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Schnellsuche: Mahnung - Sohn - Ehebruch - Baum - Folgen - Treue
Gottesfurcht - Besonnenheit - Unterweisung - Weg - Erkenntnis - Herz - Leben - Frau

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1
1.1 Sprueche Salomos, des Sohnes Davids, des Koenigs von Israel,
1.2 um zu erkennen Weisheit und Zucht, um zu verstehen
verstaendige Worte, 1.3 um anzunehmen Zucht [mit] Einsicht,
[dazu] Gerechtigkeit, Recht und Aufrichtigkeit, 1.4 um
Einfaeltigen Klugheit zu geben, dem jungen Mann Erkenntnis und
Besonnenheit. 1.5 Der Weise hoere und mehre die Kenntnis, und
der Verstaendige erwerbe weisen Rat, 1.6 um zu verstehen Spruch
und Bildrede, Worte von Weisen und ihre Raetsel! - 1.7 Die
Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und
Zucht verachten [nur] die Narren.
Warnung vor Verfuehrung zur Gewalttat.
1.8 Gehorche, mein Sohn, der Zucht deines Vaters und verwirf
nicht die Weisung deiner Mutter! 1.9 Denn ein anmutiger Kranz
fuer dein Haupt sind sie und eine Kette fuer deinen Hals. - 1.10
Mein Sohn, wenn Suender dich locken, so folge [ihnen] nicht!
1.11 Wenn sie sagen: Geh mit uns! Wir wollen auf Blut lauern,
wollen ohne Grund dem Rechtschaffenen nachstellen. 1.12 Wir
wollen sie wie der Scheol lebendig verschlingen und vollstaendig
wie solche, die [im Nu] in die Grube hinabfahren. 1.13
Allerlei kostbaren Besitz werden wir finden, werden unsere
Haeuser mit Beute fuellen. 1.14 Dein Los wirf nur in unserer
Mitte; ein Beutel soll uns allen sein! - 1.15 Mein Sohn, geh
nicht mit ihnen auf dem Weg, halte deinen Fuss zurueck von ihrem
Pfad! 1.16 Denn ihre Fuesse laufen zum Boesen und eilen, Blut zu
vergiessen. 1.17 In den Augen aller Voegel ist das Fangnetz ja
[auch] ohne Absicht bestreut; 1.18 doch jene lauern auf ihr
Blut, sie stellen ihrem Leben nach. 1.19 So sind die Pfade
eines jeden, der unrechten Gewinn macht: der nimmt seinem
Besitzer das Leben.
Warnung vor Ungehorsam gegenueber der Weisheit.
1.20 Die Weisheit schreit draussen; auf den Plaetzen laesst sie
ihre Stimme erschallen. 1.21 Wo man am lautesten laermt, ruft
sie. An den Eingaengen der Tore, in der Stadt, spricht sie ihre
Worte: 1.22 Bis wann, ihr Einfaeltigen, wollt ihr Einfalt
lieben und haben Spoetter ihre Lust an Spott und hassen die Toren
Erkenntnis? 1.23 Wendet ihr euch meiner Mahnung zu, siehe, so
will ich meinen Geist euch sprudeln lassen, will euch kundtun
meine Worte. - 1.24 Weil ich rief und ihr euch weigertet,
[weil] ich meine Hand ausstreckte und niemand aufmerkte 1.25
und ihr fahren liesset all meinen Rat und meine Mahnung nicht
wolltet, 1.26 so will auch ich bei eurem Unglueck lachen, will
spotten, wenn der Schrecken ueber euch kommt, 1.27 wenn wie ein
Unwetter der Schrecken euch naht, euer Unglueck hereinbricht wie
ein Sturm, wenn Bedraengnis und Angst ueber euch kommen. 1.28
Dann rufen sie mich, doch ich antworte nicht, [dann] suchen sie
mich, doch sie finden mich nicht. 1.29 Weil sie Erkenntnis
gehasst und die Furcht des HERRN nicht erwaehlt haben, 1.30
meinen Rat nicht gewollt, verschmaeht haben all meine Mahnung,
1.31 sollen sie essen von der Frucht ihres Weges, von ihren
Ratschlaegen sich saettigen. 1.32 Ja, die Abkehr der Einfaeltigen
toetet sie, und die Sorglosigkeit der Toren vernichtet sie.
