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9 Schonung der Frommen und Toetung der Gottlosen in Jerusalem - Hesekiels vergebliche Fuerbitte.
9.1 Und er rief vor meinen Ohren mit lauter Stimme und sprach:
Nahegekommen sind die Heimsuchungen der Stadt. Jeder habe sein
Werkzeug der Zerstoerung in seiner Hand! 9.2 Und siehe, sechs
Maenner kamen aus der Richtung vom oberen Tor, das nach Norden
gewandt ist, jeder mit seinem Werkzeug zum Zerschlagen in seiner
Hand; und ein Mann war in ihrer Mitte, mit Leinen bekleidet, mit
dem Schreibzeug eines Schreibers an seiner Huefte; und sie kamen
und stellten sich neben den bronzenen Altar.

9.3 Und die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich von dem
Cherub, ueber dem sie war, zu der Schwelle des Hauses hin. Und er
rief dem mit Leinen bekleideten Mann zu, der das Schreibzeug
eines Schreibers an seiner Huefte hatte, 9.4 und der HERR
sprach zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch
Jerusalem, und zeichne ein Kennzeichen an die Stirnen der
Maenner, die seufzen und stoehnen ueber all die Greuel, die in
ihrer Mitte geschehen! 9.5 Und zu jenen sprach er vor meinen
Ohren: Geht hinter ihm her durch die Stadt, und schlagt zu; ihr
sollt [ihretwegen] nicht betruebt sein und sollt kein Mitleid
haben! 9.6 Greise, junge Maenner und Jungfrauen, Kinder und
Frauen erschlagt [bis] zur [vollstaendigen] Vernichtung, aber
niemandem, an dem das Kennzeichen ist, duerft ihr euch naehern!
Bei meinem Heiligtum sollt ihr anfangen! Da fingen sie bei den
Maennern an, [naemlich bei] den Aeltesten, die vor dem Haus waren.
9.7 Und er sprach zu ihnen: Macht das Haus unrein und fuellt
die Vorhoefe mit Erschlagenen; geht hinaus! Und sie gingen hinaus
und erschlugen in der Stadt. 9.8 Und es geschah, als sie
erschlugen und ich [allein] uebrigblieb, da fiel ich nieder auf
mein Gesicht und schrie und sagte: Ach, Herr, HERR! Willst du
den ganzen Ueberrest Israels vernichten, indem du deinen Grimm
ueber Jerusalem ausgiesst? 9.9 Da sprach er zu mir: Die Schuld
des Hauses Israel und Juda ist ueber die Massen gross, und das Land
ist mit Gewalttat erfuellt, und die Stadt ist voller Beugung [des
Rechts]. Denn sie sagen: Der HERR hat das Land verlassen, und
der HERR sieht [uns] nicht. 9.10 So auch ich - ich werde nicht
betruebt sein und werde kein Mitleid haben; ihren Weg bringe ich
auf ihren Kopf. 9.11 Und siehe, der mit Leinen bekleidete
Mann, der das Schreibzeug an seiner Huefte hatte, brachte Antwort
und sprach: Ich habe getan, wie du mir befohlen hast.
10 Vision Hesekiels: Befehl zum Verbrennen Jerusalems - Nochmalige Beschreibung der Herrlichkeit des HERRN, die den Tempel verlaesst.
Kap. 1,1-28.

10.1 Und ich sah: Und siehe, auf dem festen Gewoelbe, das ueber
dem Haupt der Cherubim war, [befand sich] einem Saphirstein
gleich etwas, das aussah wie ein Thron, der ueber ihnen sichtbar
wurde. 10.2 Und er sprach zu dem mit Leinen bekleideten Mann,
und er sagte: Geh hinein zu [der Stelle] zwischen dem Raederwerk,
zu [der Stelle] unterhalb des Cherubs, und fuelle deine Haende mit
Feuerkohlen von [der Stelle] zwischen den Cherubim, und streue
sie ueber die Stadt hin! Da ging er vor meinen Augen hinein.
10.3 Die Cherubim aber standen zur rechten Seite des Hauses,
als der Mann hineinging; und die Wolke erfuellte den inneren
Vorhof. 10.4 Da erhob sich die Herrlichkeit des HERRN von dem
Cherub weg auf die Schwelle des Hauses; und das Haus wurde von
der Wolke erfuellt, und der Vorhof war voll von dem Glanz der
Herrlichkeit des HERRN. 10.5 Und das Rauschen der Fluegel der
Cherubim wurde bis zum aeusseren Vorhof gehoert wie die Stimme
Gottes, des Allmaechtigen, wenn er redet. 10.6 Und es geschah,
als er dem mit Leinen bekleideten Mann befahl: Nimm Feuer von
[der Stelle] zwischen dem Raederwerk, von [der Stelle] zwischen
den Cherubim weg!, da ging er hinein und trat neben das Rad.
10.7 Und der Cherub streckte seine Hand aus zwischen den
Cherubim hervor nach dem Feuer, das zwischen den Cherubim war,
und hob es auf und gab es in die Haende dessen, der mit Leinen
bekleidet war; der nahm es und ging hinaus. 10.8 Und es
erschien an den Cherubim unter ihren Fluegeln etwas wie eine
Menschenhand. 10.9 Und ich sah: Und siehe, vier Raeder waren
neben den Cherubim, je ein Rad neben je einem Cherub. Und das
Aussehen der Raeder war wie der Anblick eines Tuerkis-Steines;
10.10 und ihr Aussehen: Die vier hatten ein und dieselbe
Gestalt, wie wenn ein Rad mitten im [anderen] Rad waere. 10.11
Wenn sie gingen, [dann] gingen sie nach ihren vier Seiten hin:
sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen; denn an den Ort,
wohin das Vorderste sich wandte, folgten sie ihm; sie wandten
sich nicht um, wenn sie gingen. 10.12 Und ihr ganzer Leib und
ihr Ruecken und ihre Haende und ihre Fluegel und die Raeder waren
voller Augen ringsum bei [allen] vieren, [naemlich] ihren Raedern.
10.13 Die Raeder, sie wurden vor meinen Ohren `Galgal genannt.
10.14 Vier Gesichter hatte jedes. Das Gesicht des ersten war
das Gesicht eines Cherubs, und das Gesicht des zweiten war das
Gesicht eines Menschen und des dritten das Gesicht eines Loewen
und des vierten das Gesicht eines Adlers. 10.15 Und die
Cherubim hoben sich empor. Das war das lebende Wesen, das ich am
Fluss Kebar gesehen hatte. 10.16 Und wenn die Cherubim gingen,
[dann] gingen die Raeder neben ihnen; und wenn die Cherubim ihre
Fluegel erhoben, um sich von der Erde emporzuheben, so wandten
sich auch sie, die Raeder, nicht von ihrer Seite. 10.17 Wenn
sie stehen blieben, blieben [auch] die Raeder stehen; und wenn
sie sich emporhoben, hoben sich die Raeder mit ihnen empor. Denn
der Geist des lebenden Wesens war in ihnen.

