewig. | | |
| | 28 Drohrede und Klagelied ueber den Fuersten von Tyrus. | V. 1-19: Kap. 26; 27; Jes 23; Am 1,9.10; Sach 9,2-4.
28.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 28.2
Menschensohn, sage zum Fuersten von Tyrus: So spricht der Herr,
HERR: Weil dein Herz hoch hinaus will und du sagst: `Gott bin
ich, den Wohnsitz der Goetter bewohne ich im Herzen der Meere! -
waehrend du [doch nur] ein Mensch bist und nicht Gott; du aber
erhebst dein Herz, als waere es Gottes Herz - 28.3 siehe, du
bist weiser als Daniel, nichts Verborgenes ist dunkel fuer dich;
28.4 durch deine Weisheit und durch deinen Verstand hast du
dir Reichtum erworben und hast Gold und Silber in deine
Schatzkammern geschafft; 28.5 durch die Groesse deiner Weisheit
hast du mit deinem Handel deinen Reichtum vermehrt, dein Herz
wollte wegen deines Reichtums hoch hinaus -: 28.6 darum, so
spricht der Herr, HERR: Weil du dein Herz erhebst, als waere es
Gottes Herz, 28.7 darum, siehe, ich bringe Fremde ueber dich,
die gewalttaetigsten Nationen, die werden ihre Schwerter ziehen
gegen die Schoenheit deiner Weisheit und werden deinen Glanz
entweihen. 28.8 In die Grube werden sie dich hinabfahren
lassen, und du wirst den Tod eines Erschlagenen sterben im
Herzen der Meere. 28.9 Wirst du dann angesichts deiner Moerder
auch noch sagen: `Gott bin ich!, waehrend du [doch nur] ein
Mensch bist und nicht Gott, in der Hand derer, die dich
durchbohren? 28.10 Den Tod von Unbeschnittenen wirst du
sterben durch die Hand der Fremden; denn ich habe geredet,
spricht der Herr, HERR.
28.11 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 28.12
Menschensohn, erhebe ein Klagelied ueber den Koenig von Tyrus und
sage ihm: So spricht der Herr, HERR: Du warst das vollendete
Siegel, voller Weisheit und vollkommen an Schoenheit, 28.13 du
warst in Eden, dem Garten Gottes; aus Edelsteinen jeder [Art]
war deine Decke: Karneol, Topas und Jaspis, Tuerkis, Onyx und
Jade, Saphir, Rubin und Smaragd; und Arbeit in Gold waren deine
Ohrringe und deine Perlen an dir; am Tag, als du geschaffen
wurdest, wurden sie bereitet. 28.14 Du warst ein mit
ausgebreiteten [Fluegeln] schirmender Cherub, und ich hatte dich
[dazu] gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berg, mitten unter
feurigen Steinen gingst du einher. 28.15 Vollkommen warst du
in deinen Wegen von dem Tag an, als du geschaffen wurdest, bis
sich Unrecht an dir fand. 28.16 Durch die Menge deines Handels
fuelltest du dein Inneres mit Gewalttat und suendigtest. Und ich
verstiess dich vom Berg Gottes und trieb dich ins Verderben, du
schirmender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine. 28.17
Dein Herz wollte hoch hinaus wegen deiner Schoenheit, du hast
deine Weisheit zunichte gemacht um deines Glanzes willen. Ich
habe dich zu Boden geworfen, habe dich vor Koenigen dahingegeben,
damit sie ihre Lust an dir sehen. 28.18 Durch die Menge deiner
Suenden, in der Unredlichkeit deines Handels, hast du deine
Heiligtuemer entweiht. Darum habe ich aus deiner Mitte ein Feuer
ausgehen lassen, das hat dich verzehrt, und ich habe dich zu
Asche auf der Erde gemacht vor den Augen aller, die dich sehen.
28.19 Alle, die dich kennen unter den Voelkern, entsetzen sich
ueber dich; ein Schrecken bist du geworden und bist dahin auf
ewig! | | |
| | Drohrede gegen Sidon - Die zukuenftige Heilszeit fuer Israel. | 28.20 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 28.21
Menschensohn, richte dein Gesicht gegen Sidon und weissage ueber
es, 28.22 und sage: So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will
an dich, Sidon, und will mich in deiner Mitte verherrlichen; und
sie werden erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich
Strafgerichte an ihm uebe und mich an ihm als heilig erweise.