1.33 Doch wer auf mich hoert, wird sicher wohnen, kann ruhig
sein vor des Ungluecks Schrecken.
2 Segen der Weisheit - Schutz vor dem Verderben.
vgl. Kap. 3,1-26; 8,1-21; 9,1-12.

2.1 Mein Sohn, wenn du meine Reden annimmst und meine Gebote
bei dir verwahrst, 2.2 indem du der Weisheit dein Ohr leihst,
dein Herz dem Verstaendnis zuwendest, 2.3 ja, wenn du den
Verstand anrufst, zum Verstaendnis erhebst deine Stimme, 2.4
wenn du es suchst wie Silber und wie Schaetzen ihm nachspuerst,
2.5 dann wirst du verstehen die Furcht des HERRN und die
Erkenntnis Gottes gewinnen. 2.6 Denn der HERR gibt Weisheit.
Aus seinem Mund [kommen] Erkenntnis und Verstaendnis. 2.7 Er
haelt fuer die Aufrichtigen Hilfe bereit, ist denen ein Schild,
die in Lauterkeit wandeln, 2.8 indem er behuetet die Pfade des
Rechts und den Weg seiner Frommen bewahrt. 2.9 Dann verstehst
du Gerechtigkeit, Recht und Geradheit und jede gute Bahn. 2.10
Denn Weisheit zieht ein in dein Herz, und Erkenntnis wird deiner
Seele lieb. 2.11 Besonnenheit wacht ueber dir, Verstaendnis wird
dich behueten: 2.12 um dich zu retten vom boesen Weg, vom Mann,
der Verkehrtes [nur] redet, 2.13 [von denen], die da verlassen
die geraden Pfade, um auf finsteren Wegen zu gehen, 2.14 die
sich [nur] freuen am boesen Tun, frohlocken bei schlimmer
Verkehrtheit, 2.15 deren Pfade krumm sind, die in die Irre
gehen auf ihren Bahnen, 2.16 um dich zu retten von [der]
fremden Frau, von der Auslaenderin, die ihre Worte glatt macht,
2.17 die den Vertrauten ihrer Jugend verlaesst und den Bund
ihres Gottes vergisst. 2.18 Denn zum Tod senkt sich ihr Haus
und zu den Schatten ihre Bahnen. 2.19 Alle, die einkehren zu
ihr, kommen nie wieder zurueck, finden nie wieder die Pfade des
Lebens. 2.20 Darum geh du auf dem Weg der Guten, die Pfade der
Gerechten beachte! 2.21 Denn die Aufrichtigen bewohnen das
Land, und die Lauteren bleiben darin. 2.22 Die Gottlosen aber
werden getilgt aus dem Land, und die Treulosen reisst man aus ihm
heraus.
3 Ermahnung zur Gottesfurcht.
vgl. Kap. 2,1-11; 8,1-21; 9,1-12.

3.1 Mein Sohn, meine Weisung vergiss nicht, und dein Herz
bewahre meine Gebote! 3.2 Denn Laenge der Tage und Jahre des
Lebens und Frieden mehren sie dir. 3.3 Gnade und Treue sollen
dich nicht verlassen. Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf
deines Herzens Tafel! 3.4 Und finde Gunst und feine Klugheit
in den Augen Gottes und der Menschen! 3.5 Vertraue auf den
HERRN mit deinem ganzen Herzen und stuetze dich nicht auf deinen
Verstand! 3.6 Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet
er selbst deine Pfade! 3.7 Sei nicht weise in deinen Augen,
fuerchte den HERRN und weiche vom Boesen! 3.8 Das ist Heilung
fuer deinen Leib, Labsal fuer deine Gebeine. 3.9 Ehre den HERRN
mit deinem Besitz, mit den Erstlingen all deines Ertrages!
3.10 Dann fuellen deine Speicher sich mit Vorrat, und von Most
fliessen ueber deine Keltern. 3.11 Die Zucht des HERRN, mein
Sohn, verwirf nicht und lass dich nicht verdriessen seine Mahnung!
