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1 Vision Hesekiels: Die Herrlichkeit des HERRN.
Kap. 10.

1.1 Und es geschah im dreissigsten Jahr, im vierten [Monat], am
Fuenften des Monats; als ich mitten unter den Weggefuehrten am
Fluss Kebar war, da oeffneten sich die Himmel, und ich sah
Gesichte Gottes. 1.2 Am Fuenften des Monats - das ist das
fuenfte Jahr [nach] der Wegfuehrung des Koenigs Jojahin - 1.3
geschah das Wort des HERRN ausdruecklich zu Hesekiel, dem Sohn
des Busi, dem Priester, im Land der Chaldaeer am Fluss Kebar; dort
kam die Hand des HERRN ueber ihn.

1.4 Und ich sah: Und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her,
eine grosse Wolke und ein Feuer, das hin- und herzuckte, und
Glanz war rings um sie her. Und aus seiner Mitte, aus der Mitte
des Feuers, [strahlte es] wie der Anblick von glaenzendem Metall.
1.5 Und aus seiner Mitte hervor [erschien] die Gestalt von
vier lebenden Wesen; und dies war ihr Aussehen: die Gestalt
eines Menschen hatten sie. 1.6 Und vier Gesichter hatte jedes,
und vier Fluegel hatte jedes von ihnen. 1.7 Und ihre Beine
waren gerade Beine und ihre Fusssohlen wie die Fusssohle eines
Kalbes; und sie funkelten wie der Anblick von blanker Bronze.
1.8 Und Menschenhaende waren unter ihren Fluegeln an ihren vier
Seiten; und die vier hatten ihre Gesichter und ihre Fluegel.
1.9 Ihre Fluegel beruehrten sich, einer mit dem anderen; sie
wandten sich nicht um, wenn sie gingen: sie gingen, ein jedes
gerade vor sich hin. 1.10 Und [das war] die Gestalt ihrer
Gesichter: Das Gesicht eines Menschen und das Gesicht eines
Loewen hatten die vier rechts, und das Gesicht eines Stieres
hatten die vier links, und das Gesicht eines Adlers hatten die
vier. 1.11 Und ihre Fluegel waren [nach] oben ausgespannt;
jedes hatte zwei, die sich einer [mit dem anderen] beruehrten,
und zwei, die ihre Leiber bedeckten. 1.12 Und sie gingen ein
jeder gerade vor sich hin; wohin der Geist gehen wollte, dahin
gingen sie; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 1.13
Und mitten zwischen den lebenden Wesen war ein Schein wie von
brennenden Feuerkohlen; wie ein Schein von Fackeln war das, was
zwischen den lebenden Wesen hin und herfuhr; und das Feuer hatte
einen Glanz, und aus dem Feuer fuhren Blitze hervor. 1.14 Und
die lebenden Wesen liefen hin und her, so dass es aussah wie
Blitze.

1.15 Und als ich die lebenden Wesen sah, siehe, da war ein Rad
auf der Erde neben den lebenden Wesen, bei ihren vier
Vorderseiten. 1.16 Das Aussehen der Raeder und ihre
Verarbeitung war wie der Anblick von Tuerkis, und die vier hatten
ein und dieselbe Gestalt; und ihr Aussehen und ihre Verarbeitung
war, wie wenn ein Rad mitten im [anderen] Rad waere. 1.17 Wenn
sie gingen, dann gingen sie nach ihren vier Seiten hin; sie
wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 1.18 Und ihre Felgen,
sie waren hoch, und als ich sie anblickte, [sah ich,] dass ihre
Felgen voller Augen waren rings herum bei den vieren. 1.19 Und
wenn die lebenden Wesen gingen, gingen [auch] die Raeder neben
ihnen her; und wenn die lebenden Wesen sich von der Erde
erhoben, erhoben sich [auch] die Raeder. 1.20 Wohin der Geist
gehen wollte, gingen sie, dahin, wohin der Geist gehen [wollte].
Und die Raeder erhoben sich gleichzeitig mit ihnen, denn der
Geist des lebenden Wesens war in den Raedern. 1.21 Wenn [jene]
gingen, gingen [auch diese], und wenn [jene] stehen blieben,
dann blieben [auch diese] stehen; und wenn sich [jene] von der
Erde erhoben, [dann] erhoben sich die Raeder gleichzeitig mit
ihnen. Denn der Geist des lebenden Wesens war in den Raedern.
1.22 Und ueber den Haeuptern des lebenden Wesens war etwas wie
ein festes Gewoelbe, wie der Anblick eines furchteinfloessenden
Kristalls, ausgebreitet oben ueber ihren Haeuptern. 1.23 Und
unter dem festen Gewoelbe waren ihre Fluegel gerade
[ausgebreitet], einer gegen den anderen; und jedes hatte zwei
[Fluegel], die ihnen ihre Leiber bedeckten. 1.24 Und wenn sie
gingen, hoerte ich das Rauschen ihrer Fluegel wie das Rauschen
grosser Wasser, wie die Stimme des Allmaechtigen, das Rauschen
einer Volksmenge, wie das Rauschen eines Heerlagers. Wenn sie
still standen, liessen sie ihre Fluegel sinken. 1.25 Und es kam
eine Stimme von [dem Raum] oberhalb des festen Gewoelbes, das
ueber ihren Haeuptern war. Wenn sie still standen, liessen sie ihre
Fluegel sinken.