28.23 Und ich werde die Pest hineinsenden und Blut auf seine
Strassen; und Erschlagene werden in seiner Mitte fallen durch das
Schwert, [das] von allen Seiten ueber es [kommt]. Und sie werden
erkennen, dass ich der HERR bin. - 28.24 Und fuer das Haus
Israel soll es nicht mehr einen stechenden Dorn und einen
schmerzenden Stachel geben von allen [Nachbarn] um sie her, die
sie verachten. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr, HERR,
bin.
28.25 So spricht der Herr, HERR: Wenn ich das Haus Israel aus
den Voelkern sammle, unter die sie zerstreut worden sind, und ich
mich an ihnen vor den Augen der Nationen als heilig erweise,
dann werden sie in ihrem Land wohnen, das ich meinem Knecht
Jakob gegeben habe. 28.26 Und sie werden in Sicherheit darin
wohnen und Haeuser bauen und Weinberge pflanzen; und sie werden
in Sicherheit wohnen, wenn ich Strafgerichte geuebt habe an
allen, die sie verachteten aus ihrer Umgebung. Und sie werden
erkennen, dass ich der HERR bin, ihr Gott. | | |
| | 29 Drohrede gegen Aegypten und Ankuendigung spaeterer Wiederherstellung - Aegypten als ausgleichenden Lohn fuer Nebukadnezars muehevolle Belagerung von Tyrus. | Kap. 30; 31; 32; Jes 19; 20; Jer 43,8-13; 46,1-26.
29.1 Im zehnten Jahr, im zehnten [Monat], am Zwoelften des
Monats, geschah das Wort des HERRN zu mir so: 29.2
Menschensohn, richte dein Gesicht gegen den Pharao, den Koenig
von Aegypten, und weissage ueber ihn und ueber ganz Aegypten. 29.3
Rede und sage: So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will an
dich, Pharao, Koenig von Aegypten, du grosses Seeungeheuer, das
inmitten seiner Stroeme liegt, das da sagt: `Mein Strom gehoert
mir, und ich selbst habe ihn mir gemacht. 29.4 Ich lege Haken
in deine Kinnbacken und lasse die Fische deiner Stroeme an deinen
Schuppen haften und ziehe dich aus deinen Stroemen herauf mit
allen Fischen deiner Stroeme, die an deinen Schuppen haften.
29.5 Und ich werfe dich in die Wueste, dich und alle Fische
deiner Stroeme; auf die Flaeche des Feldes wirst du fallen. Du
wirst nicht aufgelesen und nicht eingesammelt: den Tieren der
Erde und den Voegeln des Himmels gebe ich dich zum Frass, 29.6
und alle Bewohner von Aegypten werden erkennen, dass ich der HERR
bin. Weil du dem Haus Israel eine Stuetze aus Schilfrohr gewesen
bist - 29.7 wenn sie dich mit der Hand fassten, knicktest du
ein und rissest ihnen die ganze Schulter auf; und wenn sie sich
auf dich lehnten, zerbrachst du und liessest ihnen allen die
Hueften wanken -: 29.8 darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe,
ich bringe das Schwert ueber dich und rotte aus dir Menschen und
Vieh aus; 29.9 und das Land Aegypten wird zur Einoede und
Truemmerstaette werden. Und sie werden erkennen, dass ich der HERR
bin. Weil du sagst: `Der Strom gehoert mir, und ich selbst habe
ihn gemacht: 29.10 darum, siehe, will ich an dich und an deine
Stroeme; und ich mache das Land Aegypten zu Truemmerstaetten der
Verwuestung, [zur] Einoede, von Migdol [bis nach] Syene, bis an
die Grenze von Kusch. 29.11 Der Fuss eines Menschen wird es
nicht durchwandern, und der Fuss eines Tieres wird es nicht
durchwandern, und es wird vierzig Jahre [lang] nicht bewohnt
sein. 29.12 Und ich mache das Land Aegypten zu einer Einoede
mitten unter veroedeten Laendern, und seine Staedte werden mitten
unter zertruemmerten Staedten eine Einoede sein, vierzig Jahre
[lang]; und ich werde die Aegypter unter die Nationen versprengen
und sie in die Laender zerstreuen. - 29.13 Denn so spricht der
Herr, HERR: Am Ende von vierzig Jahren werde ich die Aegypter aus
den Voelkern sammeln, wohin sie versprengt wurden; 29.14 und
ich werde das Geschick Aegyptens wenden und sie in das Land
Patros, in das Land ihrer Herkunft, zurueckbringen, und dort
werden sie ein niedriges Koenigreich sein. 29.15 Und es wird
niedriger sein als die [anderen] Koenigreiche und sich nicht mehr
ueber die Nationen erheben; und ich will sie vermindern, so dass
sie nicht mehr ueber die Nationen herrschen. 29.16 Und sie
sollen fuer das Haus Israel nicht mehr zum [Anlass fuer falsches]
Vertrauen werden, das Schuld in Erinnerung bringt, wenn die
Israeliten sich zu ihnen hinwenden. Und sie werden erkennen, dass
ich der Herr, HERR, bin.
