Seite 1 von 2 1 2 | | 1 Drohung gegen Nachbarvoelker Israels. | 1.1 Worte des Amos - der unter den Schafzuechtern von Tekoa war
-, die er ueber Israel geschaut hat in den Tagen des Usija, des
Koenigs von Juda, und in den Tagen Jerobeams, des Sohnes des
Joas, des Koenigs von Israel, zwei Jahre vor dem Erdbeben.
1.2 Und er sprach: Der HERR wird vom Zion her bruellen und aus
Jerusalem seine Stimme erschallen lassen: Da vertrocknen die
Weideplaetze der Hirten, und der Gipfel des Karmel verdorrt.
V. 3-5: Jes 17,1-11; Jer 49,23-27.
1.3 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Damaskus
und wegen vier werde ich es nicht rueckgaengig machen, weil sie
Gilead mit eisernen Dreschschlitten gedroschen haben. 1.4 So
sende ich Feuer in das Haus Hasaels, dass es die Palaeste
Ben-Hadads frisst. 1.5 Ich zerbreche den Riegel von Damaskus
und rotte den Herrscher aus Bikat-Awen aus und den, der das
Zepter haelt, aus Bet-Eden: Und das Volk von Aram wird nach Kir
gefangen wegziehen, spricht der HERR.
V. 6-8: Jer 47; Hes 25,15-17; Zeph 2,4-7; Sach 9,5-7.
1.6 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Gaza und
wegen vier werde ich es nicht rueckgaengig machen, weil sie ganze
Ortschaften gefangen weggefuehrt haben, um sie an Edom
auszuliefern. 1.7 So sende ich Feuer gegen die Mauer von Gaza,
dass es seine Palaeste frisst. 1.8 Ich rotte den Herrscher aus
Aschdod aus und den, der das Zepter haelt, aus Aschkelon. Ich
wende meine Hand gegen Ekron, und der Ueberrest der Philister
geht zugrunde, spricht der Herr, HERR.
V. 9.10: Jes 23; Hes 26; 27; 28,1-19; Sach 9,2-4.
1.9 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Tyrus und
wegen vier werde ich es nicht rueckgaengig machen, weil sie ganze
Ortschaften an Edom ausgeliefert und an den Bruderbund nicht
gedacht haben. 1.10 So sende ich Feuer gegen die Mauer von
Tyrus, dass es seine Palaeste frisst.
V. 11.12: (Jes 21,11.12); Jes 34,5-17; Jer 49,7-22; Hes
25,12-14; 35; Ob.
1.11 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Edom und
wegen vier werde ich es nicht rueckgaengig machen, weil es seinem
Bruder mit dem Schwert nachjagt und sein Erbarmen erstickt hat
und weil sein Zorn bestaendig zerfleischt und sein Grimm dauernd
wacht. 1.12 So sende ich Feuer gegen Teman, dass es die Palaeste
von Bozra frisst.
V. 13-15: Jer 49,1-6; Hes 21,33-37; 25,1-7; Zeph 2,8-11.
1.13 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen der Soehne
Ammon und wegen vier werde ich es nicht rueckgaengig machen, weil
sie die Schwangeren von Gilead aufgeschlitzt haben, um ihr
Gebiet zu erweitern. 1.14 So zuende ich Feuer an in der Mauer
von Rabba, dass es seine Palaeste frisst unter [Kriegs]geschrei am
Tag der Schlacht, unter Sturm am Tag des Unwetters. 1.15 Da
geht ihr Koenig in die Gefangenschaft, er und seine Obersten
zusammen mit ihm, spricht der HERR.
V. 1-3: Jes 15; 16; Jer 48; Hes 25,8-11; Zeph 2,8-11. | | |
| | 2 | 2.1 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Moab und
wegen vier werde ich es nicht rueckgaengig machen, weil es die
Gebeine des Koenigs von Edom zu Kalk verbrannt hat. 2.2 So
sende ich Feuer nach Moab, dass es die Palaeste von Kerijot frisst.
Und Moab stirbt im Kampflaerm, unter [Kriegs]geschrei, beim
Schall des Horns. 2.3 Und ich rotte den Richter aus seiner
Mitte aus, und alle seine Obersten bringe ich mit ihm um,
spricht der HERR. | | |
| | Drohung gegen Juda und Israel. | 2.4 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Juda und
wegen vier werde ich es nicht rueckgaengig machen, weil sie das
Gesetz des HERRN verworfen und seine Ordnungen nicht gehalten
haben, und ihre Luegen[goetter] sie verfuehrten, denen ihre Vaeter
nachgelaufen sind. 2.5 So sende ich Feuer gegen Juda, dass es
die Palaeste Jerusalems frisst.