1.26 Und oberhalb des festen Gewoelbes, das ueber ihren Haeuptern
war, [befand sich] - wie das Aussehen eines Saphirsteines -
etwas wie ein Thron und auf dem, was wie ein Thron [aussah],
oben auf ihm eine Gestalt, dem Aussehen eines Menschen gleich.
1.27 Und ich sah: Wie der Anblick von glaenzendem Metall, wie
das Aussehen von Feuer, das ringsum ein Gehaeuse hat, [war es]
von dem Aussehen seiner Hueften an aufwaerts; und von dem Aussehen
seiner Hueften an abwaerts sah ich [etwas] wie das Aussehen von
Feuer; und ein Glanz war rings um ihn. 1.28 Wie das Aussehen
des Bogens, der am Regentag in der Wolke ist, so war das
Aussehen des Glanzes ringsum. Das war das Aussehen des Abbildes
der Herrlichkeit des HERRN. - Und als ich es sah, fiel ich auf
mein Gesicht nieder; und ich hoerte die Stimme eines Redenden.
2 Hesekiels Berufung zum Propheten fuer Israel mit von Gott empfangenem Wort.
2.1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, stelle dich auf deine
Fuesse, und ich will mit dir reden! 2.2 Und als er zu mir
redete, kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Fuesse;
und ich hoerte den, der zu mir redete. 2.3 Und er sprach zu
mir: Menschensohn, ich sende dich zu den empoererischen Soehnen
Israel, [zu Nationen], die sich gegen mich empoert haben; sie und
ihre Vaeter haben mit mir gebrochen bis auf diesen heutigen Tag.
2.4 [Zu] den Soehnen mit frechem Gesicht und hartem Herzen, zu
ihnen sende ich dich; und du sollst zu ihnen sagen: `So spricht
der Herr, HERR! 2.5 Und sie, moegen sie hoeren oder es lassen -
denn sie sind ein widerspenstiges Haus -, sie sollen doch
erkennen, dass ein Prophet in ihrer Mitte gewesen ist. 2.6 Und
du, Menschensohn, fuerchte dich nicht vor ihnen, und fuerchte dich
nicht vor ihren Worten, wenn [auch] Dornen dich umgeben und du
auf Skorpionen sitzt. Vor ihren Worten fuerchte dich nicht, und
erschrick nicht vor ihrem Angesicht! Denn ein widerspenstiges
Haus sind sie. 2.7 Und du sollst meine Worte zu ihnen reden,
moegen sie hoeren oder es lassen! Denn widerspenstig sind sie.

2.8 Und du, Menschensohn, hoere, was ich zu dir rede! Sei nicht
widerspenstig wie das widerspenstige Haus: Oeffne deinen Mund und
iss, was ich dir gebe! - 2.9 Und ich sah: und siehe, eine Hand
war zu mir hin ausgestreckt; und siehe, in ihr [befand sich]
eine Buchrolle. 2.10 Und er breitete sie vor mir aus, und sie
war auf der Vorder- und auf der Rueckseite beschrieben; und es
waren darauf geschrieben Klagen und Seufzen und Wehgeschrei.
3
3.1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, was du findest, iss! Iss
diese Rolle, und geh hin, rede zum Haus Israel! 3.2 Und ich
oeffnete meinen Mund, und er gab mir diese Rolle zu essen. 3.3
Und er sprach zu mir: Menschensohn, deinem Bauch gib zu essen,
und deinen Leib fuelle mit dieser Rolle, die ich dir gebe! Und
ich ass sie, und sie war in meinem Munde suess wie Honig. Hesekiels
Ausruestung fuer seine Aufgabe - Entrueckung an seinen Dienstort
und Einsetzung zum Waechter