29.17 Und es geschah im 27. Jahr, im ersten [Monat], am Ersten
des Monats, da geschah das Wort des HERRN zu mir so: 29.18
Menschensohn, Nebukadnezar, der Koenig von Babel, hat sein Heer
eine schwere Arbeit tun lassen gegen Tyrus. Jeder Kopf ist kahl
geworden, und jede Schulter ist blank gescheuert; aber Lohn ist
ihm und seinem Heer von Tyrus nicht zuteil geworden fuer die
Arbeit, die er gegen es geleistet hat. 29.19 Darum, so spricht
der Herr, HERR: Siehe, ich gebe Nebukadnezar, dem Koenig von
Babel, das Land Aegypten; und er wird seinen Prunk wegtragen und
seinen Raub rauben und seine Beute erbeuten; das wird der Lohn
fuer sein Heer sein. 29.20 Als seinen Lohn, fuer den er
gearbeitet hat, habe ich ihm das Land Aegypten gegeben, weil sie
fuer mich gearbeitet haben, spricht der Herr, HERR. - 29.21 An
jenem Tag werde ich dem Haus Israel ein Horn hervorsprossen
lassen, und dir gebe ich Freimut zum Reden in ihrer Mitte; und
sie werden erkennen, dass ich der HERR bin. | | |
| | 30 Weitere Aussprueche zum bevorstehenden Gericht ueber Aegypten. | Kap. 29; 31; 32; Jes 19; 20; Jer 43,8-13; 46,1-26.
30.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 30.2
Menschensohn, weissage und sage: So spricht der Herr, HERR:
Heult! Wehe, der Tag! 30.3 Denn nahe ist der Tag; ja, nahe ist
der Tag des HERRN, ein Tag des Gewoelks: [Gerichts]zeit der
Nationen wird er sein. 30.4 Und das Schwert kommt gegen
Aegypten; und Zittern herrscht in Kusch, wenn der Erschlagene in
Aegypten faellt und man seinen Prunk wegnimmt und [wenn] seine
Grundfesten niedergerissen werden. 30.5 Kusch und Put und Lud
und das ganze [Voelker]gemisch und Kub und die Soehne des
Bundeslandes werden mit ihnen durchs Schwert fallen. 30.6 So
spricht der HERR: Da werden [alle], die Aegypten stuetzen, fallen,
und herabstuerzen wird der Stolz seiner Macht; von Migdol bis
nach Syene werden sie darin durchs Schwert fallen, spricht der
Herr, HERR. 30.7 Und sie werden zur Wueste mitten unter
verwuesteten Laendern, und seine Staedte werden mitten unter
veroedeten Staedten sein. 30.8 Und sie werden erkennen, dass ich
der HERR bin, wenn ich Feuer an Aegypten lege und alle seine
Helfer zerschmettert werden. 30.9 An jenem Tag werden Boten in
Schiffen ausfahren von mir, um das sichere Kusch aufzuschrecken;
und Zittern wird unter ihnen herrschen am Tag Aegyptens. Denn
siehe, es kommt!