10.18 Und die Herrlichkeit des HERRN verliess die Schwelle des
Hauses und stellte sich ueber die Cherubim. 10.19 Und die
Cherubim erhoben ihre Fluegel und hoben sich vor meinen Augen von
der Erde empor, als sie hinauszogen; und die Raeder [erhoben
sich] gleichzeitig mit ihnen. Und sie stellte sich an den
Eingang des oestlichen Tores des Hauses des HERRN, und die
Herrlichkeit des Gottes Israel war oben ueber ihnen. 10.20 Das
war das lebende Wesen, das ich unter dem Gott Israels am Fluss
Kebar gesehen hatte; und ich erkannte, dass es Cherubim waren.
10.21 Jeder hatte vier Gesichter, und jeder hatte vier Fluegel,
und etwas wie Menschenhaende war unter ihren Fluegeln. 10.22 Und
die Gestalt ihrer Gesichter war die jener Gesichter, die ich am
Fluss Kebar gesehen hatte, ihr Aussehen und sie selbst. Sie
gingen ein jeder gerade vor sich hin.
11 Vision Hesekiels: Gericht ueber die Fuersten Judas - Heimkehr und Erneuerung des Volkes.
11.1 Und der Geist hob mich empor und brachte mich zum
oestlichen Tor des Hauses des HERRN, das nach Osten weist. Und
siehe, am Eingang des Tores waren 25 Maenner; und ich sah in
ihrer Mitte Jaasanja, den Sohn Asurs, und Pelatja, den Sohn
Benajas, die Obersten des Volkes. 11.2 Und er sprach zu mir:
Menschensohn, das sind die Maenner, die Unheil ersinnen und boesen
Rat erteilen in dieser Stadt, 11.3 die sagen: `Es ist nicht an
der Zeit, Haeuser zu bauen; sie ist der Topf, und wir sind das
Fleisch. 11.4 Darum weissage ueber sie! Weissage, Menschensohn!
- 11.5 Und der Geist des HERRN fiel auf mich und sprach zu
mir: Sage: So spricht der HERR: So redet ihr, Haus Israel; und
was in eurem Geist aufsteigt, ich kenne es. 11.6 Ihr habt eure
Erschlagenen zahlreich gemacht in dieser Stadt und ihre Strassen
mit Erschlagenen gefuellt. 11.7 Darum, so spricht der Herr,
HERR: Eure Erschlagenen, die ihr in ihrer Mitte hingestreckt
habt, die sind das Fleisch, und sie ist der Topf; euch aber
werde ich aus ihrer Mitte hinausfuehren. 11.8 Ihr fuerchtet das
Schwert! So werde ich das Schwert ueber euch bringen, spricht der
Herr, HERR. 11.9 Und ich fuehre euch aus ihrer Mitte hinaus und
gebe euch in die Hand von Fremden und uebe Strafgerichte an euch.
11.10 Durch das Schwert sollt ihr fallen; an der Grenze
Israels werde ich euch richten. Und ihr werdet erkennen, dass ich
der HERR bin. 11.11 Sie wird euch nicht zum Topf werden, so
dass ihr in ihrer Mitte zum Fleisch wuerdet; [sondern] an der
Grenze Israels werde ich euch richten. 11.12 Und ihr werdet
erkennen, dass ich der HERR bin, ich, in dessen Ordnungen ihr
nicht gelebt und dessen Rechtsbestimmungen ihr nicht befolgt
habt; sondern ihr habt nach den Rechtsbestimmungen der Nationen
gehandelt, die rings um euch her sind. - 11.13 Und es geschah,
als ich weissagte, da starb Pelatja, der Sohn Benajas. Und ich
fiel nieder auf mein Gesicht und schrie mit lauter Stimme und
sprach: Ach, Herr, HERR, willst du mit dem Ueberrest Israels ein
Ende machen?