3.12 Denn wen der HERR liebt, den zuechtigt er wie ein Vater
den Sohn, den er gern hat. Wert und Nutzen der Weisheit 3.13
Gluecklich der Mensch, der Weisheit gefunden hat, der Mensch, der
Verstaendnis erlangt! 3.14 Denn ihr Erwerb ist besser als
Silber und [wertvoller] als Gold ihr Gewinn. 3.15 Kostbarer
ist sie als Korallen, und alle deine Kleinode kommen an Wert ihr
nicht gleich. 3.16 Laenge des Lebens [ist] in ihrer Rechten, in
ihrer Linken Reichtum und Ehre. 3.17 Ihre Wege sind
freundliche Wege, und alle ihre Pfade sind Frieden. 3.18 Ein
Baum des Lebens ist sie fuer [alle], die sie ergreifen, und wer
an ihr festhaelt, ist gluecklich zu preisen. 3.19 Der HERR hat
durch Weisheit die Erde gegruendet, die Himmel befestigt durch
Einsicht. 3.20 Durch seine Erkenntnis brachen die Fluten
hervor, die Wolken triefen von Tau. - 3.21 Mein Sohn, lass sie
nicht weichen aus deinen Augen, bewahre Umsicht und
Besonnenheit! 3.22 So werden sie Leben sein fuer deine Seele
und Anmut fuer deinen Hals. 3.23 Dann gehst du sicher deinen
Weg, dein Fuss stoesst nirgends an. 3.24 Wenn du dich hinlegst,
wirst du nicht aufschrecken, und liegst du, erquickt [dich] dein
Schlaf. 3.25 Fuerchte dich nicht vor ploetzlichem Schrecken noch
vor dem Verderben der Gottlosen, wenn es [ueber sie] kommt!
3.26 Denn der HERR ist deine Zuversicht und bewahrt deinen Fuss
vor der Falle. Ermahnung zur Naechstenliebe 3.27 Enthalte Gutes
dem nicht vor, dem es gebuehrt, wenn es in der Macht deiner Hand
steht, es zu tun! - 3.28 Sage nicht zu deinem Naechsten: Geh,
komm [spaeter] wieder, und morgen will ich geben! - wo du doch
hast. - 3.29 Schmiede nicht Boeses gegen deinen Naechsten,
waehrend er vertrauensvoll bei dir wohnt! - 3.30 Geh mit keinem
grundlos vor Gericht, wenn er dir nichts Boeses angetan! - 3.31
Beneide nicht den Mann der Gewalttat und waehle keinen seiner
Wege! - 3.32 Denn ein Greuel fuer den HERRN ist, wer sich auf
Abwege begibt; doch mit den Aufrichtigen haelt er seinen Rat.
3.33 Der Fluch des HERRN faellt auf das Haus des Gottlosen,
doch die Wohnung der Gerechten segnet er. 3.34 Ja, mit den
Spoettern treibt er [seinen] Spott, den Demuetigen aber gibt er
Gnade. 3.35 Ehre erben die Weisen, die Toren aber tragen
Schande davon.
4 Vaeterliche Unterweisung zum Streben nach Weisheit und zum Befolgen ihrer Lehre.
4.1 Hoert, ihr Soehne, auf die Zucht des Vaters und merkt auf,
um Einsicht zu kennen! 4.2 Denn gute Lehre gebe ich euch.
Meine Weisung sollt ihr nicht verlassen! 4.3 Als ich [noch]
ein Sohn war [bei] meinem Vater, zart und einzig war vor meiner
Mutter, 4.4 da unterwies er mich und sprach zu mir: Dein Herz
halte meine Worte fest! Beachte meine Gebote und lebe! 4.5
Erwirb dir Weisheit, erwirb Verstand, vergiss [sie] nicht! Und
weiche nicht von den Reden meines Mundes! 4.6 Verlass sie
nicht, so wird sie dich behueten; liebe sie, so wird sie dich
bewahren! 4.7 Der Weisheit Anfang ist: Erwirb dir Weisheit!
Und mit allem, was du erworben hast, erwirb [dir] Verstand!