30.10 So spricht der Herr, HERR: Ja, ich werde den Prunk
Aegyptens wegschaffen durch die Hand Nebukadnezars, des Koenigs
von Babel. 30.11 Er und sein Volk mit ihm, die gewalttaetigsten
Nationen, werden herangefuehrt werden, um das Land zu verheeren;
und sie werden ihre Schwerter gegen Aegypten ziehen und das Land
mit Erschlagenen fuellen. 30.12 Und ich werde die Stroeme zum
trockenen Land machen und das Land in die Hand boeser [Menschen]
verkaufen und das Land und seine Fuelle durch die Hand Fremder
verwuesten. Ich, der HERR, habe geredet.
30.13 So spricht der Herr, HERR: Ja, ich werde die Goetzen
zugrunderichten und die Goetzen aus Nof wegschaffen, und der
Fuerst aus dem Land Aegypten wird [bald] nicht mehr sein; und ich
werde Furcht in das Land Aegypten bringen. 30.14 Und ich werde
Patros verwuesten, Feuer an Zoan legen und Strafgerichte ueben an
No. 30.15 Und ich werde meinen Grimm ausgiessen ueber Sin, das
Bollwerk Aegyptens; und den Prunk von No werde ich ausrotten.
30.16 Und ich werde Feuer an Aegypten legen; Sin wird sich in
Kraempfen winden, und No wird aufgebrochen werden, und Nof -
Gegner bei Tage! 30.17 Die jungen Maenner von On und Pi-Beseth
werden durchs Schwert fallen, und sie selbst werden in die
Kriegsgefangenschaft gehen. 30.18 Und zu Tachpanhes wird der
Tag sich verfinstern, wenn ich dort die Jochstaebe Aegyptens
zerbreche und der Stolz seiner Macht darin ein Ende nimmt.
Gewoelk wird es bedecken, und seine Tochterstaedte werden in die
Kriegsgefangenschaft gehen. 30.19 So werde ich Strafgerichte
an Aegypten ueben; und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin.
30.20 Und es geschah im elften Jahr, im ersten [Monat], am
Siebten des Monats, da geschah das Wort des HERRN zu mir so:
30.21 Menschensohn, den Arm des Pharao, des Koenigs von
Aegypten, habe ich zerbrochen; und siehe, er ist nicht verbunden
worden, [ihm] Heilung zu verschaffen, indem man einen Verband
angelegt haette, ihn zu verbinden, um ihn zu staerken, damit er
das Schwert fassen kann. - 30.22 Darum, so spricht der Herr,
HERR: Siehe, ich will an den Pharao, den Koenig von Aegypten, und
zerbreche seine Arme, den starken und den zerbrochenen, und
lasse das Schwert seiner Hand entfallen. 30.23 Und ich
versprenge die Aegypter unter die Nationen und zerstreue sie in
die Laender. 30.24 Und ich staerke die Arme des Koenigs von Babel
und gebe mein Schwert in seine Hand; die Arme des Pharao aber
zerbreche ich, dass er wie ein [vom Schwert] Durchbohrter vor ihm
aechzen wird. 30.25 Und ich staerke die Arme des Koenigs von
Babel, aber die Arme des Pharao werden sinken. Und sie werden
erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich mein Schwert in die
Hand des Koenigs von Babel gebe und er es gegen das Land Aegypten
ausstreckt. 30.26 Und ich werde die Aegypter unter die Nationen
versprengen und sie in die Laender zerstreuen; und sie werden
erkennen, dass ich der HERR bin. | | |
| | 31 Groesse und Sturz des Pharao. | Kap. 29; 30; 32; Jes 19; 20; Jer 43,8-13; 46,1-26.