3.4 Und er sprach zu mir: Menschensohn, auf, geh hin zum Haus
Israel und rede mit meinen Worten zu ihnen! 3.5 Denn nicht zu
einem Volk mit dunkler Sprache und schwieriger Rede bist du
gesandt, [sondern] zum Haus Israel. 3.6 Nicht zu vielen
Voelkern mit dunkler Sprache und schwieriger Rede, deren Worte du
nicht verstehst. Wuerde ich dich zu diesen senden, sie wuerden auf
dich hoeren. 3.7 Aber das Haus Israel wird nicht auf dich hoeren
wollen, denn sie wollen nicht auf mich hoeren. Denn das ganze
Haus Israel hat eine harte Stirn und ein verstocktes Herz. 3.8
Siehe, ich habe dein Angesicht hart gemacht genau wie ihr
Angesicht und deine Stirn hart genau wie ihre Stirn; 3.9 wie
einen Diamanten, haerter als einen Kieselstein, habe ich deine
Stirn gemacht. Fuerchte sie nicht und erschrick nicht vor ihrem
Angesicht! Denn ein widerspenstiges Haus sind sie. - 3.10 Und
er sprach zu mir: Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir
reden werde, nimm in dein Herz auf, und hoere [sie] mit deinen
Ohren! 3.11 Und [mache dich] auf, geh hin zu den Weggefuehrten,
zu den Soehnen deines Volkes, rede zu ihnen und sage zu ihnen:
`So spricht der Herr, HERR! Sie moegen hoeren oder es lassen.

3.12 Und der Geist hob mich empor; und ich hoerte hinter mir
den Schall eines starken Getoeses, als sich die Herrlichkeit des
HERRN von ihrer Staette erhob, 3.13 und das Rauschen der Fluegel
der lebenden Wesen, die einer den anderen beruehrten, und das
Sausen der Raeder, die [sich] gleichzeitig mit ihnen [bewegten],
und den Schall eines starken Getoeses. 3.14 Und der Geist hob
mich empor und nahm mich hinweg; und ich fuhr dahin, erbittert
in der Erregung meines Geistes; und die Hand des HERRN war hart
auf mir. 3.15 Und ich kam nach Tel-Abib zu den Weggefuehrten,
die am Fluss Kebar wohnten; und ich blieb [bei denen], die dort
wohnten; und ich sass dort sieben Tage betaeubt in ihrer Mitte.

V. 16-21: Kap. 33,1-20.

3.16 Und es geschah am Ende von sieben Tagen, da geschah das
Wort des HERRN zu mir so: 3.17 Menschensohn, ich habe dich fuer
das Haus Israel zum Waechter gegeben. Und hoerst du ein Wort aus
meinem Mund, so sollst du sie von mir verwarnen! 3.18 Wenn ich
zu dem Gottlosen spreche: `Du musst sterben! und du hast ihn
nicht gewarnt und hast nicht geredet, um den Gottlosen vor
seinem gottlosen Weg zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten,
dann wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben,
aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 3.19 Du
aber, wenn du den Gottlosen gewarnt hast und er ist von seiner
Gottlosigkeit und von seinem gottlosen Weg nicht umgekehrt, dann
wird er um seiner Schuld willen sterben, du aber hast deine
Seele errettet. 3.20 Und wenn ein Gerechter von seiner
Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und ich einen Anstoss vor
ihn lege, dann wird er sterben. Wenn du ihn nicht gewarnt hast,
wird er um seiner Suende willen sterben, und an seine gerechten
Taten, die er getan hat, wird man nicht [mehr] denken; aber sein
Blut werde ich von deiner Hand fordern. 3.21 Du aber, wenn du
ihn, den Gerechten gewarnt hast, damit der Gerechte nicht
suendige, und er hat nicht gesuendigt, so wird er leben, weil er
sich hat warnen lassen; du aber, du hast deine Seele errettet.
Vision Hesekiels: Die Herrlichkeit des HERRN - Vom HERRN auferlegte Beschraenkung.
3.22 Und die Hand des HERRN kam dort ueber mich, und er sprach
zu mir: Mache dich auf, geh hinaus in das Tal. Und dort will ich
mit dir reden! 3.23 Da machte ich mich auf und ging hinaus in
das Tal, und siehe, dort stand die Herrlichkeit des HERRN wie
die Herrlichkeit, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte; und ich
fiel nieder auf mein Gesicht. 3.24 Da kam der Geist in mich
hinein und stellte mich auf meine Fuesse. Und er redete mit mir
und sprach zu mir: Geh, schliess dich in deinem Haus ein! 3.25
Und du, Menschensohn, siehe, man wird dir Stricke anlegen und
dich damit binden, dass du nicht in ihre Mitte hinausgehen
kannst. 3.26 Und ich werde deine Zunge an deinem Gaumen kleben
lassen, damit du verstummst und fuer sie nicht mehr jemand bist,
der zurechtweist; denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 3.27
Wenn ich aber mit dir reden werde, will ich deinen Mund oeffnen,
und du sollst zu ihnen sagen: `So spricht der Herr, HERR! Wer
hoeren will, der hoere, und wer es laesst, der lasse es! Denn ein
widerspenstiges Haus sind sie.
4 Von Gott befohlene Verhaltensweise Hesekiels als Zeichen fuer die Belagerung und Schuld Jerusalems.
4.1 Und du, Menschensohn, nimm dir einen Ziegelstein, und lege
ihn vor dich hin, und zeichne darauf eine Stadt, [naemlich]
Jerusalem! 4.2 Und verhaenge eine Belagerung gegen sie, und
baue Belagerungstuerme gegen sie, und schuette gegen sie einen
Belagerungswall auf, und stelle Heerlager gegen sie, und
errichte Sturmboecke gegen sie ringsherum! 4.3 Und du, nimm dir
eine eiserne Pfanne, und stelle sie als eine eiserne Wand
zwischen dich und die Stadt! Und richte dein Gesicht gegen sie,
dass sie in Belagerung sei und du sie belagerst! Das ist ein
Wahrzeichen fuer das Haus Israel.