4.8 Ranke dich an ihr hoch, so wird sie dich erheben! Sie
bringt dich zu Ehren, wenn du sie umarmst. 4.9 Sie verleiht
deinem Haupt einen anmutigen Kranz, eine praechtige Krone reicht
sie dir dar. 4.10 Hoere, mein Sohn, und nimm meine Worte an,
dann werden dir zahlreich die Lebensjahre! 4.11 Im Weg der
Weisheit unterweise ich dich, lasse dich gehen auf geraden
Bahnen. 4.12 Wenn du gehst, wird dein Schreiten nicht beengt
sein, und wenn du laeufst, wirst du nicht stuerzen. 4.13 Halte
fest an der Zucht, lass nicht ab! Wahre sie, denn sie ist dein
Leben! - 4.14 Den Pfad der Gottlosen betritt nicht, beschreite
nicht den Weg der Boesen! 4.15 Lass ihn liegen, geh nicht
darauf, weiche von ihm und geh vorbei! 4.16 Denn sie schlafen
nicht, wenn sie nichts Boeses getan, und ihr Schlaf wird ihnen
geraubt, wenn sie nicht [irgendeinen] zu Fall gebracht haben.
4.17 Denn sie essen Brot der Gottlosigkeit, und Wein von
Gewalttaten trinken sie. 4.18 Aber der Pfad der Gerechten ist
wie das glaenzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es
bis zur Tageshoehe. 4.19 Der Weg der Gottlosen ist wie das
Dunkel; sie erkennen nicht, worueber sie stuerzen. 4.20 Mein
Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu!
4.21 Lass sie nicht aus deinen Augen weichen, bewahre sie im
Innern deines Herzens! 4.22 Denn Leben sind sie denen, die sie
finden, und Heilung fuer ihr ganzes Fleisch. - 4.23 Mehr als
alles, was man [sonst] bewahrt, behuete dein Herz! Denn in ihm
[entspringt] die Quelle des Lebens. - 4.24 Lass weichen von dir
die Falschheit des Mundes und die Verdrehtheit der Lippen
entferne von dir! - 4.25 Lass deine Augen geradeaus blicken und
deine Blicke gerade vor dich gehen! - 4.26 Gib acht auf die
Bahn deines Fusses, und alle deine Wege seien geordnet! 4.27
Bieg nicht ab zur Rechten noch zur Linken, lass weichen deinen
Fuss vom Boesen!
5 Warnung vor Ehebruch.
vgl. Kap. 6,20-35; 7.

5.1 Mein Sohn, horche auf meine Weisheit, zu meiner Einsicht
neige dein Ohr, 5.2 dass du Besonnenheit behaeltst und deine
Lippen Erkenntnis bewahren! 5.3 Denn Honig traeufeln die Lippen
der Fremden, und glatter als Oel ist ihr Gaumen; 5.4 aber
zuletzt ist sie bitter wie Wermut, scharf wie ein
zweischneidiges Schwert. 5.5 Ihre Fuesse steigen hinab zum Tod,
auf den Scheol halten ihre Schritte zu. 5.6 Damit du auf den
Pfad des Lebens nur nicht achtgibst, sind unstet ihre Bahnen,
[und] du erkennst es nicht. 5.7 Nun denn, ihr Soehne, hoert auf
mich und weicht nicht ab von den Worten meines Mundes! 5.8
Halte fern von ihr deinen Weg und komm ihrer Haustuer nicht nah!
5.9 Sonst gibst du andern deine [Lebens]bluete und deine Jahre
einem Grausamen. 5.10 Sonst saettigen Fremde sich noch an
deinem Vermoegen, an deinem muehsam Erworbenen in eines Auslaenders
Haus; 5.11 und du stoehnst zuletzt, wenn dein Fleisch und dein
Leib dahinschwinden, 5.12 und sagst: Ach, wie konnte ich nur
hassen die Zucht, [wie] konnte mein Herz nur die Mahnung
verschmaehen, 5.13 dass ich nicht gehorchte der Stimme [all]
derer, die mich unterwiesen, dass ich mein Ohr meinen Lehrern
nicht zuneigte! 5.14 Wie leicht haette ich ganz ins Unglueck
geraten koennen, mitten in der Versammlung und der Gemeinde!
5.15 Trinke Wasser aus deiner [eigenen] Zisterne und was aus
deinem Brunnen quillt. 5.16 Sollen nach draussen verstroemen
deine Quellen, auf die Plaetze die Wasserbaeche? 5.17 Dir allein
sollen sie gehoeren, doch keinem Fremden neben dir. 5.18 Deine
Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend!