31.1 Und es geschah im elften Jahr, im dritten [Monat], am
Ersten des Monats, da geschah das Wort des HERRN zu mir so:
31.2 Menschensohn, sage zum Pharao, dem Koenig von Aegypten, und
zu seinem Prunk: Wem gleichst du in deiner Groesse? 31.3 Siehe,
eine Zypresse, eine Zeder auf dem Libanon, mit schoenen Zweigen -
ein schattenspendender Wald - und von hohem Wuchs; und zwischen
den Wolken war ihr Wipfel. 31.4 Die Wasser zogen sie gross, die
Flut liess sie hochaufwachsen. Ihre Stroeme hatte sie ausgehen
lassen rings um ihre Pflanzung, und sie hatte ihre Kanaele
ausgesandt zu allen Baeumen des Feldes. 31.5 Darum war ihr
Wuchs hoeher als alle Baeume des Feldes; und ihre Zweige wurden
zahlreich und ihre Aeste lang von den vielen Wassern, als sie
[ihre Zweige] ausbreitete. 31.6 In ihren Zweigen nisteten alle
Voegel des Himmels, und unter ihren Aesten warfen alle Tiere des
Feldes [ihre Jungen]; und in ihrem Schatten wohnten all die
vielen Nationen. 31.7 Und sie war schoen in ihrer Groesse und in
der Laenge ihrer Zweige; denn ihre Wurzel war an vielen Wassern.
31.8 Die Zedern kamen ihr nicht gleich im Garten Gottes, die
[Zweige der] Wacholder waren nicht zu vergleichen mit ihren
Zweigen, und die [Aeste der] Platanen waren nicht wie ihre Aeste;
kein Baum im Garten Gottes glich ihr in ihrer Schoenheit. 31.9
Ich hatte sie schoen gemacht in der Menge ihrer Zweige; und alle
Baeume Edens, die im Garten Gottes waren, beneideten sie.
31.10 Darum, so hat der Herr, HERR gesprochen: Weil sie hoch
geworden ist an Wuchs und sie ihren Wipfel bis zwischen die
Wolken streckte und ihr Herz sich wegen ihrer Hoehe erhob,
31.11 so werde ich sie in die Hand des Maechtigen der Nationen
geben. Nach ihrer Gottlosigkeit soll er mit ihr handeln; ich
habe sie verstossen. 31.12 Und Fremde, die gewalttaetigsten
Nationen, hieben sie um und warfen sie hin; auf die Berge und in
alle Taeler fielen ihre Zweige, und ihre Aeste wurden zerbrochen
in allen Bachrinnen des Landes. Und alle Voelker der Erde zogen
aus ihrem Schatten weg und liessen sie liegen; 31.13 auf ihrem
gefaellten Stamm liessen sich alle Voegel des Himmels nieder, und
auf ihren Aesten waren alle Tiere des Feldes, 31.14 damit keine
Baeume am Wasser sich [mehr] erheben mit ihrem Wuchs und ihren
Wipfel bis zwischen die Wolken strecken und keine
wassertrinkenden [Baeume] sich auf sich selbst stellen in ihrer
Hoehe. Denn sie alle sind dem Tod preisgegeben, hin zum Land der
Tiefe, mitten unter den Menschenkindern, zu denen, die in die
Grube hinabgefahren sind.
31.15 So spricht der Herr, HERR: Am Tag, als sie in den Scheol
hinabfuhr, habe ich um ihretwillen die Tiefe in Trauer versetzt,
ich habe [sie] verhuellt und ihre Stroeme zurueckgehalten; die
grossen Wasser wurden gehemmt, und den Libanon huellte ich in
Trauer um ihretwillen, alle Baeume des Feldes wurden um
ihretwillen ohnmaechtig. 31.16 Vom Getoese ihres Falls liess ich
die Nationen erbeben, als ich sie in den Scheol hinabfahren liess
mit denen, die in die Grube hinabfahren. Und alle Baeume Edens,
das Auserlesene und Beste des Libanon, alle Wassertrinkenden,
troesteten sich im Land der Tiefe. 31.17 Auch sie fuhren mit
ihr in den Scheol hinab zu den vom Schwert Erschlagenen, und es
kamen um, die in ihrem Schatten wohnten, mitten unter den
Nationen.
31.18 Wem gleichst du so an Herrlichkeit und an Groesse unter
den Baeumen Edens? So wirst du mit den Baeumen Edens hinabgestuerzt
werden ins Land der Tiefe. Mitten unter den Unbeschnittenen
wirst du liegen, bei den vom Schwert Erschlagenen. Das ist der
Pharao und sein ganzer Prunk, spricht der Herr, HERR. | | |
| | 32 Klagelied ueber den Pharao - Pharao im Scheol. | Kap. 29; 30; 31; Jes 19; 20; Jer 43,8-13; 46,1-26.