4.4 Und du, lege dich auf deine linke Seite, und lege die
Schuld des Hauses Israel auf dich: nach der Anzahl der Tage, die
du auf ihr liegst, [so lange] sollst du ihre Schuld tragen!
4.5 Und ich habe dir die Jahre ihrer Schuld zu einer Anzahl
von Tagen gemacht: 390 Tage. [So lange] sollst du die Schuld des
Hauses Israel tragen. 4.6 Und hast du diese [Zeit] vollendet,
so lege dich zum zweiten Mal hin, [nun] auf deine rechte Seite,
und trage die Schuld des Hauses Juda! Vierzig Tage lang, je
einen Tag fuer ein Jahr, habe ich [sie] dir auferlegt. - 4.7
Und gegen die Belagerung Jerusalems richte dein Gesicht und
deinen entbloessten Arm, und du sollst gegen es weissagen! 4.8
Und siehe, ich lege dir Stricke an, dass du dich nicht von einer
Seite auf die andere umdrehen kannst, bis du die Tage deiner
Belagerung vollendet hast.

4.9 Und du, nimm dir Weizen und Gerste und Bohnen und Linsen
und Hirse und Korn, und tu sie in ein [einziges] Gefaess! Und
mache dir Brot daraus nach der Zahl der Tage, die du auf deiner
Seite liegst: 390 Tage sollst du davon essen! 4.10 Und deine
Nahrung, die du essen wirst, soll nach [genau abgemessenem]
Gewicht sein: zwanzig Schekel fuer den Tag; von Zeit zu Zeit
sollst du davon essen! 4.11 Und Wasser sollst du nach [genau
festgesetztem] Mass trinken: ein sechstel Hin; von Zeit zu Zeit
sollst du trinken! 4.12 Und wie Gerstenbrotfladen sollst du
sie essen, und du sollst sie in Mistfladen aus Menschenkot vor
ihren Augen backen! 4.13 Und der HERR sprach: So werden die
Soehne Israel ihr Brot unrein essen unter den Nationen, wohin ich
sie vertreiben werde. 4.14 Da sprach ich: Ach, Herr, HERR!
Siehe, meine Seele ist nie unrein gemacht worden, und weder Aas
noch Zerrissenes habe ich gegessen von meiner Jugend an bis
jetzt, und nichts Unreines ist in meinen Mund gekommen. 4.15
Und er sprach zu mir: Siehe, ich habe dir Rindermist statt
Menschenkot gestattet; und darauf magst du dein Brot bereiten.
4.16 Und er sprach zu mir: Menschensohn, siehe, ich zerbreche
den Stab des Brotes in Jerusalem - und sie werden Brot essen
nach [genau abgemessenem] Gewicht und in Angst und Wasser
trinken nach [genau abgemessenem] Mass und in Entsetzen -, 4.17
damit sie an Brot und Wasser Mangel haben und miteinander
verschmachten und in ihrer Schuld dahinschwinden.
5
V. 1-17: Jer 19,1-13.