2.6 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Israel und
wegen vier werde ich es nicht rueckgaengig machen, weil sie den
Gerechten fuer Geld und den Armen fuer ein Paar Schuhe verkaufen.
2.7 Sie treten nach dem Kopf der Geringen [wie] auf den Staub
der Erde, und den [Rechts]weg der Elenden beugen sie. Und ein
Mann und sein Vater gehen zu [demselben] Maedchen, um meinen
heiligen Namen zu entweihen. 2.8 Und auf gepfaendeten Kleidern
strecken sie sich aus neben jedem Altar, und Wein von
Strafgeldern trinken sie im Haus ihres Gottes. 2.9 Und ich,
ich hatte doch den Amoriter vor ihnen vernichtet, dessen Hoehe
wie die Hoehe der Zedern war und der stark war wie die Eichen,
und ich hatte seine Frucht droben vertilgt und seine Wurzeln
drunten. 2.10 Und ich, ich hatte euch doch aus dem Land
Aegypten heraufgefuehrt und euch vierzig Jahre in der Wueste
geleitet, das Land des Amoriters in Besitz zu nehmen. 2.11 Und
ich habe von euren Soehnen [einige] als Propheten auftreten
lassen und [einige] von euren jungen Maennern als Nasiraeer. Ja,
war es nicht so, ihr Soehne Israel? spricht der HERR. 2.12 Aber
ihr habt den Nasiraeern Wein zu trinken gegeben und den Propheten
befohlen: Ihr sollt nicht weissagen!
2.13 Siehe, ich mache es unter euch schwankend, wie der Wagen
schwankt, der voll Garben ist. 2.14 Da geht dem Schnellen die
Zuflucht verloren, den Starken festigt nicht seine Kraft, und
der Held rettet sein Leben nicht. 2.15 Der den Bogen fuehrt,
haelt nicht stand, der Schnellfuessige rettet [sich] nicht, und der
auf dem Pferd reitet, rettet sein Leben nicht. 2.16 Und der
Beherzteste unter den Helden flieht nackt an jenem Tag, spricht
der HERR. | | |
| | 3 Die Botschaft des Propheten als Botschaft Gottes. | 3.1 Hoert dieses Wort, das der HERR ueber euch redet, ihr Soehne
Israel, ueber das ganze Geschlecht, das ich aus dem Land Aegypten
heraufgefuehrt habe! 3.2 Nur euch habe ich von allen
Geschlechtern der Erde erkannt; darum werde ich an euch alle
eure Suenden heimsuchen. 3.3 Gehen etwa zwei miteinander, ausser
wenn sie zusammengekommen sind? 3.4 Bruellt der Loewe im Wald,
wenn er keine Beute hat? Laesst der Jungloewe seine Stimme aus
seinem Versteck erschallen, ausser wenn er [etwas] gefangen hat?
3.5 Faellt ein Vogel in das Klappnetz am Boden, ohne dass ihm
ein Stellholz [gestellt] ist? Schnellt das Klappnetz von der
Erde empor, wenn es gar nichts gefangen hat? 3.6 Wird etwa in
der Stadt das Horn geblasen, und das Volk erschrickt nicht?
Geschieht etwa ein Unglueck in der Stadt, und der HERR hat es
nicht bewirkt? 3.7 Denn der Herr, HERR, tut nichts, es sei
denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten,
enthuellt hat. - 3.8 Der Loewe hat gebruellt, wer fuerchtet sich
[da] nicht? Der Herr, HERR, hat geredet, wer weissagt [da]
nicht? | | |
| | Ankuendigung der Zerstoerung Samarias. | 3.9 Lasst es hoeren ueber den Palaesten in Aschdod und ueber den
Palaesten im Land Aegypten und sagt: Versammelt euch auf den
Bergen von Samaria und seht die grosse Verwirrung in seiner Mitte
und die Unterdrueckungen in seinem Innern! 3.10 Sie verstehen
nicht, das Rechte zu tun, spricht der HERR, sie, die Gewalttat
und Verwuestung in ihren Palaesten aufhaeufen. 3.11 Darum,
spricht der Herr, HERR: Ein Bedraenger wird das Land umzingeln!