32.1 Und es geschah im zwoelften Jahr, im zwoelften Monat, am
Ersten des Monats, da geschah das Wort des HERRN zu mir so:
32.2 Menschensohn, erhebe ein Klagelied ueber den Pharao, den
Koenig von Aegypten, und sage zu ihm: Einem Jungloewen unter den
Nationen bist du gleich geworden; und doch warst du wie ein
Seeungeheuer in den Meeren und sprudeltest mit deinen Nuestern
und truebtest die Wasser mit deinen Fuessen und wuehltest ihre
Stroeme auf. 32.3 So spricht der Herr, HERR: Daher werde ich
mein Fangnetz ueber dich ausspannen durch eine Schar vieler
Voelker, und man wird dich in meinem Garn heraufziehen. 32.4
Und ich werfe dich auf das Land, schleudere dich auf das freie
Feld; und ich mache, dass sich alle Voegel des Himmels auf dir
niederlassen und sich die Tiere der ganzen Erde von dir
saettigen. 32.5 Und ich lege dein Fleisch auf die Berge und
fuelle die Taeler mit deinem Aas. 32.6 Und ich traenke das Land
mit deinem Ausfluss von deinem Blut auf den Bergen, und die
Bachrinnen werden mit dir angefuellt sein. 32.7 Und ich werde,
wenn ich dich ausloesche, den Himmel bedecken und seine Sterne
verdunkeln; ich werde die Sonne mit Gewoelk bedecken, und der
Mond wird sein Licht nicht scheinen lassen. 32.8 Alle
leuchtenden Lichter am Himmel werde ich deinetwegen verdunkeln,
und ich werde Finsternis ueber dein Land bringen, spricht der
Herr, HERR.
32.9 Und ich werde das Herz vieler Voelker beunruhigen, wenn
ich deinen Zusammenbruch ueber die Nationen kommen lasse, in
Laender, die du nicht gekannt hast. 32.10 Und ich werde vielen
Voelkern deinetwegen Entsetzen einfloessen, und ihren Koenigen
werden deinetwegen die Haare zu Berge stehen, wenn ich mein
Schwert vor ihnen schwinge; und sie werden immer wieder
erzittern, jeder um sein Leben, am Tag deines Falls. - 32.11
Denn so spricht der Herr, HERR: Das Schwert des Koenigs von Babel
wird ueber dich kommen. 32.12 Durch die Schwerter von Helden
werde ich deine Menge faellen: die Gewalttaetigsten der Nationen
sind sie alle; und sie werden den Hochmut Aegyptens zerstoeren,
und sein ganzer Prunk wird ausgetilgt. 32.13 Und ich werde all
sein Vieh an den vielen Wassern zugrunde richten, so dass der Fuss
des Menschen sie nicht mehr truebt, noch die Klauen des Viehs sie
trueben. 32.14 Dann werde ich ihre Wasser klaeren und ihre
Fluesse wie Oel fliessen lassen, spricht der Herr, HERR. - 32.15
Wenn ich das Land Aegypten zu einer Einoede mache und wenn das
Land ohne seine Fuelle verwuestet daliegt, wenn ich alle, die
darin wohnen, schlage, dann werden sie erkennen, dass ich der
HERR bin. 32.16 Das ist ein Klagelied, und man soll es als
Klagelied singen, die Toechter der Nationen sollen es als
Klagelied singen; sie sollen es als Klagelied singen ueber
Aegypten und ueber seinen ganzen Prunk, spricht der Herr, HERR.
32.17 Und es geschah im zwoelften Jahr, am Fuenfzehnten des
Monats, da geschah das Wort des HERRN zu mir so: 32.18
Menschensohn, wehklage ueber den Prunk Aegyptens, und stuerze ihn
hinab, Aegypten und die Toechter maechtiger Nationen, in das Land
der Tiefen, zu denen, die in die Grube hinabgefahren sind!