5.1 Und du, Menschensohn, nimm dir ein scharfes Schwert: als
Schermesser sollst du es dir nehmen und damit ueber deinen Kopf
und ueber deinen Bart fahren; und nimmt dir Waagschalen und teile
die Haare! 5.2 Ein Drittel sollst du mitten in der Stadt mit
Feuer verbrennen, wenn die Tage der Belagerung erfuellt sind; und
ein Drittel sollst du nehmen [und es] rings um sie her mit dem
Schwert schlagen; und ein Drittel sollst du in den Wind streuen!
Denn ich werde das Schwert ziehen hinter ihnen her. 5.3 Und du
sollst davon etwas nehmen, wenig an Zahl, und in deine
[Mantel]zipfel binden. 5.4 Und von diesen sollst du noch
einmal nehmen und sie mitten ins Feuer werfen und sie mit Feuer
verbrennen! Davon wird ein Feuer ausgehen gegen das ganze Haus
Israel.
Deutung und Begruendung der Gerichtszeichen.
5.5 So spricht der Herr, HERR: Das ist Jerusalem! Mitten unter
die Nationen habe ich es gesetzt, und Laender rings um es her.
5.6 Und es war widerspenstig gegen meine Rechtsbestimmungen,
gottloser als die Nationen, und gegen meine Ordnungen, mehr als
die Laender, die rings um es her sind. Denn meine
Rechtsbestimmungen haben sie verworfen, und in meinen Ordnungen
haben sie nicht gelebt. 5.7 Darum, so spricht der Herr, HERR:
Weil ihr getobt habt mehr als die Nationen, die rings um euch
her sind, in meinen Ordnungen nicht gelebt und meine
Rechtsbestimmungen nicht gehalten habt, ja, [selbst] nach den
Rechtsbestimmungen der Nationen, die rings um euch her sind,
nicht gehandelt habt, 5.8 darum, so spricht der Herr, HERR:
Siehe [jetzt] will auch ich gegen dich sein, und will
Strafgerichte in deiner Mitte ueben vor den Augen der Nationen.
5.9 Und ich will an dir tun, was ich [noch] nie getan habe und
desgleichen ich nicht wieder tun werde, um all deiner Greuel
willen. 5.10 Darum werden Vaeter [ihre] Soehne essen in deiner
Mitte, und Soehne werden ihre Vaeter essen. Und ich will
Strafgerichte an dir ueben und will deinen ganzen Ueberrest in
alle Winde zerstreuen. 5.11 Darum, so wahr ich lebe, spricht
der Herr, HERR: Fuerwahr, weil du mein Heiligtum unrein gemacht
hast mit all deinen Scheusalen und mit all deinen Greueln, so
will auch ich [dich] scheren und [deinetwegen] nicht betruebt
sein, und auch ich will kein Mitleid haben. 5.12 Ein Drittel
von dir soll an der Pest sterben und in deiner Mitte durch
Hunger umkommen; und ein Drittel soll durchs Schwert fallen
rings um dich her; und ein Drittel werde ich in alle Winde
zerstreuen, und ich werde das Schwert ziehen hinter ihnen her.
5.13 Und mein Zorn soll sich erfuellen, und meinen Grimm werde
ich an ihnen stillen und Rache nehmen. Und sie werden erkennen,
dass ich, der HERR, in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen
Grimm an ihnen erfuelle. 5.14 Und ich werde dich zur
Truemmerstaette machen und zum Hohn unter den Nationen, die rings
um dich her sind, vor den Augen eines jeden, der voruebergeht.
5.15 Und du wirst [zum] Hohn und [zur] Spottrede sein, [zur]
Warnung und [zum] Grausen fuer die Nationen, die rings um dich
her sind, wenn ich Strafgerichte an dir uebe im Zorn und im Grimm
und mit grimmigen Zuechtigungen - ich, der HERR, habe geredet -,
5.16 wenn ich die boesen Pfeile des Hungers gegen sie sende,
die zur Vernichtung sind, die ich sende, um euch zu vernichten,
und [wenn] ich den Hunger ueber euch haeufe und euch den Stab des
Brotes zerbreche 5.17 und [wenn] ich Hunger ueber euch sende
und boese Tiere, dass sie dich kinderlos machen, und [wenn] Pest
und Blut durch dich hindurchziehen und ich das Schwert ueber dich
bringe. Ich, der HERR, habe geredet.
6 Gerichtsandrohung wegen Goetzendienstes und heidnischer Greuel - Verschonung eines Ueberrestes.
6.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 6.2
Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Berge Israels, und
weissage gegen sie 6.3 und sprich: Berge Israels, hoert das
Wort des Herrn, HERRN! So spricht der Herr, HERR, zu den Bergen
und zu den Huegeln, zu den Bachrinnen und zu den Taelern: Siehe,
ich, ich bringe das Schwert ueber euch und werde eure Hoehen
zugrunde richten. 6.4 Und eure Altaere sollen verwuestet und
eure Raeucheraltaere zerbrochen werden. Und ich werde eure
Erschlagenen hinfallen lassen vor euren Goetzen; 6.5 und die
Leichen der Soehne Israel werde ich vor ihre Goetzen hinlegen und
eure Gebeine rings um eure Altaere streuen. 6.6 An allen euren
Wohnsitzen sollen die Staedte in Truemmern und die Hoehen verwuestet
daliegen, damit eure Altaere in Truemmern und wuest daliegen und
eure Goetzen zerbrochen seien und verschwinden und eure
Raeucheraltaere umgehauen und eure Machwerke ausgeloescht seien.
6.7 Und Erschlagene sollen in eurer Mitte hinfallen. Und ihr
werdet erkennen, dass ich der HERR bin.