5.19 Die liebliche Hirschkuh und anmutige Gemse - ihre Brueste
sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du
taumeln immerdar! 5.20 Warum solltest du, mein Sohn, an einer
Fremden taumeln und den Busen einer anderen umarmen? - 5.21
Denn vor den Augen des HERRN [liegen] eines jeden Wege, und auf
alle seine Bahnen gibt er acht. 5.22 Seine eigenen Suenden
fangen ihn, den Gottlosen, und in den Stricken seiner Suende wird
er festgehalten. 5.23 Ein solcher wird sterben aus Mangel an
Zucht, und in der Groesse seiner Narrheit taumelt er dahin.
6. Warnung vor Buergschaft, Traegheit und Falschheit.
6.1 Mein Sohn, hast du gebuergt fuer deinen Naechsten, fuer einen
Fremden deinen Handschlag gegeben, 6.2 bist du verstrickt
durch deines Mundes Worte, gefangen durch die Worte deines
Mundes, 6.3 so tu denn dies, mein Sohn: Reiss dich los, da du
in deines Naechsten Hand gekommen bist! Geh unverzueglich hin und
bestuerme deinen Naechsten! 6.4 Goenne deinen Augen keinen Schlaf
und keinen Schlummer deinen Wimpern! 6.5 Reisse dich los wie
die Gazelle aus der Hand [des Jaegers] und wie ein Vogel aus der
Hand des Vogelstellers! 6.6 Geh hin zur Ameise, du Fauler,
sieh ihre Wege an und werde weise! 6.7 Sie, die keinen
Anfuehrer, Aufseher und Gebieter hat, 6.8 sie bereitet im
Sommer ihr Brot, sammelt in der Ernte ihre Nahrung. 6.9 Bis
wann, du Fauler, willst du noch liegen? Wann willst du aufstehen
von deinem Schlaf? 6.10 Noch ein wenig Schlaf, noch ein wenig
Schlummer, noch ein wenig Haendefalten, um auszuruhen - 6.11
und schon kommt wie ein Landstreicher deine Armut und dein
Mangel wie ein unverschaemter Mann. 6.12 Ein ruchloser Mensch,
ein heilloser Mann ist, wer umhergeht mit Falschheit im Mund,
6.13 wer zuzwinkert mit seinen Augen, ein Zeichen gibt mit
seinen Fuessen, einen Hinweis mit seinen Fingern, 6.14 wer
Verkehrtheit [traegt] in seinem Herzen, Boeses schmiedet zu aller
Zeit, freien Lauf laesst dem Zank. 6.15 Darum kommt ploetzlich
sein Unglueck; im Nu wird er zerschmettert ohne Heilung. 6.16
Sechs [Dinge] sind es, die dem HERRN verhasst sind, und sieben
sind seiner Seele ein Greuel: 6.17 Stolze Augen, falsche Zunge
und Haende, die unschuldiges Blut vergiessen, 6.18 ein Herz, das
heillose Anschlaege schmiedet, Fuesse, die eilig dem Boesen
nachlaufen, 6.19 wer Luegen vorbringt als falscher Zeuge und
wer freien Lauf laesst dem Zank zwischen Bruedern.
Erneute Warnung vor Ehebruch.
vgl. Kap. 5; 7.

6.20 Bewahre, mein Sohn, das Gebot deines Vaters, verwirf
nicht die Weisung deiner Mutter! 6.21 Binde sie stets auf dein
Herz, winde sie um deinen Hals! 6.22 Bei deinem Gehen leite
sie dich, bei deinem Liegen behuete sie dich, und wachst du auf,
so rede sie dich an! 6.23 Denn eine Leuchte ist das Gebot und
die Weisung ein Licht, und ein Weg zum Leben sind Ermahnungen
der Zucht, 6.24 dich zu bewahren vor der Frau des Naechsten,
vor der glatten Zunge der Fremden. 6.25 Begehre nicht in
deinem Herzen ihre Schoenheit, lass sie dich nicht mit ihren
Wimpern fangen! 6.26 Denn der Preis fuer eine Hure [geht] bis
zu einem Brot, doch die Frau eines Mannes macht Jagd auf [dein]
kostbares Leben. - 6.27 Kann man Feuer wohl tragen in seinem
Gewandbausch, ohne dass einem die Kleider verbrennen? 6.28 Oder
kann jemand wohl schreiten auf gluehenden Kohlen, ohne dass er
sich die Fuesse versengt? 6.29 So [geht es auch dem], der
hineingeht zur Frau seines Naechsten: keiner bleibt ungestraft,
der sie beruehrt. - 6.30 Verachtet man nicht [schon] den Dieb,
auch wenn er [nur] stiehlt, um den Bauch sich zu fuellen, weil
Hunger ihn treibt? 6.31 Und wird er ertappt, so muss er es
siebenfach erstatten; den ganzen Besitz seines Hauses kann er
dahingeben. 6.32 Wer aber Ehebruch treibt mit der Frau [seines
Naechsten], ist ohne Verstand. Nur wer sich selber vernichten
will, der mag das tun. 6.33 Plage und Schande [nur] findet er,
und seine Schmach wird nicht mehr geloescht. 6.34 Denn
Eifersucht [weckt] die Zornglut des Mannes, kein Mitleid
verspuert er am Tage der Rache. 6.35 Er nimmt keine Ruecksicht
auf irgendein Suehnegeld und willigt nicht ein, selbst wenn du
die Bestechung haeufst.