32.19 Wen uebertriffst du [jetzt noch] an Anmut? Fahr hinab,
und lege dich zu den Unbeschnittenen! 32.20 Mitten unter den
vom Schwert Erschlagenen sollen sie fallen! Das Schwert ist
[ihnen] bestimmt. Schleppt mit Aegypten auch seinen ganzen Prunk
herbei! 32.21 Es reden mit ihm die gewaltigen Helden mitten
aus dem Scheol, mit [ihm und] seinen Helfern. Sie sind
hinabgefahren, sie liegen da, die Unbeschnittenen, die vom
Schwert Erschlagenen.
32.22 Dort ist Assur und sein ganzes Aufgebot rings um sein
Grab her: sie alle, Erschlagene, durchs Schwert Gefallene,
32.23 [Assur], dem seine Graeber in der tiefsten Grube gegeben
worden sind, und sein Aufgebot ist rings um sein Grab her
[begraben]. Sie alle sind Erschlagene, durchs Schwert Gefallene,
die [einst] Schrecken verbreiteten im Land der Lebenden.
32.24 Dort ist Elam und sein ganzer Prunk rings um sein Grab
her, sie alle, Erschlagene, durchs Schwert Gefallene, die als
Unbeschnittene ins Land der Tiefen hinabgefahren sind, die
[einst] ihren Schrecken verbreitet hatten im Land der Lebenden;
und sie tragen ihre Schmach mit denen, die in die Grube
hinabgefahren sind. 32.25 Mitten unter Erschlagenen hat man
ihm ein Lager gegeben mit seinem ganzen Prunk rings um sein Grab
her. Sie alle sind Unbeschnittene, vom Schwert Erschlagene, weil
[einst] ihr Schrecken verbreitet war im Land der Lebenden; und
sie tragen [nun] ihre Schmach mit denen, die in die Grube
hinabgefahren sind. Mitten unter Erschlagene ist er gelegt.
32.26 Dort ist Meschech-Tubal und sein ganzer Prunk; rings um
sein Grab her, sie alle, Unbeschnittene, sie sind vom Schwert
erschlagen, weil sie ihren Schrecken verbreitet hatten im Land
der Lebenden. 32.27 Und sie liegen nicht bei den Helden, die
in der Vorzeit gefallen sind, die in den Scheol hinabfuhren mit
ihren Kriegswaffen und die ihre Schwerter unter ihre Haeupter
legten und deren Schilde auf ihren Gebeinen liegen; denn der
Schrecken vor den Helden [hatte einst] im Land der Lebenden
[geherrscht]. - 32.28 Auch du [,Aegypten,] wirst mitten unter
Unbeschnittenen zerschmettert werden und bei den vom Schwert
Erschlagenen liegen.
32.29 Dort ist Edom, seine Koenige und all seine Fuersten, die
in ihrer Heldenkraft zu den vom Schwert Erschlagenen gelegt
wurden; sie liegen bei den Unbeschnittenen und bei denen, die in
die Grube hinabgefahren sind.
32.30 Dort sind die Fuersten des Nordens insgesamt und alle
Sidonier, die zu den Erschlagenen hinabgefahren sind [und] trotz
ihres Schreckens [,den sie einfloessten,] in ihrer Heldenkraft
zuschanden geworden sind; und sie liegen als Unbeschnittene bei
den vom Schwert Erschlagenen und tragen ihre Schmach mit denen,
die in die Grube hinabgefahren sind.
32.31 Sie [alle] wird der Pharao sehen und sich ueber seinen
ganzen Prunk troesten. Vom Schwert Erschlagene sind der Pharao
und sein ganzes Heer, spricht der Herr, HERR. 32.32 Denn ich
habe Schrecken vor ihm verbreitet im Land der Lebenden; und so
wird er sich mitten unter Unbeschnittene legen mit den vom
Schwert Erschlagenen, der Pharao und sein ganzer Prunk, spricht
der Herr, HERR. | | |
| | 33 Hesekiels Dienst als Waechter. | V. 1-20: Kap. 3,16-21.