6.8 Doch will ich einen Rest lassen: Wenn ihr solche habt, die
dem Schwert entkommen sind unter den Nationen, wenn ihr in die
Laender zerstreut sein werdet, 6.9 dann werden eure Entkommenen
unter den Nationen, wohin sie gefangen weggefuehrt wurden, sich
an mich erinnern, der ich ihr hurerisches Herz zerbrochen habe,
das von mir abgewichen ist, und ihre Augen, die ihren Goetzen
nachhurten. Und sie werden ueber sich selbst Ekel empfinden wegen
der boesen Taten, die sie begangen haben nach allen ihren
Greueln. 6.10 Und sie werden erkennen, dass ich, der HERR,
nicht umsonst geredet habe, ihnen dieses Unheil anzutun!

6.11 So spricht der Herr, HERR: Schlage in deine Hand, und
stampfe mit deinem Fuss auf und sprich: Wehe ueber alle boesen
Greuel des Hauses Israel! Denn durch das Schwert, durch den
Hunger und durch die Pest muessen sie fallen. 6.12 Wer fern
ist, wird an der Pest sterben, und wer nahe ist, wird durch das
Schwert fallen, und wer uebriggeblieben und bewahrt worden ist,
wird vor Hunger sterben. Und ich vollende meinen Grimm an ihnen.
6.13 Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin, wenn sich
ihre Erschlagenen mitten unter ihren Goetzen befinden, rings um
ihre Altaere her, auf jedem hohen Huegel, auf allen Berggipfeln
und unter jedem gruenen Baum und unter jeder dichtbelaubten
Terebinthe, an dem Ort, wo sie allen ihren Goetzen wohlgefaelligen
Geruch dargebracht haben, 6.14 und wenn ich meine Hand gegen
sie ausstrecke und das Land zum Entsetzen und Grausen mache in
all ihren Wohnsitzen von der Wueste [Juda] an bis nach Ribla. Und
sie werden erkennen, dass ich der HERR bin.
7 Ankuendigung des endgueltigen Gerichts mit seinen Schrecken.
7.1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 7.2 Und du,
Menschensohn, [sage]: So spricht der Herr, HERR, zum Land
Israel: Ein Ende kommt, [es kommt] das Ende ueber die vier Ecken
des Landes. 7.3 Jetzt [kommt] das Ende ueber dich, und ich
lasse meinen Zorn gegen dich los und richte dich nach deinen
Wegen; und alle deine Greuel bringe ich ueber dich. 7.4 Ich
werde deinetwegen nicht betruebt sein und werde kein Mitleid
haben; sondern deine Wege will ich ueber dich bringen, und deine
Greuel sollen sich in deiner Mitte auswirken. Und ihr werdet
erkennen, dass ich der HERR bin.