11.14 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 11.15
Menschensohn, deine Brueder, deine Brueder, die Maenner deiner
Verwandtschaft, [sind es] und das ganze Haus Israel insgesamt,
zu denen die Bewohner von Jerusalem sagen: Sie sind fern von dem
HERRN; uns ist dieses Land zum Besitz gegeben! 11.16 Darum
sage: So spricht der Herr, HERR: Ja, ich habe sie fern unter den
Nationen sein lassen, ja, ich habe sie in die Laender zerstreut
und bin ihnen [nur] wenig zum Heiligtum geworden in den Laendern,
wohin sie gekommen sind. 11.17 Darum sage: So spricht der
Herr, HERR: Ich werde euch aus den Voelkern sammeln und euch aus
den Laendern zusammenbringen, in die ihr zerstreut worden seid,
und werde euch das Land Israel geben. 11.18 Und sie werden
dorthin kommen und alle seine Scheusale und alle seine Greuel
daraus entfernen. 11.19 Und ich werde ihnen ein Herz geben und
werde einen neuen Geist in ihr Inneres geben, und ich werde das
steinerne Herz aus ihrem Fleisch entfernen und ihnen ein
fleischernes Herz geben, 11.20 damit sie in meinen Ordnungen
leben und meine Rechtsbestimmungen bewahren und sie befolgen.
Und sie werden mir zum Volk, und ich werde ihnen zum Gott sein.
11.21 Jene aber - ihr Herz folgt ihren Scheusalen und ihren
Greueln nach -, ihren Weg bringe ich auf ihren Kopf, spricht der
Herr, HERR.

11.22 Und die Cherubim erhoben ihre Fluegel, und die Raeder
[bewegten sich] gleichzeitig mit ihnen; und die Herrlichkeit des
Gottes Israels war oben ueber ihnen. 11.23 Und die Herrlichkeit
des HERRN stieg auf, mitten aus der Stadt hinweg, und stellte
sich auf den Berg, der im Osten der Stadt ist. 11.24 Und der
Geist hob mich empor und brachte mich im Gesicht durch den Geist
Gottes zu den Weggefuehrten nach Chaldaea; und das Gesicht, das
ich gesehen hatte, hob sich von mir weg. 11.25 Und ich redete
zu den Weggefuehrten alle Worte des HERRN, die er mich hatte
sehen lassen.
12 Ankuendigung der Wegfuehrung - Sinnbildliche Handlungen Hesekiels als Symbol fuer Gefangenschaft und Belagerungsnot.
12.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 12.2
Menschensohn, du wohnst mitten in dem widerspenstigen Haus, [bei
solchen], die Augen haben zu sehen und [doch] nicht sehen, die
Ohren haben zu hoeren und [doch] nicht hoeren; denn ein
widerspenstiges Haus sind sie. 12.3 Und du, Menschensohn, mach
dir Gepaeck zur Verbannung [zurecht] und zieh bei Tage vor ihren
Augen in die Verbannung aus! Und du sollst vor ihren Augen von
deinem Ort zu einem anderen Ort in die Verbannung ausziehen!
Vielleicht sehen sie es; denn ein widerspenstiges Haus sind sie.
12.4 Und trage dein Gepaeck wie Gepaeck zur Verbannung bei Tage
vor ihren Augen hinaus! Und du, ziehe am Abend vor ihren Augen
aus, wie man auszieht, um in die Verbannung zu gehen! 12.5 Vor
ihren Augen durchbrich dir die Mauer, und trage [dein Gepaeck]
dadurch hinaus! 12.6 Vor ihren Augen nimm es auf die Schulter,
in Finsternis trage es hinaus! Du sollst dein Gesicht verhuellen,
damit du das Land nicht siehst! Denn zu einem Wahrzeichen habe
ich dich fuer das Haus Israel gemacht. - 12.7 Da tat ich so,
wie mir befohlen war. Mein Gepaeck trug ich wie Gepaeck zur
Verbannung bei Tage hinaus, und am Abend durchbrach ich mir die
Mauer mit der Hand. In Finsternis trug ich es hinaus, ich nahm
es vor ihren Augen auf die Schulter. - 12.8 Und das Wort des
HERRN geschah zu mir am Morgen: 12.9 Menschensohn, hat nicht
das Haus Israel, das widerspenstige Haus, zu dir gesagt: Was
tust du? 12.10 Sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Den
Fuersten in Jerusalem [betrifft] dieser Ausspruch und das ganze
Haus Israel, in dessen Mitte sie sind. 12.11 Sprich: Ich bin
ein Wahrzeichen fuer euch. Wie ich getan habe, so soll ihnen
getan werden: in die Verbannung, in die Gefangenschaft werden
sie gehen. 12.12 Und der Fuerst, der in ihrer Mitte ist, wird
[sein Gepaeck] in der Finsternis auf die Schulter nehmen und
ausziehen. Sie werden die Mauer durchbrechen, um es durch sie
hinauszutragen. Er wird sein Gesicht verhuellen, weil er selbst
mit [seinen] Augen das Land nicht sehen will. 12.13 Und ich
spanne mein Fangnetz ueber ihn aus, und in meinem Jagdnetz wird
er gefangen; und ich bringe ihn nach Babel, ins Land der
Chaldaeer, aber sehen wird er es nicht; und er wird dort sterben.
12.14 Und alle die um ihn her sind, seine Helfer und alle
seine Scharen, will ich in alle Winde zerstreuen; und hinter
ihnen her werde ich das Schwert ziehen. 12.15 Und sie werden
erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich sie unter die Nationen
versprenge und sie in die Laender zerstreue. 12.16 Und ich
werde von ihnen einige Leute uebriglassen vom Schwert, vom Hunger
und von der Pest, damit sie alle ihre Greuel erzaehlen unter den
Nationen, zu denen sie kommen. Dann werden sie erkennen, dass ich
der HERR bin.