33.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 33.2
Menschensohn, rede zu den Soehnen deines Volkes, und sage zu
ihnen: Wenn ich das Schwert ueber ein Land bringe, und das Volk
des Landes nimmt einen Mann aus seiner Gesamtheit und setzt ihn
sich als Waechter ein, 33.3 und er sieht das Schwert ueber das
Land kommen und stoesst ins Horn und warnt das Volk, 33.4 wenn
[dann] einer den Schall des Horns hoert, sich aber nicht warnen
laesst, und das Schwert kommt und rafft ihn weg: so wird sein Blut
auf seinem Kopf bleiben. 33.5 Er hat den Schall des Horns
gehoert, hat sich aber nicht warnen lassen; sein Blut wird auf
ihm bleiben. Doch hat er sich warnen lassen, so hat er seine
Seele gerettet. 33.6 Wenn aber der Waechter das Schwert kommen
sieht, und er stoesst nicht ins Horn, und das Volk wird nicht
gewarnt, und das Schwert kommt und rafft von ihnen eine Seele
weg: so wird dieser um seiner Schuld willen weggerafft; aber
sein Blut werde ich von der Hand des Waechters fordern.
V. 7-20: Kap. 18,19-32.
33.7 Dich nun, Menschensohn, habe ich als Waechter fuer das Haus
Israel eingesetzt. Du sollst das Wort aus meinem Mund hoeren und
sie vor mir warnen. 33.8 Wenn ich zu dem Gottlosen sage: `Du
Gottloser, du musst sterben!, du aber redest nicht, um den
Gottlosen vor seinem Weg zu warnen, so wird er, der Gottlose, um
seiner Schuld willen sterben; aber sein Blut werde ich von
deiner Hand fordern. 33.9 Wenn du jedoch den Gottlosen vor
seinem Weg warnst, damit er von ihm umkehrt, er aber von seinem
Weg nicht umkehrt, so wird er um seiner Schuld willen sterben;
du aber hast deine Seele gerettet.
33.10 Und du, Menschensohn, sage zum Haus Israel: So sprecht
ihr und sagt: Unsere Vergehen und unsere Suenden sind auf uns,
und in ihnen schwinden wir dahin. Wie koennten wir leben? 33.11
Sage zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR: Wenn
ich Gefallen habe am Tod des Gottlosen! Wenn nicht vielmehr
daran, dass der Gottlose von seinem Weg umkehrt und lebt! Kehrt
um, kehrt um von euren boesen Wegen! Ja, warum wollt ihr sterben,
Haus Israel? 33.12 Und du, Menschensohn, sage zu den Soehnen
deines Volkes: Die Gerechtigkeit des Gerechten wird ihn nicht
retten am Tag seines Vergehens; und die Gottlosigkeit des
Gottlosen - er wird durch sie nicht stuerzen an dem Tag, da er
von seiner Gottlosigkeit umkehrt. Und [die Gerechtigkeit des]
Gerechten - er wird durch sie nicht leben koennen an dem Tag, da
er suendigt. 33.13 Wenn ich dem Gerechten sage: `Leben soll
er!, und er verlaesst sich auf seine Gerechtigkeit und tut
Unrecht, so wird all seiner gerechten Taten nicht gedacht
werden, sondern um seines Unrechts willen, das er getan hat,
deswegen wird er sterben. 33.14 Wenn ich aber zum Gottlosen
sage: Sterben musst du! und er kehrt von seiner Suende um und uebt
Recht und Gerechtigkeit, 33.15 [so dass] der Gottlose das Pfand
zurueckgibt, Geraubtes erstattet, in den Ordnungen, [die] zum
Leben [fuehren], lebt, ohne Unrecht zu tun, so soll er am Leben
bleiben, er soll nicht sterben. 33.16 All seiner Suenden, die
er begangen hat, soll ihm nicht gedacht werden; Recht und
Gerechtigkeit hat er geuebt: er soll am Leben bleiben.
33.17 Und die Soehne deines Volkes sagen: Der Weg des Herrn ist
nicht recht, wo doch ihr eigener Weg nicht recht ist. 33.18
Wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht
tut, so wird er deswegen sterben. 33.19 Und wenn der Gottlose
von seiner Gottlosigkeit umkehrt und Recht und Gerechtigkeit
uebt, so wird er um ihretwillen leben. 33.20 Ihr aber sagt: Der
Weg des HERRN ist nicht recht. Ich werde euch richten, jeden
nach seinen Wegen, Haus Israel. | | |
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