7.5 So spricht der Herr, HERR: Unheil ueber Unheil, siehe, es
kommt! 7.6 Ein Ende kommt; es kommt das Ende, es erwacht gegen
dich; siehe, es kommt! 7.7 Es kommt die Wende ueber dich,
Bewohner des Landes. Es kommt die Zeit, nahe ist der Tag:
Bestuerzung und nicht Jauchzen auf den Bergen! 7.8 Jetzt werde
ich bald meinen Grimm ueber dich ausgiessen und vollende meinen
Zorn an dir und richte dich nach deinen Wegen; und alle deine
Greuel bringe ich ueber dich. 7.9 Und ich werde [deinetwegen]
nicht betruebt sein und werde kein Mitleid haben. Nach deinen
Wegen werde ich es ueber dich bringen, und deine Greuel sollen
sich in deiner Mitte auswirken. Und ihr werdet erkennen, dass
ich, der HERR, einer bin, der schlaegt.

7.10 Siehe, der Tag! Siehe, er kommt! Die Wende kommt hervor.
Es blueht die Rute, es sprosst der Uebermut; 7.11 die Gewalttat
erhebt sich zur Rute der Gottlosigkeit. Nichts von ihnen [wird
bleiben], nichts von ihrem Prunk und nichts von ihrem Laermen und
nichts Herrliches an ihnen. 7.12 Die Zeit kommt, der Tag
trifft ein. Der Kaeufer freue sich nicht, und der Verkaeufer sei
nicht traurig! Denn Zornglut [kommt] ueber seinen ganzen Prunk.
7.13 Denn der Verkaeufer wird nicht zum Verkaufen zurueckkehren,
auch wenn es noch am Leben ist; denn die Zornglut gegen all
ihren Prunk wird sich nicht wenden. Und wegen seiner Schuld wird
niemand sein Leben festhalten koennen . 7.14 Man stoesst ins Horn
und macht alles bereit, aber niemand zieht in den Kampf; denn
meine Zornglut [kommt] ueber seinen ganzen Prunk. 7.15 Das
Schwert ist draussen und die Pest und der Hunger drinnen. Wer auf
dem Feld ist, wird durchs Schwert sterben; und wer in der Stadt
ist, den werden Hunger und Pest fressen. 7.16 Und wenn
Entkommene von ihnen entkommen, dann werden sie auf den Bergen
sein wie Tauben der Taeler; sie alle stoehnen, jeder wegen seiner
Schuld. 7.17 Alle Haende werden erschlaffen, und alle Knie
werden von Wasser triefen. 7.18 Und sie werden sich Sacktuch
umguerten, und Schauder wird sie bedecken; auf allen Gesichtern
wird Beschaemung sein und auf all ihren Haeuptern Kahlheit. 7.19
Ihr Silber werden sie auf die Gassen werfen, und ihr Gold wird
als Unflat gelten; ihr Silber und ihr Gold wird sie nicht
erretten koennen am Tag des Grimms des HERRN. Ihre Gier werden
sie [damit] nicht saettigen und ihren Bauch [davon] nicht fuellen.
Denn es ist ein Anstoss zu ihrer Schuld geworden. 7.20 Und die
Zierde seines Schmuckes, zum Hochmut hat man sie gebraucht, und
ihre Greuelbilder, ihre Scheusale, haben sie daraus verfertigt;
darum habe ich es ihnen zum Unflat gemacht. 7.21 Und ich gebe
es in die Hand der Fremden zur Pluenderung hin und den Gottlosen
der Erde zur Beute, dass sie es entweihen. 7.22 Und ich werde
mein Angesicht von ihnen abwenden, dass sie mein Kleinod
entweihen; und Raeuber werden in es eindringen und es entweihen.