12.17 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 12.18
Menschensohn, dein Brot sollst du mit Beben essen, und dein
Wasser mit Zittern und in Angst trinken! 12.19 Und du sollst
zum Volk des Landes sagen: So spricht der Herr, HERR, von den
Bewohnern Jerusalems im Land Israel: Ihr Brot werden sie in
Angst essen und ihr Wasser mit Entsetzen trinken, weil ihr Land
oede daliegt, ohne seine Fuelle, wegen der Gewalttat all derer,
die in ihm wohnen. 12.20 Und die bewohnten Staedte werden in
Truemmern liegen und das Land wird eine Einoede werden. Dann
werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
Drohworte an die Veraechter von Weissagungen.
V. 21-25: Jer 23,33-40.

12.21 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 12.22
Menschensohn, was ist das fuer ein Sprichwort, das ihr im Land
Israel habt, indem ihr sagt: `Die Tage ziehen sich in die Laenge,
und jedes Gesicht geht verloren? 12.23 Darum sage zu ihnen: So
spricht der Herr, HERR: Ich will diesem Sprichwort ein Ende
machen, und man soll es nicht mehr als Sprichwort gebrauchen in
Israel. Sondern rede zu ihnen: Nahe herbeigekommen sind die Tage
und das Wort eines jeden Gesichts. 12.24 Denn es wird nicht
laenger irgendein nichtiges Gesicht oder irgendeine
schmeichlerische Wahrsagung geben inmitten des Hauses Israel.
12.25 Denn ich, der HERR, ich rede; das Wort, das ich rede,
wird auch geschehen, es wird sich nicht laenger hinziehen. Denn
in euren Tagen, widerspenstiges Haus, rede ich ein Wort und tue
es auch, spricht der Herr, HERR.

12.26 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 12.27
Menschensohn, siehe, das Haus Israel sagt: Das Gesicht, das der
schaut, [geht] auf viel [spaetere] Tage [hinaus]; und auf ferne
Zeiten hin weissagt er. 12.28 Darum sage zu ihnen: So spricht
der Herr, HERR: Es wird sich nicht laenger irgendeines meiner
Worte hinziehen; das Wort, das ich rede, wird auch geschehen,
spricht der Herr, HERR.
13 Strafreden gegen falsche Propheten und Prophetinnen.
13.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 13.2
Menschensohn, weissage ueber die Propheten Israels, die da
weissagen, und sage zu denen, [die] aus ihrem [eigenen] Herzen
[weissagen]: Hoert das Wort des HERRN!

V. 3-16: Jer 23,9-32.

13.3 So spricht der Herr, HERR: Wehe den toerichten Propheten,
die ihrem [eigenen] Geist nachgehen und dem, was sie nicht
gesehen haben! 13.4 Wie Fuechse in den Truemmerstaetten sind
deine Propheten geworden, Israel. 13.5 In die Risse seid ihr
nicht getreten, und die Mauer habt ihr nicht vermauert um das
Haus Israel her, um standzuhalten im Kampf am Tag des HERRN.
13.6 Sie schauen Nichtiges und Luegenwahrsagung, die da sagen:
`Ausspruch des HERRN, obwohl der HERR sie nicht gesandt hat; und
[dabei] erwarten sie, dass er [ihr] Wort eintreffen laesst. 13.7
Habt ihr [da] nicht ein nichtiges Gesicht geschaut, und habt ihr
nicht Luegenwahrsagung gesprochen, als ihr sagtet: `Ausspruch des
HERRN, wo ich doch nicht geredet habe? 13.8 Darum, so spricht
der Herr, HERR: Weil ihr Nichtiges redet und Luege schaut, darum,
siehe, will ich an euch, ist der Ausspruch des Herrn, HERRN.
13.9 Und ich werde meine Hand gegen die Propheten ausstrecken,
die Nichtiges schauen und Luege wahrsagen. Im Kreis meines Volkes
sollen sie nicht sein, und im Verzeichnis des Hauses Israel
werden sie nicht aufgeschrieben sein, und in das Land Israel
werden sie nicht kommen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der
Herr, HERR, bin.