7. Verfuehrung zum Ehebruch - Folgen fuer den Verfuehrten.
vgl. Kap. 5; 6,20-35.

7.1 Mein Sohn, bewahre meine Worte, und meine Gebote birg bei
dir! 7.2 Bewahre meine Gebote, damit du lebst, und meine
Weisung wie deinen Augapfel! 7.3 Binde sie um deine Finger,
schreibe sie auf die Tafel deines Herzens! 7.4 Sprich zur
Weisheit: Meine Schwester bist du! - und Verwandte nenne die
Einsicht, 7.5 dass sie dich bewahre vor der fremden Frau, vor
der Auslaenderin, die ihre Worte glatt macht. - 7.6 Denn durch
das Fenster meines Hauses [blickte ich], durch mein Gitter
schaute ich hinaus. 7.7 Und ich sah unter den Unerfahrenen,
bemerkte unter den Soehnen einen Juengling ohne Verstand, 7.8
der geht ueber die Strasse hin zu ihrer Ecke, den Weg zu ihrem
Haus betritt er 7.9 in der Daemmerung, am Abend des Tages, beim
Anbruch der Nacht und bei Dunkelheit. 7.10 Da siehe, eine Frau
kommt ihm entgegen im Hurenkleid und mit verstecktem [Plan im]
Herzen. - 7.11 Leidenschaftlich ist sie und unbaendig, zu Hause
haben ihre Fuesse keine Ruhe. 7.12 Bald ist sie draussen, bald
auf den Plaetzen, und neben jeder Ecke lauert sie. 7.13 Da
greift sie ihn, da kuesst sie ihn, wird unverschaemt und sagt zu
ihm: 7.14 Zu Heilsopfern war ich verpflichtet, heute habe ich
meine Geluebde erfuellt. 7.15 Darum bin ich ausgezogen, dir
entgegen, um dein Gesicht zu suchen, und ich habe dich gefunden.
7.16 Mit Decken habe ich mein Bett bedeckt, mit buntem
aegyptischem Leinen. 7.17 Ich habe mein Lager benetzt mit
Myrrhe, Aloe und Zimt. 7.18 Komm, wir wollen an Liebe uns
berauschen bis zum Morgen, wollen schwelgen in Liebkosungen.
7.19 Denn der Mann ist nicht zu Hause, er ist weggegangen,
fort auf weite Reise. 7.20 Den Beutel mit dem Geld nahm er in
seine Hand, am Tag des Vollmondes [erst] kommt er nach Haus.
7.21 Sie verleitet ihn durch ihr vieles Ueberreden, mit ihren
glatten Lippen reisst sie ihn fort. 7.22 Er folgt ihr
augenblicklich, so wie ein Stier zur Schlachtung geht, wie in
die Fessel huepft der Hirsch, 7.23 bis ein Pfeil die Leber ihm
zerreisst; wie ein Vogel sich ins Fangnetz stuerzt und nicht weiss,
dass es um sein Leben geht. - 7.24 Nun denn, ihr Soehne, hoert
auf mich und horcht auf die Worte meines Mundes! 7.25 Nicht
schweife dein Herz ab zu ihren Wegen, verirre dich nicht auf
ihre Pfade! 7.26 Denn viele sind die Erschlagenen, die sie
gefaellt hat, und zahlreich alle, die sie ermordete. 7.27 Ein
Weg zum Scheol ist ihr Haus, der hinabfuehrt zu den Kammern des
Todes.

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