7.23 Verfertige die Kette! Denn das Land ist voller Blutschuld
und die Stadt voller Gewalttat. 7.24 Und ich lasse die
schlimmsten der Nationen kommen, dass sie ihre Haeuser in Besitz
nehmen. Und ich mache dem Hochmut ihrer Staerke ein Ende, dass
ihre Heiligtuemer entweiht werden. 7.25 Schrecken kommt; und
sie suchen Frieden, doch da ist keiner. 7.26 Unheil ueber
Unheil kommt, und Nachricht ueber Nachricht trifft ein. Und man
sucht vom Propheten Gesichte; aber Weisung geht dem Priester
verloren und Rat den Aeltesten. 7.27 Der Koenig wird trauern,
und der Fuerst wird sich in Entsetzen kleiden, und die Haende des
Volkes des Landes werden zittern. Nach ihren Wegen will ich mit
ihnen handeln, und mit ihren [eigenen] Rechtsbestimmungen will
ich sie richten, und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin.
8 Vision Hesekiels: Versetzung nach Jerusalem - Greuel des Goetzendienstes im Tempel und im Land.
8.1 Und es geschah im sechsten Jahr, im sechsten [Monat], am
Fuenften des Monats: Ich sass in meinem Haus, und die Aeltesten von
Juda sassen vor mir, und dort fiel die Hand des Herrn, HERRN, auf
mich. 8.2 Und ich sah: und siehe, eine Gestalt mit dem
Aussehen eines Mannes: von seinen Hueften an abwaerts Feuer; und
von seinen Hueften an aufwaerts wie das Aussehen eines Glanzes,
wie der Anblick von glaenzendem Metall. 8.3 Und er streckte
etwas wie eine Hand aus und nahm mich beim Haarschopf meines
Kopfes. Und der Geist hob mich zwischen Erde und Himmel empor
und brachte mich in Gesichten Gottes nach Jerusalem, an den
Eingang des Tores des inneren [Vorhofs], das nach Norden weist,
wo der Standort des Goetzenbildes der Eifersucht war, das zur
Eifersucht reizt. 8.4 Und siehe, dort war die Herrlichkeit des
Gottes Israels, wie die Erscheinung, die ich im Tal gesehen
hatte. 8.5 Und er sprach zu mir: Menschensohn, erhebe doch
deine Augen nach Norden! Da erhob ich meine Augen nach Norden,
und siehe, noerdlich vom Tor war ein Altar, das Goetzenbild der
Eifersucht selbst [stand] am Eingang. 8.6 Und er sprach zu
mir: Menschensohn, siehst du, was sie tun? Grosse Greuel sind es,
die das Haus Israel hier veruebt, damit ich mich von meinem
Heiligtum entferne. Aber du sollst noch groessere Greuel sehen.

8.7 Und er brachte mich an den Eingang des Vorhofs; und ich
sah: und siehe, ein Loch war in der Wand. 8.8 Und er sprach zu
mir: Menschensohn, durchbrich doch die Wand! Da durchbrach ich
die Wand; und siehe, da war eine Tuer. 8.9 Und er sprach zu
mir: Geh hinein und sieh die schlimmen Greuel, die sie hier
verueben! 8.10 Und ich ging hinein und sah, und siehe, da waren
allerlei Abbilder von Kriechtieren und Vieh: Abscheuliches und
allerlei Goetzen des Hauses Israel ringsherum auf der Wand als
Ritzzeichnung [zu sehen]. 8.11 Und siebzig Maenner von den
Aeltesten des Hauses Israel standen davor, und Jaasanja, der Sohn
Schafans, stand mitten unter ihnen; und jeder hatte sein
Raeucherfass in seiner Hand; und der Duft einer Weihrauchwolke
stieg empor. 8.12 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen,
Menschensohn, was die Aeltesten des Hauses Israel im Finstern
tun, jeder in seinen Bilderkammern? Denn sie sagen: `Der HERR
sieht uns nicht, der HERR hat das Land verlassen. 8.13 Und er
sprach zu mir: Du sollst noch groessere Greuel sehen, die sie
verueben. - 8.14 Und er brachte mich an den Eingang des Tores
am Haus des HERRN, das nach Norden [weist]; und siehe, dort
sassen Frauen, die den Tammus beweinten. 8.15 Und er sprach zu
mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Du sollst noch mehr, [noch]
groessere Greuel sehen als diese. - 8.16 Und er brachte mich in
den inneren Vorhof des Hauses des HERRN; und siehe, am Eingang
des Tempels des HERRN, zwischen der Vorhalle und dem Altar,
[standen] etwa 25 Maenner, ihre Ruecken gegen den Tempel des HERRN
und ihre Gesichter nach Osten [gerichtet]; und sie warfen sich
nach Osten hin anbetend vor der Sonne nieder. 8.17 Und er
sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Ist es dem Haus
Juda zu wenig, die Greuel zu verueben, die sie hier verueben -
denn sie haben das Land mit Gewalttat erfuellt -, dass sie mich
immer wieder reizen? Denn siehe, sie halten die Ranke an meine
Nase. 8.18 So will auch ich handeln im Grimm, ich werde
[ihretwegen] nicht betruebt sein und werde kein Mitleid haben.
Und rufen sie auch vor meinen Ohren mit lauter Stimme, so werde
ich sie doch nicht erhoeren.

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