13.10 Deshalb, ja deshalb, weil sie mein Volk irrefuehren und
sagen: Friede! obwohl kein Friede da ist - und baut es eine
Wand, siehe, sie bestreichen sie mit Tuenche -, 13.11 sage zu
den Tuenchestreichern: Sie soll fallen! Es kommt ein
ueberschwemmender Regen. Und ihr Hagelsteine, ihr werdet fallen,
und ein Sturmwind wird [sie] spalten; 13.12 und siehe, die
Mauer faellt. Wird man euch nicht sagen: Wo ist das Getuenchte,
das ihr getuencht habt? - 13.13 Darum, so spricht der Herr,
HERR: So lasse ich einen Sturmwind losbrechen in meinem Grimm,
und ein ueberschwemmender Regen wird durch meinen Zorn kommen und
Hagelsteine durch [meinen] Grimm zur Vernichtung. 13.14 Und
ich breche die Mauer ab, die ihr mit Tuenche bestrichen habt, und
lasse sie zu Boden stuerzen, dass ihr Grund blossgelegt wird; und
sie soll fallen, und ihr werdet in ihrer Mitte umkommen. Und ihr
werdet erkennen, dass ich der HERR bin. 13.15 Und so werde ich
meinen Grimm vollenden an der Mauer und an denen, die sie mit
Tuenche bestreichen. Und ich werde zu euch sagen: Die Mauer gibt
es nicht [mehr], und die, die sie tuenchten, gibt es nicht
[mehr], 13.16 die Propheten Israels, die ueber Jerusalem
weissagen und fuer es Gesichte des Friedens schauen, obwohl kein
Friede da ist, spricht der Herr, HERR.

13.17 Und du, Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die
Toechter deines Volkes, die aus ihrem [eigenen] Herzen weissagen.
Und weissage gegen sie 13.18 und sage: So spricht der Herr,
HERR: Wehe denen, die Binden zusammennaehen fuer alle Handgelenke
und Kopfhuellen machen fuer Koepfe jedes Wuchses, um Seelen zu
fangen! Seelen wollt ihr fangen bei meinem Volk und [andere]
Seelen fuer euch [selbst] am Leben erhalten? 13.19 Und ihr
entweiht mich bei meinem Volk fuer [einige] Haende voll Gerste und
fuer [einige] Bissen Brot, indem ihr Seelen toetet, die nicht
sterben sollten, und Seelen am Leben erhaltet, die nicht leben
sollten; indem ihr mein Volk anluegt, das auf Luegen hoert! -
13.20 Darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will an
eure Binden, in denen ihr die Seelen wie Voegel fangt, und will
sie von euren Armen wegreissen. Und ich lasse die Seelen los, die
ihr fangt, die Seelen, dass sie wegfliegen. 13.21 Und ich reisse
eure Kopfhuellen weg und rette mein Volk aus eurer Hand, damit
sie in eurer Hand nicht mehr zur Jagdbeute werden. Und ihr
werdet erkennen, dass ich der HERR bin. 13.22 Weil ihr das Herz
des Gerechten [mit] Luege verzagt macht, obwohl ich ihm doch
keinen Schmerz zugefuegt habe, und weil ihr die Haende des
Gottlosen staerkt, damit er nicht von seinem boesen Weg umkehrt,
sich am Leben zu erhalten, 13.23 darum sollt ihr nicht [mehr]
Nichtiges schauen und nicht laenger Wahrsagerei treiben. Und ich
werde mein Volk aus eurer Hand erretten, und ihr werdet
erkennen, dass ich der HERR bin.
14 Keine Antwort Gottes auf Fragen der Goetzendiener.
14.1 Und es kamen Maenner von den Aeltesten Israels zu mir, und
sie setzten sich vor mir nieder. 14.2 Und das Wort des HERRN
geschah zu mir so: 14.3 Menschensohn, diese Maenner haben ihre
Goetzen in ihrem Herzen aufkommen lassen und den Anstoss zu ihrer
Schuld vor ihr Gesicht gestellt. Sollte ich mich da etwa von
ihnen befragen lassen? 14.4 Darum rede mit ihnen und sage zu
ihnen: So spricht der Herr, HERR: Jedermann vom Haus Israel, der
seine Goetzen in seinem Herzen aufkommen laesst und den Anstoss zu
seiner Schuld vor seinem Gesicht aufrichtet und [dann] zum
Propheten kommt - ich, der HERR, ich selbst, lasse mich fuer ihn
zu einer Antwort bewegen, gemaess der Menge seiner Goetzen, 14.5
damit ich das Haus Israel an seinem Herzen fasse, weil sie sich
allesamt um ihrer Goetzen willen von mir abgewandt haben. -
14.6 Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, HERR:
Kehrt um, und wendet euch ab von euren Goetzen, und von allen
euren Greueln wendet euer Gesicht ab! 14.7 Denn jedermann vom
Haus Israel und von den Fremden, die sich in Israel aufhalten,
der sich von mir trennt und seine Goetzen in seinem Herzen
aufkommen laesst und den Anstoss zu seiner Schuld vor seinem
Gesicht aufrichtet und [dann] zum Propheten kommt, um mich fuer
sich zu befragen - ich, der HERR, ich selbst, lasse mich fuer ihn
zu einer Antwort bewegen. 14.8 Und ich richte mein Angesicht
gegen einen solchen Mann und mache ihn zu einem Denkzeichen und
zu Sprichwoertern und rotte ihn aus der Mitte meines Volkes aus.
Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin. - 14.9 Wenn
aber der Prophet sich verleiten laesst und ein Wort redet, dann
verleite ich, der HERR, diesen Propheten; und ich werde meine
Hand gegen ihn ausstrecken und ihn aus der Mitte meines Volkes
Israel austilgen. 14.10 So sollen sie [beide] ihre Schuld
tragen; wie die Schuld des Fragenden, so wird die Schuld des
Propheten sein, 14.11 damit das Haus Israel nicht mehr von mir
abirre und sie sich nicht mehr mit all ihren Vergehen unrein
machen. Und sie werden mir zum Volk, und ich selbst werde ihnen
zum Gott sein, spricht der Herr, HERR.
Begruendung fuer die Schonung eines Teiles des gottlosen Volkes.
14.12 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 14.13
Menschensohn, wenn ein Land gegen mich suendigt, indem es Untreue
begeht, und ich meine Hand gegen es ausstrecke und ihm den Stab
des Brotes zerbreche und Hunger hinein sende und aus ihm
Menschen und Vieh ausrotte - 14.14 und diese drei Maenner waeren
in seiner Mitte: Noah, Daniel und Hiob -, es wuerde um ihrer
Gerechtigkeit willen [nur] ihre eigene Seele gerettet werden,
spricht der Herr, HERR. 14.15 Oder [wenn] ich boese Tiere das
Land durchstreifen lasse, so dass sie es entvoelkern und es eine
Oede wird, weil wegen der Tiere niemand hindurchzieht - 14.16
[waeren] diese drei Maenner in seiner Mitte, so wahr ich lebe,
spricht der Herr, HERR, sie wuerden weder Soehne noch Toechter
retten; sie allein wuerden gerettet, das Land aber wuerde eine Oede
werden. 14.17 Oder [wenn] ich das Schwert ueber jenes Land
kommen lasse und spreche: Schwert, fahre durch das Land! und aus
ihm Menschen und Vieh ausrotte - 14.18 und diese drei Maenner
waeren in seiner Mitte -, so wahr ich lebe, spricht der Herr,
HERR, sie wuerden weder Soehne noch Toechter retten; sondern sie
allein wuerden gerettet werden. 14.19 Oder [wenn] ich die Pest
in jenes Land sende und meinen Grimm in Blut ueber es ausgiesse,
um Menschen und Vieh darin auszurotten - 14.20 und Noah,
Daniel und Hiob waeren in seiner Mitte -, so wahr ich lebe,
spricht der Herr, HERR, sie wuerden weder Sohn noch Tochter
retten; sie wuerden um ihrer Gerechtigkeit willen [nur] ihre
[eigene] Seele retten.