Er stuerzt deine Macht von dir herab, und deine Palaeste werden
gepluendert.
3.12 So spricht der HERR: Ebenso wie der Hirte aus dem Rachen
des Loewen zwei Unterschenkel oder einen Ohrzipfel rettet, so
werden die Soehne Israel gerettet werden, die in Samaria in der
Ecke des Lagers sitzen und auf dem Damast des Ruhebettes.
3.13 Hoert und bezeugt es gegen das Haus Jakob! spricht der
Herr, HERR, der Gott der Heerscharen: 3.14 An dem Tag, da ich
die Verbrechen Israels an ihm heimsuche, werde ich auch die
Altaere von Bethel heimsuchen: Da werden die Hoerner des Altars
abgehauen und fallen zu Boden. 3.15 Und ich zertruemmere das
Winterhaus samt dem Sommerhaus! Auch die Elfenbeinhaeuser gehen
zugrunde, die vielen Haeuser verschwinden, spricht der HERR. | | |
| | 4 Strafrede gegen die ueppigen Frauen und den entarteten Gottesdienst - Ankuendigung des Gerichts nach vergeblichen Warnungen. | 4.1 Hoert dies Wort, ihr Kuehe Basans auf dem Berg Samarias, die
die Geringen unterdruecken, die Armen schinden, [und] zu ihren
Herren sagen: Bring her, dass wir trinken! 4.2 Geschworen hat
der Herr, HERR, bei seiner Heiligkeit: Ja, siehe, Tage kommen
ueber euch, da schleppt man euch an Haken weg und euren Rest an
Fischerangeln. 4.3 Dann zieht ihr durch die Mauerrisse hinaus,
eine jede vor sich hin, und ihr werdet hin zum [Berg] Hermon
geworfen, spricht der HERR.
4.4 Geht nach Bethel und uebt Verbrechen, nach Gilgal [und]
vermehrt das Verbrechen! Bringt am Morgen eure Schlachtopfer, am
dritten Tag eure Zehnten! 4.5 Und lasst vom Gesaeuerten ein
Dankopfer als Rauch aufsteigen und ruft freiwillige Gaben aus,
lasst es hoeren! Denn so liebt ihr es, ihr Soehne Israel, spricht
der Herr, HERR.
4.6 Und so habe auch ich euch blanke Zaehne gegeben in all
euren Staedten und Mangel an Brot in all euren Orten. Und doch
seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR. 4.7 Und
auch ich habe euch den Regen vorenthalten, als noch drei Monate
bis zur Ernte waren. Und ich habe auf die eine Stadt regnen
lassen, und auf die andere Stadt liess ich nicht regnen, das eine
Feld wurde beregnet, und das Feld, auf das es nicht regnete,
verdorrte. 4.8 Und zwei, drei Staedte wankten zu einer Stadt
hin, um Wasser zu trinken, und wurden nicht satt. Und doch seid
ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR. 4.9 Ich habe
euch mit Getreidebrand und mit Vergilben geschlagen. Ich habe
eure Gaerten und eure Weinberge vertrocknen lassen, und eure
Feigen- und eure Olivenbaeume frass die Heuschrecke. Dennoch seid
ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR. 4.10 Ich
schickte unter euch die Pest in der Art Aegyptens. Ich habe eure
jungen Maenner mit dem Schwert erschlagen, [zusammen] mit euren
gefangenen Pferden, und ich liess den Gestank eurer Heerlager
aufsteigen, und zwar in eure Nase. Dennoch seid ihr nicht zu mir
umgekehrt, spricht der HERR. 4.11 Ich habe eine Umkehrung
unter euch angerichtet wie die Umkehrung Gottes von Sodom und
Gomorra. Und ihr wart wie ein Holzscheit, das aus dem Brand
gerettet ist. Und doch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht
der HERR. - 4.12 Darum werde ich dir so tun, Israel. Weil ich
dir dies tun will, mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen,
Israel! - 4.13 Ja, siehe, der die Berge bildet und den Wind
erschafft und dem Menschen mitteilt, was sein Sinnen ist, der
die Morgenroete [und] die Finsternis macht und einherschreitet
auf den Hoehen der Erde: Jahwe, Gott der Heerscharen, ist sein
Name. | | |
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