14.21 Denn so spricht der Herr, HERR: Ja, wenn ich nun meine
vier boesen Gerichte, Schwert und Hunger und boese Tiere und die
Pest, gegen Jerusalem entsende, um aus ihm Menschen und Vieh
auszurotten! 14.22 Doch siehe, Entkommene werden darin
uebrigbleiben, die herausgefuehrt werden, Soehne und Toechter.
Siehe, sie werden zu euch hinausziehen, und ihr werdet ihren Weg
und ihre Taten sehen; und ihr werdet euch troesten ueber das
Unheil, das ich ueber Jerusalem habe kommen lassen, alles was ich
ueber es habe kommen lassen. 14.23 Und sie werden euch troesten,
wenn ihr ihren Weg und ihre Taten seht, und ihr werdet erkennen,
dass ich nicht ohne Ursache all das getan habe, was ich an ihm
getan, spricht der Herr, HERR.
15 Gleichnis: Jerusalem, das unnuetze Holz der Weinrebe.
Kap. 21,1-5.

15.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 15.2
Menschensohn, was hat [denn] das Holz des Weinstocks allem
[anderen] Holz voraus, die Ranke, die unter den Baeumen des
Waldes ist? 15.3 Wird von ihm Holz genommen, um es zu einer
Arbeit zu verwenden? Oder nimmt man von ihm einen Pflock, um
irgendein Geraet daran aufzuhaengen? 15.4 Siehe, dem Feuer ist
es zum Frass gegeben. Seine beiden Enden hat das Feuer gefressen,
und seine Mitte ist versengt. Wird es [noch] zu einer Arbeit
tauglich sein? 15.5 Siehe, [selbst] wenn es unversehrt ist,
wird es zu keiner Arbeit verwendet. Wieviel weniger, wenn das
Feuer es gefressen hat und es versengt ist, kann es noch zu
einer Arbeit verwendet werden! - 15.6 Darum, so spricht der
Herr, HERR: Wie das Holz des Weinstocks unter den Baeumen des
Waldes, das ich dem Feuer zum Frass gebe, so gebe ich die
Bewohner von Jerusalem dahin. 15.7 Und ich richte mein
Angesicht gegen sie: Aus dem Feuer sind sie herausgekommen, doch
Feuer wird sie fressen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der
HERR bin, wenn ich mein Angesicht gegen sie richte. 15.8 Und
ich werde das Land zur Einoede machen, weil sie Untreue begangen
haben, spricht der Herr, HERR.
16 Gleichnis: Jerusalem, die trotz aller Liebesbeweise untreu gewordene Ehefrau.
V. 1-63: Kap. 23.

16.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 16.2
Menschensohn, lass [die Stadt] Jerusalem ihre Greuel erkennen,
16.3 und sage: So spricht der Herr, HERR, zu Jerusalem: Deine
Herkunft und deine Abstammung sind aus dem Land der Kanaaniter;
dein Vater war ein Amoriter und deine Mutter eine Hetiterin.
16.4 Und [was] deine Geburt [betrifft]: an dem Tag, als du
geboren wurdest, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten,
und du wurdest nicht mit Wasser abgewaschen zur Reinigung und
nicht mit Salz abgerieben und nicht in Windeln gewickelt. 16.5
Niemand blickte mitleidig auf dich, um dir eines dieser Dinge
aus Mitleid mit dir zu tun, sondern du wurdest auf die Flaeche
des Feldes geworfen, aus Abscheu vor deinem Leben, an dem Tag,
als du geboren wurdest. - 16.6 Da ging ich an dir vorueber und
sah dich in deinem Blut zappeln; und zu dir in deinem Blut
sprach ich: Bleibe leben! Ja, zu dir in deinem Blut sprach ich:
Bleibe leben, 16.7 und wachse wie das Gewaechs des Feldes! Und
du wuchsest heran und wurdest gross, und du gelangtest zu
hoechster Anmut; die Brueste rundeten sich, und dein Haar wuchs
reichlich; aber du warst nackt und bloss. 16.8 Und ich ging
[wieder] an dir vorueber und sah dich, und siehe, deine Zeit war
da, die Zeit der Liebe; und ich breitete meinen Zipfel ueber dich
aus und bedeckte deine Bloesse. Und ich schwor dir und trat in
einen Bund mit dir, spricht der Herr, HERR, und du wurdest mein.
16.9 Und ich wusch dich mit Wasser und spuelte dein Blut von
dir ab und salbte dich mit Oel. 16.10 Und ich bekleidete dich
mit Buntwirkerei und beschuhte dich mit Delphinhaeuten, ich
umwand dich mit Byssus und bedeckte dich mit Seide. 16.11 Und
ich schmueckte dich mit Schmuck: ich legte Spangen um deine
Handgelenke und eine Kette um deinen Hals, 16.12 und ich legte
einen Reif an deine Nase und Ringe an deine Ohren und [setzte]
eine prachtvolle Krone auf deinen Kopf. 16.13 So legtest du
goldenen und silbernen Schmuck an, und deine Kleidung [bestand
aus] Byssus, Seide und Buntwirkerei. Du assest Weizengriess und
Honig und Oel. Und du warst sehr, sehr schoen und warst des
Koenigtums wuerdig. 16.14 Und dein Ruf ging aus unter die
Nationen wegen deiner Schoenheit; denn sie war vollkommen durch
meinen Glanz, den ich auf dich gelegt hatte, spricht der Herr,
HERR.

16.15 Aber du vertrautest auf deine Schoenheit, und du hurtest
auf deinen Ruf hin und gossest deine Hurereien aus ueber jeden,
der vorbeikam: Ihm wurde sie [zuteil]. 16.16 Und du nahmst von
deinen Kleidern und machtest dir bunte Hoehen, und du hurtest auf
ihnen, [Dinge, die] nie vorgekommen sind und was nie [wieder]
geschehen wird. 16.17 Und du nahmst deine praechtigen
Geschmeide von meinem Gold und von meinem Silber, das ich dir
gegeben hatte, und machtest dir Abbilder von Maennern und hurtest
mit ihnen. 16.18 Und du nahmst deine buntgewirkten Kleider und
bedecktest sie [damit]; und mein Oel und mein Raeucherwerk
setztest du ihnen vor; 16.19 und mein Brot, das ich dir
gegeben habe - mit Weizengriess und Oel und Honig habe ich dich
gespeist -, das setztest du ihnen vor zum wohlgefaelligen Geruch;
ja, so war es, spricht der Herr, HERR. - 16.20 Und du nahmst
deine Soehne und deine Toechter, die du mir geboren, und opfertest
sie ihnen zum Frass. War es zu wenig mit deiner Hurerei, 16.21
dass du meine Soehne schlachtetest und sie hingabst, indem du sie
fuer sie durch [das Feuer] gehen liessest? 16.22 Und bei allen
deinen Greueln und deinen Hurereien dachtest du nicht an die
Tage deiner Jugend, als du nackt und bloss warst, zappelnd in
deinem Blut lagst. -

16.23 Und es geschah, nach all deiner Bosheit - wehe, wehe
dir! spricht der Herr, HERR - 16.24 bautest du dir einen
Hurenaltar und machtest dir [dein] Hochlager auf jedem freien
Platz; 16.25 an jeder Strassenecke bautest du dein Hochlager.
Und du machtest deine Schoenheit zu einem Greuel und spreiztest
deine Beine fuer jeden, der vorbeikam, und machtest deine Hurerei
gross. 16.26 Du hurtest mit den Soehnen Aegyptens, deinen
Nachbarn, mit dem grossen Fleisch; und du machtest deine Hurerei
gross, um mich zu reizen. 16.27 Und siehe, ich streckte meine
Hand gegen dich aus und kuerzte deinen Anteil [,der dir bestimmt
war]. Und ich gab dich der Gier derer hin, die dich hassen, der
Toechter der Philister, die sich vor deinem unzuechtigen Weg
schaemen. 16.28 Und du hurtest mit den Soehnen Assurs, weil du
[noch] nicht satt warst; und du hurtest mit ihnen und wurdest
auch nicht satt. 16.29 Und du vermehrtest deine Hurerei zum
Haendlerland Chaldaea hin; aber selbst davon wurdest du nicht
satt. 16.30 Wie fieberheiss ist dein Herz, spricht der Herr,
HERR, wenn du dies alles tust - das Tun eines selbstherrlichen
Hurenweibes -, 16.31 wenn du deinen Hurenaltar an jeder
Strassenecke baust und dein Hochlager auf jedem freien Platz
machst! Dabei warst du nicht [einmal] wie eine [gewoehnliche]
Hure, [denn] du verschmaehtest [sogar] den Lohn. 16.32 Die
ehebrecherische Frau nimmt statt ihres Mannes fremde [Maenner]!
16.33 Allen Huren gibt man Geschenke; du aber gabst deine
Liebesgeschenke all deinen Liebhabern, und du beschenktest sie,
damit sie von ringsumher zu dir kaemen wegen deiner Hurereien.
16.34 So geschah bei dir das Gegenteil von [dem, was sonst
ueblich ist unter] den Frauen, dass du [naemlich] Hurerei triebst,
waehrend man dir nicht nachhurte, dass du Lohn gabst, waehrend dir
kein Lohn gegeben wurde. So wurdest du das Gegenteil.

16.35 Darum, Hure, hoere das Wort des HERRN! 16.36 So spricht
der Herr, HERR: Weil du deine Scham entbloesst und deine Bloesse
aufgedeckt hast bei deinen Hurereien mit deinen Liebhabern und
mit all deinen greulichen Goetzen und wegen des Blutes deiner
Soehne, die du ihnen hingegeben hast: 16.37 darum, siehe, werde
ich alle deine Liebhaber sammeln, denen du gefielst, und alle,
die du geliebt, mit allen, die du gehasst hast. Ich sammle sie
von allen Seiten gegen dich und decke deine Bloesse vor ihnen auf,
so dass sie deine ganze Bloesse sehen. 16.38 Und ich richte dich
nach den Rechtsbestimmungen fuer Ehebrecherinnen und
Blutvergiesserinnen und bringe [meinen] Zorn und Eifer ueber dich.
16.39 Und ich gebe dich in ihre Hand, und sie werden deinen
Hurenaltar zerstoeren und deine Hoehen niederreissen und dir deine
Kleider ausziehen und deine praechtigen Geschmeide nehmen und
dich nackt und bloss liegen lassen. 16.40 Und sie werden eine
Versammlung gegen dich heraufkommen lassen und dich steinigen
und werden dich mit ihren Schwertern niedermetzeln. 16.41 Und
sie werden deine Haeuser mit Feuer verbrennen und Strafgerichte
an dir ueben vor den Augen vieler Frauen. Und so werde ich dich
aufhoeren lassen, Hure zu sein, und [auch] Lohn wirst du nicht
mehr geben. 16.42 Und ich werde meinen Zorn an dir stillen,
und mein Eifer wird sich von dir abwenden; und ich werde ruhig
sein und nicht mehr zuernen. - 16.43 Weil du nicht an die Tage
deiner Jugend gedacht hast und mich durch das alles erregt hast,
siehe, so habe auch ich deinen Weg auf deinen Kopf gebracht,
spricht der Herr, HERR. Hast du diese Schandtat nicht zu all
deinen [anderen] Greueln hinzu begangen?

16.44 Siehe, jeder, der einen Spottvers ueber dich macht, wird
diesen Spottvers sagen: Wie die Mutter, so ihre Tochter! 16.45
Eine [echte] Tochter deiner Mutter bist du, die ihren Mann und
ihre Soehne verabscheut hat; und eine [echte] Schwester deiner
Schwestern bist du, die ihre Maenner und ihre Kinder verabscheut
haben. Eure Mutter war eine Hetiterin und euer Vater ein
Amoriter. 16.46 Und deine groessere Schwester ist Samaria, sie
und ihre Toechter, die zu deiner Linken wohnt; und deine
Schwester, die kleiner ist als du [und] die zu deiner Rechten
wohnt, ist Sodom und ihre Toechter. 16.47 Aber du bist nicht
[nur] auf ihren Wegen gegangen und hast [nicht nur] nach ihren
Greueln getan, [sondern] es fehlte nur wenig, und du haettest
verdorbener als sie gehandelt auf all deinen Wegen. 16.48 So
wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn deine Schwester
Sodom, sie und ihre Toechter, [jemals] getan haben, wie du getan
hast, du und deine Toechter! 16.49 Siehe, das war die Schuld
deiner Schwester Sodom: Hoffart, Fuelle von Brot und sorglose
Ruhe hatte sie mit ihren Toechtern, aber die Hand des Elenden und
des Armen staerkte sie nicht; 16.50 und sie wurden hochmuetig
und veruebten Greuel vor meinem Angesicht. Und ich tat sie
hinweg, sobald ich es sah. 16.51 Und Samaria hat nicht halb so
viel Suenden begangen wie du; und du hast deine Greuel
zahlreicher werden lassen als sie und hast deine Schwestern als
gerecht erscheinen lassen durch all deine Greuel, die du veruebt
hast. 16.52 So trage auch du deine Schmach, die du fuer deine
Schwestern eingetreten bist durch deine Suenden, die du
greulicher begangen hast als sie! [So] sind sie gerechter als
du. Und so schaeme auch du dich, und trage deine Schmach, weil du
deine Schwestern als gerecht hast erscheinen lassen!

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